{"id":79932,"date":"2026-01-30T04:35:00","date_gmt":"2026-01-30T03:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=79932"},"modified":"2026-01-29T11:40:07","modified_gmt":"2026-01-29T10:40:07","slug":"juengere-und-aeltere-sind-die-verlierer-auf-dem-wohnungsmarkt-im-kreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/01\/30\/juengere-und-aeltere-sind-die-verlierer-auf-dem-wohnungsmarkt-im-kreis\/","title":{"rendered":"J\u00fcngere und \u00c4ltere sind die Verlierer auf dem Wohnungsmarkt im Kreis"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> J\u00fcngere und \u00e4ltere Menschen geh\u00f6ren zu den Verlierern, wenn es ums Wohnen geht: \u201eEtliche der rund 2.350 Azubis im Kreis Herzogtum Lauenburg wohnen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer ganz freiwillig. Denn eine eigene Wohnung k\u00f6nnen sie sich oft nicht leisten\u201c, sagt Achim Bartels von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Das Wohnen werde gerade auch f\u00fcr Azubis mehr und mehr zum Problem. Das zeigt, so die IG BAU Hamburg, der aktuelle \u201eSoziale Wohn-Monitor\u201c vom Pestel-Institut, den die Gewerkschaft mit in Auftrag gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist. Etwa dann, wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der N\u00e4he des Ausbildungsbetriebs bezahlen k\u00f6nnen\u201c, so Achim Bartels. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Hamburg warnt: \u201eWenn Ausbildungsvertr\u00e4ge am Wohnungsmangel und an zu hohen Mieten scheitern, dann ist das Ma\u00df voll. Das kann sich die heimische Wirtschaft nicht erlauben\u201c, so Achim Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb sollten der Bund und das Land Schleswig-Holstein den Neubau von Azubi-Wohnungen unterst\u00fctzen \u2013 vor allem im Umfeld von Ausbildungszentren. Achim Bartels spricht sich dabei auch f\u00fcr Steueranreize aus, wenn ein Betrieb daf\u00fcr sorgt, dass seine Auszubildenden ein Dach \u00fcber dem Kopf bekommen. Probleme auf dem Wohnungsmarkt h\u00e4tten auch Studierende. \u201eDeshalb muss es auch in Universit\u00e4tsst\u00e4dten eine gezielte F\u00f6rderung f\u00fcr den Neubau von Studi-Wohnungen geben\u201c, so Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus warnt die IG BAU Hamburg vor \u201eWohnarmut im Alter\u201c. Sie hat dabei die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge im Blick: rund 28.300 Baby-Boomer im Kreis Herzogtum Lauenburg, die nach Berechnungen des Pestel-Instituts bis 2035 komplett in Rente sein werden. \u201eViele der Baby-Boomer im Herzogtum bekommen nur eine niedrige Rente. Denn sie haben oft Phasen von Arbeitslosigkeit hinter sich. Au\u00dferdem haben sie ganz h\u00e4ufig auch f\u00fcr niedrige L\u00f6hne gearbeitet. Wenn die Baby-Boomer in den n\u00e4chsten Jahren in Rente gehen, werden etliche sich ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten k\u00f6nnen: Sie wohnen sich regelrecht arm\u201c, sagt Achim Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Die IG BAU warnt vor einer weiteren Versch\u00e4rfung auf dem Wohnungsmarkt. \u201eMieten kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Das muss sich \u00e4ndern. Wir brauchen wieder sinkende und damit bezahlbare Mieten\u201c, fordert IG BAU-Bezirkschef Bartels. Ein wichtiger Schritt, um dahin zu kommen, seien mehr Sozialwohnungen. \u201eNur mehr g\u00fcnstiger Wohnraum sorgt f\u00fcr Druck auf die Mieten am Markt. Der Neubau von Sozialwohnungen muss zur politischen Herzenssache und zur Sache der politischen Vernunft werden\u201c, so Achim Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eSoziale Wohn-Monitor\u201c vom Pestel-Institut nenne dabei eine erste Zielmarke: die Verdopplung von derzeit 1 auf 2 Millionen Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des n\u00e4chsten Jahrzehnts. F\u00fcr Schleswig-Holstein bedeute das konkret: \u201eBis 2035 muss es in ganz Schleswig-Holstein 67.400 Sozialwohnungen geben\u201c, so Achim Bartels. Der \u201eSoziale Wohn-Monitor\u201c lege damit eine deutliche Messlatte: 2.800 zus\u00e4tzliche Sozialwohnungen f\u00fcr Schleswig-Holstein pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Um diese Zielmarke bei den Sozialwohnungen zu erreichen, sei eine intensive F\u00f6rderung durch den Bund und das Land Schleswig-Holstein notwendig. \u201eDie F\u00f6rdergelder des Bundes m\u00fcssen dabei schon gleich zum Baubeginn bereitstehen. Sie d\u00fcrfen nicht erst \u00fcber Jahre verteilt ausgesch\u00fcttet werden\u201c, fordert Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Punkt seien auch die Baukosten: Um g\u00fcnstiger bauen zu k\u00f6nnen, biete der Regelstandard \u201eErleichtertes Bauen\u201c eine ideale L\u00f6sung. \u201eEs geht darum, einfacher zu bauen \u2013 und damit f\u00fcrs gleiche Geld mehr Sozialwohnungen bauen zu k\u00f6nnen. Und das trotzdem in guter Qualit\u00e4t, mit niedrigen Instandhaltungskosten\u201c, erl\u00e4utert Achim Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem m\u00fcsse das Land eine \u00f6ffentliche Statistik f\u00fchren: \u201eEs ist wichtig, zu wissen, wo in Schleswig-Holstein wie viele Sozialwohnungen pro Monat neu gebaut worden sind\u201c, sagt der Vorsitzende der IG BAU Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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