{"id":84046,"date":"2026-06-12T09:22:40","date_gmt":"2026-06-12T08:22:40","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=84046"},"modified":"2026-06-12T09:22:40","modified_gmt":"2026-06-12T08:22:40","slug":"eichenprozessionsspinner-extremes-vorkommen-in-geesthacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/06\/12\/eichenprozessionsspinner-extremes-vorkommen-in-geesthacht\/","title":{"rendered":"Eichenprozessionsspinner: Extremes Vorkommen in Geesthacht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geesthacht (pm).<\/strong>\u00a0Hautreizungen, Luftnot, Reizungen der Augen und Halsschmerzen: Wer mit den feinen H\u00e4rchen des Eichenprozessionsspinners in Ber\u00fchrung kommt, kann \u00e4u\u00dferst unangenehme Symptome erleiden. Seit Jahren macht die Stadtverwaltung Geesthacht im Mai und Juni auf das saisonbedingte Vorkommen der Raupen aufmerksam, warnt vor dem Kontakt mit den H\u00e4rchen und bittet um die Meldung von Nestern \u2013 so geschehen auch dieses Jahr. Und ebenso wie in einer Vielzahl von Kommunen bundesweit muss auch die Geesthachter Stadtverwaltung feststellen: Das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners ist dieses Jahr extrem hoch.<\/p>\n<p>\u201eBei jedem Nest, das wir entfernen, entdecken wir mehrere neue\u201c, meldet Maria M\u00fcller vom Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung ein \u201ebesonders extremes Vorkommen\u201c. Gesichtet wurden beispielsweise Nester im Hochzeitswald, auf dem Elbewanderweg zwischen Geesthacht und Gr\u00fcnhof-Tesperhude, im Bereich Tapplock und Gr\u00fcner J\u00e4ger sowie auf der Schleuseninsel. \u201eNormalerweise schauen wir uns jedes Nest an, das uns auf \u00f6ffentlichem Grund gemeldet wird, und entscheiden dann, ob der Baum abgesperrt oder das Nest von Spezialfirmen entfernt wird. Zudem haben wir ein Kataster, in dem die Vorkommen der vergangenen Jahre festgehalten sind. B\u00e4ume, die fr\u00fcher schon f\u00fcr den Eichenprozessionsspinner interessant waren, kontrollieren wir regelm\u00e4\u00dfig w\u00e4hrend der Saison\u201c, skizziert Maria M\u00fcller das grunds\u00e4tzliche Vorgehen. \u201eDieses Jahr haben wir so viele Meldungen, dass wir mit dem Kontrollieren kaum hinterherkommen. Wir nehmen alle Meldungen auf, m\u00fcssen dann aber priorisieren. Derzeit werden darum nur in besonders sensiblen Bereichen &#8211; also beispielsweise in der N\u00e4he von Schulen und Kinderg\u00e4rten \u2013 Nester umgehend entfernt. In den anderen Bereichen sperren wir soweit wie m\u00f6glich ab und\/oder stellen Warnschilder auf.\u201c<\/p>\n<p>Die Stadtverwaltung bittet aufgrund des hohen Vorkommens der Raupen derzeit um besondere Aufmerksamkeit im Freien. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners kommen ausschlie\u00dflich auf Eichen vor. Wer sicher gehen m\u00f6chte, sollte insbesondere bei trockenem und windigem Wetter Eichen-Alleen und -Baumgruppen bis Ende Juni eher meiden. Denn eine Verwehung der Haare ist dann auch ohne direkten Kontakt mit den Raupen oder Nestern m\u00f6glich. \u201eBis Ende Juni sind fast alle Raupen verpuppt beziehungsweise bereits als Falter geschl\u00fcpft. Dann ist das Risiko mit den feinen Gifth\u00e4rchen der Raupen in Kontakt zu kommen sehr viel geringer als jetzt. Die Nester dann aber bitte weiterhin nicht ber\u00fchren, an ihnen k\u00f6nnen noch H\u00e4rchen haften\u201c, erkl\u00e4rt Maria M\u00fcller.<\/p>\n<p>Zur Einordnung:<\/p>\n<p>Die feinen Brennhaare der Raupen sch\u00fctzen diese vor Fressfeinden, k\u00f6nnen aber beim Menschen und bei Haustieren Hautreizungen und allergische Reaktionen ausl\u00f6sen &#8211; und zwar vor allem bei direktem Kontakt mit den Raupen oder Nestern. Bei sehr empfindlichen Menschen sind Reaktionen jedoch auch bei Kontakt mit abgebrochenen, verwehten Haaren nicht g\u00e4nzlich auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das erste Mal sind die Raupen 2011 in Geesthacht entdeckt worden. Die Geesthachter Stadtverwaltung reagierte rasch mit Aufkl\u00e4rung: Offensiv wurden Kitas, Schulen und \u00c4rzte \u00fcber das Vorkommen informiert. F\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wurde ein Flyer entwickelt, der verteilt wurde und noch immer unter www.geesthacht.de abrufbar ist. Darin ist unter anderem nachzulesen, woran Eichenprozessionsspinner zu erkennen sind und inwieweit der Kontakt mit den Raupen oder deren Nestern zu gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchren kann \u2013 dieses ist \u00fcbrigens das ganze Jahr \u00fcber m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u2022 w\u00e4hrend der Fra\u00dfzeit der Raupen, wenn ab ca. Ende Mai\/Anfang Juni (je nach Witterungsverlauf) die Gifthaare ausgebildet werden;<\/p>\n<p>\u2022 w\u00e4hrend des \u00fcbrigen Zeitraums durch Kontakt mit den Gespinstnestern, die Gifthaare enthalten. \u00c4ltere Nester k\u00f6nnen zum Beispiel bei starkem Wind von den B\u00e4umen geweht werden. Die Wirkdauer der Gifthaare betr\u00e4gt f\u00fcnf bis zehn Jahre.<\/p>\n<p>Nach einem Kontakt mit den Haaren der Eichenprozessionsspinner-Raupen gibt es sehr unterschiedliche Symptome. Direkter oder indirekter Kontakt mit den Haaren verursacht mehr oder weniger schnell eine Reizung der Haut und der Schleimh\u00e4ute. Der aus den Gifthaaren freigesetzte Giftstoff l\u00f6st bei Kontakt pseudoallergische Reaktionen aus wie juckende, entz\u00fcndliche Hautausschl\u00e4ge, Quaddeln und Bl\u00e4schen vor allem im Gesicht, am Hals und in den Ellenbogenbeugen, Entz\u00fcndungen der Augenbindehaut, Reizungen im Rachenbereich mit Halsschmerzen und in den oberen Luftwegen mit Husten; in seltenen F\u00e4llen mit asthmatischen Beschwerden. \u201eWer Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hatte, sollte duschen, Haare waschen und die Augen mit Wasser aussp\u00fclen, r\u00e4t Dirk Pretzsch vom Geesthachter Fachdienst Umwelt. Die betroffene Kleidung sollte bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Sollten heftigere Reaktionen auftreten, sind auch die \u00c4rzte der Stadt entsprechend sensibilisiert und vorbereitet.\u201c<\/p>\n<p>H\u00e4ufig gestellte Fragen zum Eichenprozessionsspinner hat die Stadtverwaltung Geesthacht auf der Startseite der st\u00e4dtischen Website www.geesthacht.de zusammengestellt. Nester k\u00f6nnen weiterhin unter umwelt@geesthacht.de gemeldet werden. Den Handlungsbedarf an Nestern auf \u00f6ffentlichem Grund priorisiert die Stadtverwaltung. Wer Nester des Eichenprozessionsspinners im eigenen Garten entdeckt, ist f\u00fcr eine ggf. erforderliche Beseitigung oder die Gefahren, die davon ausgehen k\u00f6nnen, selbst verantwortlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm).\u00a0Hautreizungen, Luftnot, Reizungen der Augen und Halsschmerzen: Wer mit den feinen H\u00e4rchen des Eichenprozessionsspinners in Ber\u00fchrung kommt, kann \u00e4u\u00dferst unangenehme Symptome erleiden. 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