{"id":80660,"date":"2026-02-22T03:54:00","date_gmt":"2026-02-22T02:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=80660"},"modified":"2026-02-19T16:01:55","modified_gmt":"2026-02-19T15:01:55","slug":"augentumoren-selten-aber-tueckisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/02\/22\/augentumoren-selten-aber-tueckisch\/","title":{"rendered":"Augentumoren: selten, aber t\u00fcckisch"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg\/Essen (pm). <\/strong>Mit bundesweit nur 800 bis 1.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Aderhautmelanom eine seltene Erkrankung. Gleichwohl ist es die h\u00e4ufigste b\u00f6sartige Tumorerkrankung des Auges im Erwachsenenalter. Da Aderhautmelanome dazu neigen, bereits fr\u00fch Metastasen zu bilden, besteht nur ein kurzes Zeitfenster, in dem eine vollst\u00e4ndige Heilung m\u00f6glich ist \u2013 je eher der Tumor erkannt wird, desto gr\u00f6\u00dfer die Chance, eine Streuung zu verhindern. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) und der Berufsverband der Augen\u00e4rztinnen und Augen\u00e4rzte Deutschlands e.V. (BVA) m\u00f6chten daher \u00fcber Risikofaktoren und Fr\u00fchsymptome aufkl\u00e4ren und zu regelm\u00e4\u00dfigen Augenuntersuchungen aufrufen. Eine neue Brosch\u00fcre informiert \u00fcber die Erkrankung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Aderhautmelanom entwickelt sich direkt im Auge aus entarteten pigmentierten Zellen der Aderhaut \u2013 dem Teil des Auges, der zwischen der lichtempfindlichen Netzhaut und der Lederhaut liegt, die das Auge umschlie\u00dft. \u201eDieser b\u00f6sartige Tumor tritt fast immer einseitig auf und w\u00e4chst in der Regel langsam\u201c, erl\u00e4utert DOG-Experte Professor Dr. med. Dr. h. c. Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Klinik f\u00fcr Augenheilkunde am Universit\u00e4tsklinikum Essen. Gleichwohl gibt er bereits fr\u00fch Krebszellen in den Blutkreiskauf ab und streut in andere Organe; die Leber ist am h\u00e4ufigsten betroffen, weil die Tumorzellen dort besonders gut wachsen k\u00f6nnen. \u201eDa mit der Metastasierung die Heilungschancen rapide sinken, ist die Fr\u00fcherkennung des Aderhautmelanoms von entscheidender Bedeutung f\u00fcr den weiteren Krankheitsverlauf\u201c, betont Bechrakis.<\/p>\n\n\n\n<p>Helle Augen und Aderhaut-Muttermale z\u00e4hlen zu den Risikofaktoren<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund seiner Seltenheit gibt es f\u00fcr das Aderhautmelanom kein allgemeines Screening. \u201eDie meisten dieser Tumoren werden daher zuf\u00e4llig bei Routineuntersuchungen des Auges entdeckt\u201c, sagt Professor Dr. med. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik f\u00fcr Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. \u201eVor diesem Hintergrund rufen wir zu regelm\u00e4\u00dfigen Untersuchungen des Augenhintergrundes ab dem 40. Lebensjahr auf\u201c, sagt der DOG-Experte. Dies gelte ganz besonders f\u00fcr Personen, die Risikofaktoren aufweisen: gr\u00fcne, blaue oder graue Augen, angeborene Pigmentflecken in der Aderhaut oder eine famili\u00e4re Vorbelastung mit einem Aderhautmelanom.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchsymptome: Lichtblitze, Schattensehen, Sehverschlechterung<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gang zum Augenarzt oder zur Augen\u00e4rztin ist auch unabdingbar, wenn Fr\u00fchwarnzeichen auftreten. Dazu z\u00e4hlen etwa Gesichtsfeldausf\u00e4lle, Lichtblitze, unscharfes Sehen oder Schattensehen. \u201eDiese Warnsymptome treten in fr\u00fchen Erkrankungsstadien l\u00e4ngst nicht bei allen Betroffenen auf und sind zudem nicht spezifisch\u201c, betont Daniel Pleger, erster Vorsitzender des BVA. Gerade weil sie auch auf eine Reihe anderer Augenerkrankungen hinweisen k\u00f6nnten, sollten sie jedoch immer ernst genommen werden und Anlass f\u00fcr eine zeitnahe Untersuchung des Auges sein. \u201eBesteht ein Tumorverdacht am Auge, schicken die niedergelassenen Augen\u00e4rztinnen und Augen\u00e4rzte die Betroffenen weiter an ein spezialisiertes Zentrum\u201c, so Pleger.<\/p>\n\n\n\n<p>Interdisziplin\u00e4re Therapie in spezialisierten Zentren<\/p>\n\n\n\n<p>Ist die Diagnose gesichert, kann eine ma\u00dfgeschneiderte lokale, aber auch systemische stadiengerechte Behandlung erfolgen \u2013 bestehend aus verschiedenen Formen der Strahlentherapie, unter Umst\u00e4nden erg\u00e4nzt durch Laserbehandlung, chirurgische Eingriffe und medikament\u00f6se Therapien. \u201eEin auf das Auge beschr\u00e4nktes Aderhautmelanom l\u00e4sst sich meist gut durch Bestrahlung und augenerhaltende chirurgische Verfahren therapieren, wodurch in mehr als 50 Prozent der F\u00e4lle eine vollst\u00e4ndige Heilung m\u00f6glich ist\u201c, betont Bechrakis. Nur in seltenen F\u00e4llen sei die operative Entfernung des betroffenen Auges notwendig, um den Tumor in den Griff zu bekommen. \u201eHaben sich dagegen bereits Lebermetastasen gebildet, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr m\u00f6glich\u201c, erg\u00e4nzt Kakkassery.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine neue Brosch\u00fcre, erstellt durch ein interdisziplin\u00e4res Team in der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs (www.nvkh.de), informiert \u00fcber das Aderhautmelanom: <a href=\"https:\/\/dog.org\/die-dog\/sektionen-der-dog\/dog-ophthalmologische-onkologie#publikationen\">https:\/\/dog.org\/die-dog\/sektionen-der-dog\/dog-ophthalmologische-onkologie#publikationen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg\/Essen (pm). Mit bundesweit nur 800 bis 1.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Aderhautmelanom eine seltene Erkrankung. Gleichwohl ist es die h\u00e4ufigste b\u00f6sartige Tumorerkrankung des Auges im Erwachsenenalter. 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