{"id":7932,"date":"2018-10-15T10:08:53","date_gmt":"2018-10-15T08:08:53","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=7932"},"modified":"2018-10-15T10:08:53","modified_gmt":"2018-10-15T08:08:53","slug":"wenn-die-knochen-duenn-und-bruechig-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/10\/15\/wenn-die-knochen-duenn-und-bruechig-werden\/","title":{"rendered":"Wenn die Knochen d\u00fcnn und br\u00fcchig werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Osteoporose ist weltweit die h\u00e4ufigste Knochenerkrankung. Auch in Deutschland ist sie verbreitet: Nach Expertensch\u00e4tzungen sind mehr als sechs Millionen Menschen hierzulande betroffen, Tendenz steigend. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, kl\u00e4rt \u00fcber Osteoporose und m\u00f6gliche Therapiema\u00dfnahmen auf. Au\u00dferdem wei\u00df er, wie jeder sein Osteoporose-Risiko verringern kann.<\/p>\n<p><strong>Was ist Osteoporose?<\/strong><\/p>\n<p>Osteoporose bedeutet w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt \u201epor\u00f6ser Knochen\u201c und wird daher im Volksmund h\u00e4ufig als Knochenschwund bezeichnet. Es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit, bei der der K\u00f6rper verst\u00e4rkt Knochensubstanz abbaut. In der Regel nimmt die Knochenmasse bis zum 30. Lebensjahr zu. Ab dann verlieren gesunde Menschen pro Jahr 0,5 bis 1 Prozent. \u201eDas ist aber v\u00f6llig normal\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Wolfgang Reuter. \u201eBei Osteoporose-Patienten geht die Knochendichte, also die Knochenmasse pro Volumeneinheit, pro Jahr im Extremfall bis zu sechs Prozent zur\u00fcck.\u201c Als Folge k\u00f6nnen dann bereits bei geringen Belastungen oder einfachen St\u00fcrzen die Knochen brechen.<\/p>\n<p><strong>Ursachen und Risikofaktoren<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4rzte unterscheiden zwei Formen der Osteoporose: die prim\u00e4re und die sekund\u00e4re. Die prim\u00e4re Form tritt in 95 Prozent der F\u00e4lle auf. Sie entsteht einerseits bei Frauen in den Wechseljahren durch einen Mangel an \u00d6strogen, das f\u00fcr den Knochenaufbau wichtig ist. Andererseits kann sich bei M\u00e4nnern und Frauen gleicherma\u00dfen mit zunehmendem Alter der Knochenabbau erh\u00f6hen, besonders ab dem 70. Lebensjahr. Mediziner sprechen dann auch von seniler Osteoporose. In den \u00fcbrigen F\u00e4llen liegt eine sekund\u00e4re Osteoporose vor. Hier tritt der Knochenschwund als Folge anderer Erkrankungen \u2013 etwa Arthrose, Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion \u2013 oder aufgrund einer dauerhaften Einnahme von Medikamenten, wie Kortison oder Antidepressiva, auf. Zus\u00e4tzlich beg\u00fcnstigen weitere Faktoren beide Formen der Osteoporose: Beispielsweise sind Frauen aufgrund ihrer feiner gebauten Knochen generell h\u00e4ufiger betroffen. Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle. \u201eHatte ein Elternteil bereits mit Knochenschwund zu k\u00e4mpfen, ist das Risiko f\u00fcr die Kinder erh\u00f6ht\u201c, wei\u00df Reuter. Nicht zuletzt kann auch ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung, ungesunder Ern\u00e4hrung, Rauchen oder \u00dcbergewicht Osteoporose beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p><strong>Symptome und Diagnose<\/strong><\/p>\n<p>Das T\u00fcckische an dieser Krankheit ist, dass sie schleichend auftritt und lange ohne Symptome bleibt. \u201eEin ungewollter Gewichtsverlust um mehr als zehn Prozent oder Knochenbr\u00fcche bei geringen Belastungen k\u00f6nnen erste Anzeichen sein\u201c, so Reuter. H\u00e4ufig kommt es dann zu einem Oberschenkelhalsbruch oder zu einer Fraktur von Wirbelk\u00f6rpern. Um derart schwerwiegende Folgen zu vermeiden, ist es wichtig, die Krankheit so fr\u00fch wie m\u00f6glich zu erkennen. Ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik ist die Knochendichtemessung (DXA). R\u00f6ntgenstrahlen durchleuchten dabei die Lendenwirbels\u00e4ule und den Oberschenkelhals. So ermitteln die \u00c4rzte den sogenannten T-Wert. \u201eEr gibt an, um wie viele Einheiten die Knochendichte vom Standard T-Wert 0 \u2013 dem Wert einer 30-j\u00e4hrigen Person \u2013 abweicht. Ab einem T-Wert von -2,5 liegt eine Osteoporose vor\u201c, erkl\u00e4rt Reuter.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4ventions- und Therapiema\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p>Um der Krankheit vorzubeugen, r\u00e4t der DKV Experte zu einem gesunden Lebensstil. Die Basis daf\u00fcr ist eine ausgewogene Ern\u00e4hrung. Vor allem Kalzium und Vitamin D sind wichtig f\u00fcr starke Knochen. \u201eGute Kalzium-Lieferanten sind zum Beispiel Milchprodukte, Spinat oder Brokkoli\u201c, so Reuter. \u201eGute Quellen f\u00fcr Vitamin D sind fettreicher Fisch, Eier oder Butter. Zudem ist Sonnenlicht sehr hilfreich. Denn mithilfe der Sonne bildet der K\u00f6rper Vitamin D von selbst.\u201c Dar\u00fcber hinaus ist regelm\u00e4\u00dfige Bewegung wichtig. Spazieren gehen etwa oder Schwimmen wirken sich positiv auf die Knochenstruktur aus und f\u00f6rdern Muskelkraft und Koordination. Da Rauchen dem Knochenaufbau schadet, besser ganz darauf verzichten. Wer bereits die Diagnose Osteoporose erhalten hat, sollte sp\u00e4testens dann auf eine gesunde Lebensweise setzen. Bei einer fortgeschrittenen Osteoporose verschreiben \u00c4rzte den Patienten meist Medikamente, die die Knochen st\u00e4rken und den Abbau aufhalten. Schmerzen lassen sich beispielsweise durch Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac lindern. Auch physikalische Therapiema\u00dfnahmen wie Massagen sowie K\u00e4lte- oder W\u00e4rmebehandlungen k\u00f6nnen helfen. \u201eWer Symptome bei sich bemerkt, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Je fr\u00fcher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto weniger beeintr\u00e4chtigt sie den Alltag und das Lebensgef\u00fchl\u201c, schlie\u00dft der DKV Experte ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Osteoporose ist weltweit die h\u00e4ufigste Knochenerkrankung. Auch in Deutschland ist sie verbreitet: Nach Expertensch\u00e4tzungen sind mehr als sechs Millionen Menschen hierzulande betroffen, Tendenz steigend. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, kl\u00e4rt \u00fcber Osteoporose und m\u00f6gliche Therapiema\u00dfnahmen auf. Au\u00dferdem wei\u00df er, wie jeder sein Osteoporose-Risiko verringern kann. Was ist Osteoporose? 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