{"id":81918,"date":"2026-03-31T04:34:03","date_gmt":"2026-03-31T03:34:03","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=81918"},"modified":"2026-03-31T08:49:56","modified_gmt":"2026-03-31T07:49:56","slug":"eroeffnung-des-neugestalteten-aussengelaendes-vom-grenzhus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/03\/31\/eroeffnung-des-neugestalteten-aussengelaendes-vom-grenzhus\/","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnung des neugestalteten Au\u00dfengel\u00e4ndes vom Grenzhus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schlagsdorf (pm).\u00a0<\/strong>Am 28. M\u00e4rz 2026 versammelten sich \u00fcber 70 G\u00e4ste auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde vom Grenzhus in Schlagsdorf. Nach zwei Jahren Umbau wurde das neugestaltete Au\u00dfengel\u00e4nde eingeweiht. Andr\u00e9 Konsolke, Staatssekret\u00e4r im Landwirtschaftsministerium M-V, und Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung M-V, w\u00fcrdigten in ihren Gru\u00dfworten die Arbeit von Tr\u00e4gerverein und Museumsteam. Mit EU-F\u00f6rdermitteln aus dem LEADER-Programm, Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist es gelungen, die Rekonstruktion der DDR-Sperranlagen qualitativ weiterzuentwickeln und f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglicher zu machen.<\/p>\n<p>F\u00f6rdertechnisch handelte es sich um zwei Projekte. Im Projekt \u201eBegehbare Grenzgeschichte\u201c wurden Objekte umgesetzt, erneuert und erweitert. Dabei achtete man konsequent auf den regionalen Bezug und die Konzentration auf die 1980er Jahre. Ein neues Besucherleitsystem mit komplett \u00fcberarbeiteten Informationstafeln, barrierearmer Wegf\u00fchrung, Ruhebereich und Einlasssystem verbessern den Besuch. H\u00f6hepunkt der Anlage ist unbestreitbar die Darstellung des Wandels der Grenzlinie zwischen 1945 und 1990 durch den Aufbau mehrerer Zeitfenster. Die Abfolge der Zeitperioden macht anschaulich, wie die DDR-Machthaber die Sperranlagen technisch perfektionieren lie\u00dfen, sich im Kalten Krieg die deutsche Teilung vertiefte. Der Museumsleiter Dr. Andreas Wagner betonte: \u201eF\u00fcr die Rekonstruktionen nutzten wir nach M\u00f6glichkeit historisch originale Objekte und erg\u00e4nzten zur\u00fcckhaltend mit Nachbauten. Es geht uns nicht um die Inszenierung der Grenze, sondern um ein kommentiertes Modell der unterschiedlichen Elemente und ihres Zusammenhangs.\u201c Vom zentralen Aussichtspunkt l\u00e4sst sich diese Entwicklung gut \u00fcberschauen. Im zweiten Projekt entstand ein \u201eOffenes Archiv\u201c. Unter der eindrucksvollen Dachkonstruktion k\u00f6nnen Gro\u00dfobjekte sach- und fachgerecht aufbewahrt werden und sind trotzdem f\u00fcr die Besucher zug\u00e4nglich. Anhand dieser Objekte werden zus\u00e4tzliche Themen vermitteln und Neugierige haben einen Ort zum Entdecken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_81920\" aria-describedby=\"caption-attachment-81920\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-81920\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eroeffnung-Grenzhus-02.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eroeffnung-Grenzhus-02.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eroeffnung-Grenzhus-02-600x270.jpg 600w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Eroeffnung-Grenzhus-02-768x346.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-81920\" class=\"wp-caption-text\">Vertreterinnen und Vertreter von F\u00f6rderern und Unterst\u00fctzern auf der Er\u00f6ffnung (links). Rechts zu sehen: Rekonstruierter Beobachtungsbunker und sanierter Wachturm auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde. Foto: Karin Homann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Luisa Taschner, Leiterin des Bildungsforums am Grenzhus, stellte den Audioguide vor, der mit Unterst\u00fctzung der Stiftung Sparkasse Mecklenburg-Nordwest und des Offenen Kanals L\u00fcbeck entwickelt wurde. Besucher laufen nun mit den Erl\u00e4uterungen im Ohr \u00fcber das Gel\u00e4nde. Sie erleben vor Ort die Erinnerungen von Zeitzeugen aus der Region. Darunter sind Harald Gallert, der 1988 mit zwei Freunden \u00fcber den Schaalsee fl\u00fcchtete, oder Viola Tobies, die im heute geschleiften Grenzdorf Lankow aufwuchs. Karl-Horst Salzs\u00e4uler schildert, wie er vom westdeutschen Ziethen aus auf die Grenze sah und sie wahrnahm. Die Grenze aus unterschiedlichen Perspektiven macht neue Einsichten m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend f\u00fchrten der begleitende Architekt Thilo Wierzock, der Gruppenbegleiter Wolfgang May und die Museologin Luisa Taschner die G\u00e4ste in die Neuerungen auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde ein. Der einsetzende Regen vertrieb die G\u00e4ste in das Caf\u00e9 Grenzstein, wo bei Kaffee und Kuchen die Ergebnisse und Wahrnehmungen diskutiert werden konnten. Dr. Andreas Wagner freute sich \u00fcber die gro\u00dfe Resonanz und Wertsch\u00e4tzung der Museumsarbeit: \u201eMit dem neugestalteten Au\u00dfengel\u00e4nde k\u00f6nnen wir unseren \u00f6ffentlichen Bildungsauftrag noch besser erf\u00fcllen. Gegen eine Verkl\u00e4rung der Vergangenheit und als Warnung vor Diktatur und Grenzabriegelungen als L\u00f6sungsmodelle f\u00fcr gesellschaftliche und politische Probleme.\u201c Mit dem neugestalteten Au\u00dfengel\u00e4nde ist das Grenzhus um einen attraktiven Baustein reicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlagsdorf (pm).\u00a0Am 28. M\u00e4rz 2026 versammelten sich \u00fcber 70 G\u00e4ste auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde vom Grenzhus in Schlagsdorf. Nach zwei Jahren Umbau wurde das neugestaltete Au\u00dfengel\u00e4nde eingeweiht. Andr\u00e9 Konsolke, Staatssekret\u00e4r im Landwirtschaftsministerium M-V, und Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung M-V, w\u00fcrdigten in ihren Gru\u00dfworten die Arbeit von Tr\u00e4gerverein und Museumsteam. 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