{"id":76292,"date":"2025-09-19T04:20:08","date_gmt":"2025-09-19T03:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=76292"},"modified":"2025-09-20T09:59:40","modified_gmt":"2025-09-20T08:59:40","slug":"erntebilanz-2025-schleswig-holsteins-landwirte-melden-ueberdurchschnittliche-getreideertraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/09\/19\/erntebilanz-2025-schleswig-holsteins-landwirte-melden-ueberdurchschnittliche-getreideertraege\/","title":{"rendered":"Erntebilanz 2025: Schleswig-Holsteins Landwirte melden \u00fcberdurchschnittliche Getreideertr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Schleswig-Holsteins Landwirtinnen und Landwirte haben 2025 insgesamt eine deutlich bessere Ernte eingefahren als im Vorjahr. Die Ertr\u00e4ge bei den Hauptgetreidearten liegen \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Besonders die fl\u00e4chenstarken Kulturen Winterweizen und Wintergerste zeigen deutliche Mengensteigerungen. W\u00e4hrend Wintergerste zudem in guter Qualit\u00e4t geerntet werden konnte, f\u00fchrten wiederholte Regenunterbrechungen beim Winterweizen zu Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen, sodass ein erheblicher Teil nicht als Brotgetreide vermarktet werden kann. Die Erntebilanz f\u00fcr Getreide und Raps wurde heute (18. September) auf der Landespressekonferenz vom Landwirtschaftsministerium, dem Statistikamt Nord, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und dem Bauernverband Schleswig-Holstein vorgestellt.<\/p>\n<p>Werner Schwarz, Minister f\u00fcr Landwirtschaft, l\u00e4ndliche R\u00e4ume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV): \u201eDie diesj\u00e4hrige Ernte zeigt, dass g\u00fcnstige Wetterbedingungen h\u00f6here Ertr\u00e4ge erm\u00f6glicht haben. Gleichzeitig bleibt die Landwirtschaft stark wetter- und klimabedingten Risiken ausgesetzt. Nach l\u00e4ngerer Trockenheit kam der Regen um den Monatswechsel Mai\/Juni gerade noch rechtzeitig. Im Juli erschwerte der Regen aber die Ernte von Weizen und Raps und wirkte sich auf die Qualit\u00e4ten und damit Erl\u00f6se aus. Angesichts sich \u00e4ndernder Witterungsbedingungen setzen wir konsequent auf Forschung, praxisnahe Beratung und das Wissen vor Ort \u2013 etwa \u00fcber das Kompetenzzentrum f\u00fcr klimaeffiziente Landwirtschaft. Unser Ziel ist klar: wirtschaftliche Stabilit\u00e4t, Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander in Einklang zu bringen.&#8220;<\/p>\n<p>Ute Volquardsen, Pr\u00e4sidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: \u201eWir ziehen f\u00fcr die Ernte 2025 eine gemischte Bilanz: Trotz zufriedenstellender Ertr\u00e4ge belasten niedrige Getreidepreise und gestiegene Produktionskosten die wirtschaftliche Lage der Betriebe erheblich &#8211; und das bereits im dritten Jahr in Folge. Besonders die Qualit\u00e4tsverluste beim Weizen durch Regen und der anhaltende Preisdruck auf den Weltm\u00e4rkten versch\u00e4rfen die Situation in diesem Jahr. Bei einem Weizenertrag von 90 dt\/ha und einem Preis von 170 Euro\/t f\u00fcr Brotweizen ergibt sich abz\u00fcglich aller Kosten ein Verlust von mehr als 400 Euro pro Hektar im Ackerbau. Bei einem Futterweizenpreis von rund 150 Euro\/t ist der Verlust noch gr\u00f6\u00dfer. Die Landwirtschaft muss sich auf Ertragsrisiken im Anbau und Marktunsicherheiten mehr denn je einstellen. Mit gezielter Sortenwahl, mehr Fruchtfolge, Technikinnovationen und praxisnaher Beratung zeigen wir als Landwirtschaftskammer, wie Betriebe Risiken streuen und sich noch besser auf Wetterextreme und die Anforderungen der M\u00e4rkte einstellen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Malte Jacobsen, Vizepr\u00e4sident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein: \u201eDie diesj\u00e4hrige Ernte war in Schleswig-Holstein vielerorts durchwachsen und gespickt mit H\u00f6hen und Tiefen. Die Ertr\u00e4ge sind durchaus zufriedenstellend, doch die Qualit\u00e4ten &#8211; vor allem beim Weizen &#8211; haben durch die anhaltende Regenperiode w\u00e4hrend der Haupterntezeit deutlich gelitten. Gro\u00dfe Sorgen bereitet uns die aktuelle Marktsituation. Die Preislage auf den internationalen Getreidem\u00e4rkten bleibt katastrophal. Gute bis sehr gute Ernteprognosen in den USA, Russland als auch in der EU sowie gro\u00dfe Lagerbest\u00e4nde dr\u00fccken die Preise. Schleswig-Holsteins Landwirtschaft ist unmittelbar in den Welthandel eingebunden. Stark gestiegene Preise f\u00fcr Betriebsmittel und zahlreiche b\u00fcrokratische H\u00fcrden schw\u00e4chen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Landwirtschaft. Unsere B\u00e4uerinnen und Bauern k\u00f6nnen im Ackerbau nicht kostendeckend produzieren. Wir w\u00fcnschen uns weitere beherzte Schritte der Politik, \u00fcberfl\u00fcssige B\u00fcrokratie noch intensiver abzubauen.&#8220;<\/p>\n<p>Zahlen und Fakten zur Getreideernte 2025 in Schleswig-Holstein:<\/p>\n<p>Nach Angaben des Statistikamts Nord wurde in diesem Jahr auf rund 286.000 Hektar Getreide angebaut \u2013 mehr als im Vorjahr (272.000 Hektar). Die Gesamterntemenge (ohne K\u00f6rnermais und Corn-Cob-Mix) wird auf rund 2,4 Millionen Tonnen gesch\u00e4tzt, ein Plus von 391.000 Tonnen gegen\u00fcber 2024.<\/p>\n<p>Winterweizen bleibt die bedeutendste Getreideart. Auf einer deutlich vergr\u00f6\u00dferten Fl\u00e4che von 135.400 Hektar (plus 20 Prozent) wurden \u00fcber 1,2 Millionen Tonnen geerntet \u2013 rund 36 Prozent mehr als im Vorjahr, aber leicht unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Die Ernte wurde durch Regenf\u00e4lle immer wieder unterbrochen, was zu teils schwankenden Qualit\u00e4ten f\u00fchrte und die Erl\u00f6se dr\u00fcckte.<\/p>\n<p>Wintergerste wurde auf 70.100 Hektar angebaut, leicht unter dem Vorjahr (minus 4 Prozent). Mit einem Hektarertrag von rund 88,6 dt\/ha liegt sie rund zwei Dezitonnen unter dem Winterweizen. Die Gesamternte von rund 621.000 Tonnen liegt auf dem Niveau des Vorjahres und leicht \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt (plus 1 Prozent).<\/p>\n<p>Roggen (einschlie\u00dflich Wintermenggetreide) wird mit 254.000 Tonnen gesch\u00e4tzt, ein Plus von 38 Prozent gegen\u00fcber 2024.<\/p>\n<p>Sommergetreide wie Hafer, Sommerweizen und Sommergerste bringt voraussichtlich 260.000 Tonnen (minus 10 Prozent), bedingt durch die geringere Anbaufl\u00e4che (minus 21 Prozent) nach der besonders hohen Aussaat im Vorjahr.<\/p>\n<p>Winterraps erreichte mit 38,1 dt\/ha einen leicht unterdurchschnittlichen Ertrag, konnte aber gegen\u00fcber 2024 um 17 Prozent gesteigert werden. Die Gesamternte liegt bei rund 239.000 Tonnen, leicht \u00fcber dem Vorjahr, obwohl die Anbaufl\u00e4che um 11 Prozent kleiner war. Damit bleibt Raps nach Winterweizen und Wintergerste die drittwichtigste Marktfrucht in Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Damit bleibt Schleswig-Holsteins Landwirtschaft trotz wechselhafter Witterung und Klimarisiken leistungsstark und zukunftsf\u00e4hig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). Schleswig-Holsteins Landwirtinnen und Landwirte haben 2025 insgesamt eine deutlich bessere Ernte eingefahren als im Vorjahr. Die Ertr\u00e4ge bei den Hauptgetreidearten liegen \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Besonders die fl\u00e4chenstarken Kulturen Winterweizen und Wintergerste zeigen deutliche Mengensteigerungen. 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