{"id":77803,"date":"2025-11-17T09:42:55","date_gmt":"2025-11-17T08:42:55","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=77803"},"modified":"2025-11-18T08:55:29","modified_gmt":"2025-11-18T07:55:29","slug":"krankenhaus-geesthacht-ratsversammlung-geesthacht-fasst-beschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/11\/17\/krankenhaus-geesthacht-ratsversammlung-geesthacht-fasst-beschluss\/","title":{"rendered":"Krankenhaus Geesthacht &#8211; Ratsversammlung Geesthacht fasst Beschluss"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geesthacht (pm).<\/strong> Sie wollen das Geesthachter Krankenhaus mit allen seinen Fachabteilungen erhalten, dar\u00fcber sind sich die Geesthachter Stadtpolitik und Stadtverwaltung einig &#8211; und das haben sie auch im Vorfeld der j\u00fcngsten Ratsversammlung (14. November 2025) unter anderem durch entsprechende Antr\u00e4ge deutlich gemacht. Mit den Stimmen der antragstellenden Fraktionen SPD, B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und BfG sowie der Ratsmitglieder der FDP, denen sich auch ein CDU-Mitglied anschloss, wurde B\u00fcrgermeister Olaf Schulze nun damit beauftragt, Chancen und Risiken einer eventuellen Kommunalisierung des Krankenhauses auszuloten unter Einbeziehung des Kreises Herzogtum Lauenburg und der Stadt Geesthacht. Ziel der Gespr\u00e4che soll es zudem beispielsweise sein, dass das im ersten Insolvenzverfahren entwickelte Konzept f\u00fcr das Geesthachter Krankenhaus umgesetzt wird. Dieses sah unter anderem vor, die Geburtshilfe sogar auszubauen, statt sie zu schlie\u00dfen, wie der aktuelle Eigent\u00fcmer f\u00fcr M\u00e4rz 2026 angek\u00fcndigt hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_71209\" aria-describedby=\"caption-attachment-71209\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-71209\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Krankenhaus-Geesthacht-2025-b-600x320.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Krankenhaus-Geesthacht-2025-b-600x320.jpg 600w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Krankenhaus-Geesthacht-2025-b-768x409.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Krankenhaus-Geesthacht-2025-b.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-71209\" class=\"wp-caption-text\">Krankenhaus Geesthacht. Foto: Anders<\/figcaption><\/figure>\n<p>B\u00fcrgermeister Olaf Schulze betonte w\u00e4hrend der Sitzung, die auch live \u00fcber die Plattform Youtube \u00fcbertragen wurde und in die phasenweise mehr als 200 Endger\u00e4te eingew\u00e4hlt waren: &#8222;Als B\u00fcrgermeister ist es meine Pflicht, Themen in unterschiedlichste Richtungen anzudenken und l\u00f6sungsorientiert \u00fcber den Tellerrand zu schauen. Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen viele Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, das gesellschaftliche Engagement ist gro\u00df. Die Geesthachterinnen und Geesthachter stehen zu ihrem Krankenhaus und setzen sich f\u00fcr dessen Erhalt ein &#8211; das sieht man unter anderem an der Petition f\u00fcr den Erhalt des Krankenhauses, die in kurzer Zeit breite Unterst\u00fctzung fand. Vielen Dank daf\u00fcr. Bis kurz vor Beginn der Ratsversammlung habe ich noch mit unterschiedlichen Akteuren gesprochen &#8211; und es zeichnet sich ab: Vielleicht ist es m\u00f6glich, das Krankenhaus unter Beteiligung der Stadt Geesthacht fortzuf\u00fchren&#8220;, sagte Olaf Schulze, der aber auch deutlich machte: &#8222;Klar ist, dass noch viele Fragen offen sind. In welcher Form kann sich die Stadt beteiligen? Die Haushaltslage der Stadt ist nicht gut. Wer unterst\u00fctzt die Idee? Was ist auf Landes- und Kreisebene noch m\u00f6glich?&#8230; Aber klar ist auch: Stadtverwaltung und Stadtpolitik gehen diesen Weg nur gemeinsam. Und wir engagieren uns f\u00fcr ein Krankenhaus, in dem Patientinnen und Patienten auch in der Geburtshilfe, der Gyn\u00e4kologie und der Zentralen Notaufnahme behandelt werden. Eine Reduzierung der Angebote vor Ort, wie sie vom derzeitigen Inhaber ins Gespr\u00e4ch gebracht wurden, ist f\u00fcr uns inakzeptabel.&#8220;<\/p>\n<p>Zur Einordnung: Investor Thomas P\u00f6tzsch, der das Krankenhaus im Juli 2025 \u00fcbernommen hat, k\u00fcndigte inzwischen an, dass bereits 2026 mehrere Fachabteilungen des Krankenhauses geschlossen werden k\u00f6nnten. Ende Oktober 2025 wurde erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung er\u00f6ffnet. Bereits im September 2024 wurde f\u00fcr das Krankenhaus Geesthacht, das MVZ, die Geriatrie und das Seniorenzentrum, die damals noch von den Johannitern betrieben worden waren, Insolvenz angemeldet worden. Geesthachts Verwaltungsspitze hatte sich daraufhin gemeinsam mit der Lokalpolitik auf unterschiedlichsten Ebenen f\u00fcr den Erhalt des medizinischen Angebots in Geesthacht eingesetzt &#8211; obgleich die Krankenhausversorgung keine Aufgabe der Stadt ist, sondern Kreis und Land diese sicherstellen m\u00fcssen. Dieses Engagement f\u00fchren Stadtverwaltung und Stadtpolitik fort, seitdem erneut von m\u00f6glichen Abteilungsschlie\u00dfungen die Rede ist. Im Sozialausschuss des Landes Schleswig-Holstein hatte Thomas P\u00f6tzsch erst am 6. November 2025 angek\u00fcndigt, Geburtshilfe und Notaufnahme zum Ende M\u00e4rz 2026 schlie\u00dfen zu wollen.<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt der Diskussionen am 14. November in der Sitzung der Ratsversammlung bildete daher auch die Positionierung f\u00fcr den Erhalt dieser zur Diskussion stehenden Abteilungen. Denn die den Antrag unterst\u00fctzenden Parteien sind sich einig: Alle Fachabteilungen des Krankenhauses sind f\u00fcr die gesundheitliche Versorgung der Menschen der Region unabdingbar &#8211; und zwar f\u00fcr Einwohnende Geesthachts, des Kreises Herzogtum Lauenburg, des n\u00f6rdlichen Niedersachsens und Mecklenburg-Vorpommers sowie des s\u00fcdlichen Hamburgs. Die Geburtshilfe des Krankenhauses ist bereits mehrfach f\u00fcr ihre gute Qualit\u00e4t ausgezeichnet worden, sorgt mit dem neuen Konzept eines Geburtszirkels bundesweit positiv f\u00fcr Aufsehen und ist die letzte verbliebene im Kreis Herzogtum Lauenburg. Auf diese Abteilung k\u00f6nne genauso wenig verzichtet werden, wie auf die Notaufnahme, die ca 1400 Patientinnen und Parienten im Monat beziehungsweise ca 17500 im Jahr versorgt.<\/p>\n<p>Olaf Schulze, der schon w\u00e4hrend des ersten Insolvenzverfahrens mitwirkte, dass Kooperationen des Geesthachter Krankenhauses mit der Vamed-Klinik Geesthacht, dem Krankenhaus L\u00fcneburg sowie dem Land Mecklenburg-Vorpommern zustande kamen, betonte zudem. &#8222;Es ist wichtig, dass wir weiterhin in Gespr\u00e4che gehen und dass wir weiterhin Kooperationen f\u00fchren. Erst vor wenigen Tagen habe ich wieder mit Vamed gesprochen &#8211; sie k\u00f6nnen sich weiterhin eine Zusammenarbeit vorstellen. \u00a0Ich werde au\u00dferdem gerne pr\u00fcfen, ob wir eine Form der Beteiligung der Bev\u00f6lkerung und der Mitarbeitenden erreichen k\u00f6nnen. Lassen Sie uns zusammenstehen und gemeinsam handeln.<\/p>\n<p>Politik und B\u00fcrgermeister dankten zudem dem Personal des Krankenhauses, dass trotz der schwierigen Situation w\u00e4hrend der ersten Insolvenz und auch jetzt weiterhin zu dem Standort stehe und nicht abwandere. \u00a0&#8222;Wir k\u00f6nnen nichts versprechen, aber es lohnt sich zu f\u00fcr den Medizinstandort Geesthacht zu k\u00e4mpfen &#8211; und das machen wir!&#8220;<\/p>\n<p>Der genaue Wortlaut des Beschlusses, der am 14. November mehrheitlich beschlossen wurde: Das Geesthachter Krankenhaus ist f\u00fcr die Versorgung im Kreis Herzogtum Lauenburg und f\u00fcr die umliegenden \u00f6stlichen und s\u00fcdlichen Region unverzichtbar.<\/p>\n<p>Die Ratsversammlung fordert, den Weg frei zu machen f\u00fcr einen neuen Betreiber, der den bestehenden Versorgungsauftrag und das vorgelegte Sanierungskonzept ernst nimmt und erf\u00fcllt. Der B\u00fcrgermeister wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen die M\u00f6glichkeit und Rahmenbedingungen f\u00fcr eine gemeinsame Unterst\u00fctzung des Krankenhauses durch Land, Kreis und Stadt auszuloten und dazu Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Ziel dieser Gespr\u00e4che ist, das im ersten Insolvenzverfahren entwickelte Konzept f\u00fcr das Geesthachter Krankenhaus durch einen geeigneten Betreiber umzusetzen. Dazu geh\u00f6rt auch Chancen und Risiken einer eventuellen Rekommunalisierung von Stadt und Kreis zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Die \u00f6rtlichen Landtags- und Bundestagsabgeordneten werden aufgefordert, sich f\u00fcr den Erhalt des Geesthachter Krankenhauses als Krankenhaus der Vollversorgung einzusetzen, die angestrebten Kooperationen nach Kr\u00e4ften zu f\u00f6rdern und die Umsetzung des Sanierungskonzepts aus dem ersten Insolvenzverfahren zu unterst\u00fctzen. Die Ratsversammlung erkl\u00e4rt sich solidarisch mit den Besch\u00e4ftigten des Krankenhauses.<\/p>\n<p>Die Ratsversammlung ist &#8211; vorbehaltlich entsprechender Genehmigungen durch das Land &#8211; bereit, einen Beitrag zum Erhalt des Geesthachter Krankenhauses mit Geburtshilfe, Gyn\u00e4kologie und Notfallmedizin auf der Grundlage des Sanierungskonzepts und der angebahnten Kooperationen zu leisten. Zust\u00e4ndiger Ausschuss f\u00fcr vorbereitende Beratungen und Berichte des B\u00fcrgermeisters ist der Hauptausschuss. Aufwendungen f\u00fcr ben\u00f6tigte Beratungsleistungen sind durch Umschichtungen aus den Haushaltspositionen zum Beispiel f\u00fcr Fortbildung, Fraktionsmittel und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu finanzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm). Sie wollen das Geesthachter Krankenhaus mit allen seinen Fachabteilungen erhalten, dar\u00fcber sind sich die Geesthachter Stadtpolitik und Stadtverwaltung einig &#8211; und das haben sie auch im Vorfeld der j\u00fcngsten Ratsversammlung (14. November 2025) unter anderem durch entsprechende Antr\u00e4ge deutlich gemacht. 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