{"id":84346,"date":"2026-06-24T08:08:42","date_gmt":"2026-06-24T07:08:42","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=84346"},"modified":"2026-06-24T08:26:55","modified_gmt":"2026-06-24T07:26:55","slug":"neue-impulse-fuer-eine-alte-idee-ratzeburger-staedtepartnerschaften-beleben-und-erweitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/06\/24\/neue-impulse-fuer-eine-alte-idee-ratzeburger-staedtepartnerschaften-beleben-und-erweitern\/","title":{"rendered":"Neue Impulse f\u00fcr eine alte Idee: Ratzeburger St\u00e4dtepartnerschaften beleben und erweitern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Die Idee kam \u00fcberraschend und sie klang durchaus verwegen: Eine neue Partnerstadt f\u00fcr Ratzeburg. Pastor Kai Feller brachte sie vergangene Woche zusammen mit Viktoria Maryshchuk von der Regionalverwaltung des Oblast Cherson mit ins Rathaus. Beide stellten dort den Wunsch der ukrainischen Stadt Wysokopillia aus dem Oblast Cherson vor, mit einer deutschen Kleinstadt eine solche St\u00e4dtepartnerschaft neu begr\u00fcnden zu wollen. Auch der B\u00fcrgermeister aus Wysokopillia, Kostyantyn Starodumov, war bei dem Gespr\u00e4ch online zugeschaltet und warb mit viel \u00dcberzeugung f\u00fcr eine solche Partnerschaft auf Augenh\u00f6he. Er pr\u00e4sentierte seine Kleinstadt mit rund 6.500 Einwohnern und berichtete in beeindruckender Weise, wie Wysokopillia mit dem Kriegsalltag zurechtkommt. Es ist eine Stadt im Wiederaufbau nach einer teilweisen Besetzung durch die russischen Aggressoren mit massiven Zerst\u00f6rungen und einer gegl\u00fcckten Befreiung durch die ukrainische Armee. B\u00fcrgermeister Starodumov berichtete vom Mut und der positiven Kraft seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, ihr Leben und ihren Alltag hoffnungsvoll und zukunftsgewandt gestalten zu wollen, und sprach von dem gro\u00dfen Erfahrungsschatz, den Wysokopillia in eine Stadtpartnerschaft einzubringen habe.<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Eckhard Graf musste allerdings den Enthusiasmus im Raum etwas bremsen. Er verwies auf die Notwendigkeit, die Stadtvertretung bei einem solchen Prozess einzubinden. Vor allem aber zeigte er mit Blick auf die bestehenden Partnerschaften mit den insgesamt sieben Partnerst\u00e4dten in Schweden, D\u00e4nemark, Polen, Frankreich, Belgien und Mecklenburg eine gewisse Skepsis, ob das Format der St\u00e4dtepartnerschaft in der heutigen Zeit \u00fcberhaupt noch funktionieren kann. \u201eSt\u00e4dtepartnerschaften m\u00fcssen von den Menschen der beteiligten St\u00e4dte gelebt und getragen werden, nicht von den Verwaltungen und Amtstr\u00e4gern. Eine solche zivilgesellschaftliche Initiative ist in Ratzeburg aktuell nicht zu erkennen, abgesehen von einigen traditionellen Verbindungen beispielsweise der Freiwilligen Feuerwehr\u201c, so B\u00fcrgermeister Graf.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde allerdings deutlich, dass sich die Idee der St\u00e4dtepartnerschaft keineswegs \u00fcberlebt habe. Gerade das Interesse aus Wysokopillia k\u00f6nne hier als neuer Impuls verstanden werden, die Menschen vor Ort f\u00fcr st\u00e4dtepartnerschaftliche Begegnungen wieder zu begeistern \u2013 vielleicht in einem neuen Format. Es entstand die Idee einer Vereinsgr\u00fcndung in Ratzeburg nach dem Vorbild der \u201ePartnerschaftsvereine\u201c in Ribe (D\u00e4nemark), Ch\u00e2tillon-sur-Seine (Frankreich) oder Str\u00e4ngn\u00e4s (Schweden), um die Partnerschaftsarbeit vor Ort mit interessierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern zu gestalten. Dieser \u00dcberlegung gegen\u00fcber zeigte sich B\u00fcrgermeister Eckhard Graf aufgeschlossen: \u201eEs ist durchaus denkbar, dass die Gr\u00fcndung eines Partnerschaftsvereins neue Impulse in die St\u00e4dtepartnerschaften bringen kann, gerade auch, wenn dabei zum Einstieg auch eine neue Partnerschaft entstehen k\u00f6nnte\u201c, so B\u00fcrgermeister Graf. Er versprach, diese \u00dcberlegung einmal in die Stadtvertretung zu spiegeln. Pastor Kai Feller und Mark Sauer von der Ratzeburger Stadtverwaltung, dort zust\u00e4ndig f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement, vereinbarten ihrerseits, gemeinsam herauszufinden, ob eine solche Vereinsgr\u00fcndung weiteres Interesse wecken k\u00f6nnte. \u201eEs ist tats\u00e4chlich eine reizvolle Aufgabe, sich den Partnerst\u00e4dten in Europa zu widmen\u201c, sagte Mark Sauer, der mit dem Ratzeburger Jugendbeirat in den vergangenen Jahren mehrfach in den Partnerst\u00e4dten unterwegs war und dabei eine immer noch bestehende Begeisterung f\u00fcr dieses Format versp\u00fcren konnte. Vielleicht, so das Fazit dieses Treffens, ist die Idee aus der ukrainischen Stadt Wysokopillia, eine Partnerschaft neu zu begr\u00fcnden, ja genau der richtige Impuls und Funke, um diese Begeisterung wieder zu entfachen.<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Eckhard Graf berichtete dazu in der Stadtvertretung, auch mit dem Ziel, ein Stimmungsbild zu den Fortf\u00fchrungen der Stadtpartnerschaften zu erhalten. In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde angeregt, die m\u00f6gliche Gr\u00fcndung eines Partnerschaftsverein im zust\u00e4ndigen Fachausschuss zu beraten.<\/p>\n<p>Ein Vorbild daf\u00fcr gibt es bereits: Das Land Schleswig-Holstein hat sich entschlossen, mit dem Oblast Cherson eine <a href=\"https:\/\/www.landtag.ltsh.de\/nachrichten\/26_02_16_partnerregion_cherson_delegation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Regionalpartnerschaft<\/a> zu begr\u00fcnden, und ermutigt ausdr\u00fccklich die Kommunen, dies auch auf st\u00e4dtepartnerschaftlicher Ebene zu \u00fcberlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Die Idee kam \u00fcberraschend und sie klang durchaus verwegen: Eine neue Partnerstadt f\u00fcr Ratzeburg. Pastor Kai Feller brachte sie vergangene Woche zusammen mit Viktoria Maryshchuk von der Regionalverwaltung des Oblast Cherson mit ins Rathaus. 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