{"id":76056,"date":"2025-09-10T08:19:05","date_gmt":"2025-09-10T07:19:05","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=76056"},"modified":"2025-09-10T08:19:05","modified_gmt":"2025-09-10T07:19:05","slug":"energiespar-sanierung-von-wohnungen-im-herzogtum-wuerde-358-mio-euro-pro-jahr-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/09\/10\/energiespar-sanierung-von-wohnungen-im-herzogtum-wuerde-358-mio-euro-pro-jahr-kosten\/","title":{"rendered":"Energiespar-Sanierung von Wohnungen im Herzogtum w\u00fcrde 358\u00a0Mio. Euro pro Jahr kosten"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).\u00a0<\/strong>Viele H\u00e4user im Herzogtum brauchen bald viele Handwerker: Die Wohngeb\u00e4ude sind enorm in die Jahre gekommen. Von den insgesamt rund 98.900\u00a0Wohnungen im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 56\u00a0Prozent schon 45\u00a0Jahre oder \u00e4lter: Rund 55.400\u00a0Wohnungen in Altbauten sind damit mehr oder weniger \u201ereif f\u00fcr eine Sanierung\u201c. Das geht aus der aktuellen Analyse zum regionalen Wohnungsbestand hervor, die das Pestel-Institut gemacht hat.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt bei dem \u201eGeb\u00e4ude-Check\u201c: der Energieverbrauch. \u201eJe mehr Geld Bewohner f\u00fcrs Heizen und f\u00fcr warmes Wasser ausgeben m\u00fcssen, desto h\u00f6her ist der Druck, das Haus energetisch zu sanieren\u201c, sagt Matthias G\u00fcnther vom Pestel-Institut. Im Fokus der Untersuchung steht deshalb auch die durchschnittlich verbrauchte Energie pro Quadratmeter Wohnfl\u00e4che im Herzogtum.<\/p>\n<p>\u201eDabei herausgekommen ist, dass die Wohngeb\u00e4ude im Kreis Herzogtum Lauenburg beim Energieverbrauch 1,7\u00a0Prozent pro Quadratmeter unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen\u201c, so Matthias G\u00fcnther. Dazu habe das Pestel-Institut in seiner Datenanalyse die Struktur der Wohngeb\u00e4ude im Herzogtum mit dem Bundesdurchschnitt verglichen. Wichtig sei dabei insbesondere die Altersstruktur der Wohngeb\u00e4ude. Ebenso der Geb\u00e4udetyp \u2013 also die Anzahl der Ein- und Zweifamilienh\u00e4user sowie der Mehrfamilienh\u00e4user.<\/p>\n<p>Der Energieverbrauch f\u00fcrs Wohnen ist nach Angaben des Pestel-Instituts der entscheidende Richtwert f\u00fcr die Energiespar-Sanierungen, die in den kommenden Jahren noch auf den Kreis Herzogtum Lauenburg zukommen: \u201eImmerhin sei es das Ziel, den gesamten Geb\u00e4udebestand in Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. Wenn das Herzogtum bis dahin klimaneutral wohnen soll, dann ist es notwendig, bei den Sanierungen in den \u201aTurbo-Gang\u2018 zu schalten\u201c, so Matthias G\u00fcnther vom Pestel-Institut, das die Regional-Untersuchung zur Sanierung von Wohngeb\u00e4uden im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) gemacht hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Hauseigent\u00fcmer bedeute dies, in die Tasche greifen zu m\u00fcssen: \u201ePro Jahr sollte sich der Kreis Herzogtum Lauenburg auf rund 358\u00a0Millionen Euro Sanierungskosten einstellen \u2013 allein f\u00fcrs Energiesparen. Und das zwanzig Jahre lang\u201c, erkl\u00e4rt Matthias G\u00fcnther. Basis der Berechnungen ist eine bundesweite Studie des landeseigenen Bauforschungsinstituts \u201eARGE f\u00fcr zeitgem\u00e4\u00dfes Wohnen\u201c in Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel spricht von einem \u201eMammut-Projekt f\u00fcr den Kreis Herzogtum Lauenburg\u201c. Dessen Pr\u00e4sidentin Katharina Metzger fordert deshalb jetzt \u201efinanziellen R\u00fcckenwind\u201c f\u00fcr die Eigent\u00fcmer: \u201eEntscheidend ist, dass mehr und mehr \u2013 gerade private \u2013 Hauseigent\u00fcmer mitziehen. Vor allem, dass sie sich Sanierungen \u00fcberhaupt erlauben k\u00f6nnen. Das klappt nur, wenn die Politik mehr Anreize schafft: Es ist h\u00f6chste Zeit, Energiespar-Sanierungen deutlich besser zu f\u00f6rdern als bislang.\u201c Auf keinen Fall d\u00fcrfe Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit ihren Pl\u00e4nen durchkommen, F\u00f6rderprogramme f\u00fcr die Sanierung zusammenzustreichen \u2013 und das um mehr als 3\u00a0Milliarden Euro.<\/p>\n<p>An die Adresse der Bundestagsabgeordneten aus dem Herzogtum und der Region appelliert der Baustoff-Fachhandel, sich in Berlin f\u00fcr einen \u201ePush bei der Geb\u00e4udesanierung\u201c stark zu machen: \u201eAltbau-Sanierungen w\u00fcrden helfen, Jobs auf dem Bau im Herzogtum zu sichern. Denn die Wohnungsbaukrise wird von Tag zu Tag schlimmer\u201c, so BDB-Pr\u00e4sidentin Katharina Metzger.<\/p>\n<p>Der Wohnungsbau sei wie gel\u00e4hmt: Zwar habe Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) versprochen, dass \u201edie Bagger auch wieder rollen\u201c. \u201eDoch auf den versprochenen Neubau-Turbo warten das Herzogtum und Schleswig-Holstein immer noch. Die Wohnungsbaukrise geht weiter. Dem Bau rutschen die Kapazit\u00e4ten weg: Bauarbeiter verlieren ihre Arbeit. Betriebe machen dicht. Diese Bau-Spirale nach unten muss vor allem der Bund jetzt dringend stoppen: Er muss die Konjunktur-Notbremse f\u00fcr den Bau ziehen\u201c, fordert Katharina Metzger. Gerade das Ankurbeln von Sanierungen und Modernisierungen gebe dem Bau einen wichtigen Schub, den dieser dringend brauche.<\/p>\n<p>Im Fokus muss dabei das Energiesparen stehen, so das Pestel-Institut. \u201eUm Heizkosten zu senken, sind die Dachd\u00e4mmung, neue Isolierfenster und W\u00e4rmepumpen das A und O. Dabei ist es bei einem alten Dach nicht so entscheidend, ob drei Zentimeter mehr oder weniger an D\u00e4mmung zwischen die Sparren passen. Hauptsache, ab der obersten Geschossdecke passiert \u00fcberhaupt etwas\u201c, sagt Institutsleiter G\u00fcnther.<\/p>\n<p>Wenn sich Eigent\u00fcmer entschlie\u00dfen, Handwerker ins Haus zu holen, dann biete es sich an, m\u00f6glichst umfassend zu sanieren: \u201eWenn Dach und Fassade gemacht werden m\u00fcssen, dann ist es nat\u00fcrlich g\u00fcnstiger, das Ger\u00fcst nur einmal aufbauen zu m\u00fcssen\u201c, r\u00e4t Katharina Metzger vom Bundesverband des Baustoff-Fachhandels.<\/p>\n<figure id=\"attachment_76057\" aria-describedby=\"caption-attachment-76057\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-76057\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katharina-Metzger-BDB-Praesidentin-hfr-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katharina-Metzger-BDB-Praesidentin-hfr-600x400.jpg 600w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katharina-Metzger-BDB-Praesidentin-hfr-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katharina-Metzger-BDB-Praesidentin-hfr.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-76057\" class=\"wp-caption-text\">Katharina Metzger &#8211; BDB-Pr\u00e4sidentin. Foto: BDB, hfr<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p>Es sei oft effektiver und unterm Strich in der Regel auch g\u00fcnstiger, m\u00f6glichst viel in einem Rutsch zu machen: \u201eAlso lieber im Rundumschlag sanieren als St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck \u00fcber Jahre verteilt. Das ist nat\u00fcrlich immer auch eine Frage des Portemonnaies\u201c, so Katharina Metzger. Es lohne sich aber, mit Handwerksbetrieben dar\u00fcber zu sprechen und ein Sanierungskonzept zu machen. Und wenn doch in Schritten saniert werde, dann in der richtigen Reihenfolge: \u201eErst die H\u00e4user energetisch fit machen \u2013 also d\u00e4mmen. Dann die W\u00e4rmepumpe\u201c, so Metzger.<\/p>\n<p>Neben der energetischen Sanierung biete sich vor allem auch der altersgerechte Umbau an, um Seniorenwohnungen zu schaffen. \u201eWer ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung hat, sollte rechtzeitig daf\u00fcr sorgen, dass er in den eigenen vier W\u00e4nden auch alt werden kann\u201c, r\u00e4t Katharina Metzger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm).\u00a0Viele H\u00e4user im Herzogtum brauchen bald viele Handwerker: Die Wohngeb\u00e4ude sind enorm in die Jahre gekommen. Von den insgesamt rund 98.900\u00a0Wohnungen im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 56\u00a0Prozent schon 45\u00a0Jahre oder \u00e4lter: Rund 55.400\u00a0Wohnungen in Altbauten sind damit mehr oder weniger \u201ereif f\u00fcr eine Sanierung\u201c. 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