{"id":75825,"date":"2025-09-07T05:39:58","date_gmt":"2025-09-07T04:39:58","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=75825"},"modified":"2025-09-03T08:51:33","modified_gmt":"2025-09-03T07:51:33","slug":"geschichten-aus-dampf-und-dynamit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/09\/07\/geschichten-aus-dampf-und-dynamit\/","title":{"rendered":"Geschichten aus Dampf und Dynamit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Am 27. und 28. September 2025 ist es wieder so weit: Die \u201eTage der Industriekultur am Wasser\u201c \u00f6ffnen zum achten Mal T\u00fcren zu faszinierenden Zeugnissen der Industriegeschichte in der Metropolregion Hamburg. Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg zeigt sich eindrucksvoll, wie stark Wasser und Industrie miteinander verbunden sind. Wir entdecken Orte, die sonst oft im Verborgenen bleiben. Technikbegeisterte, Familien und Kulturinteressierte erwartet ein spannendes Wochenende voller Geschichten, seltener Einblicke und Mitmachaktionen.<\/p>\n<p>Ihre Premiere bei den Tagen der Industriekultur feiert die Stadtbarkasse \u00bbPiep\u00ab. Sie ist schmal, schnell und wendig \u2013 und war 75 Jahre ein vertrauter Anblick im Hamburger Hafen. Jahrzehntelang transportierte sie als \u201eM\u00e4dchen f\u00fcr alles\u201c Menschen und Material durch den Hafen. Heute liegt sie in Geesthacht, gepflegt von Ehrenamtlichen und voller Erinnerungen. An diesem besonderen Wochenende nimmt sie G\u00e4ste mit auf nostalgische Elbfahrten \u2013 durch Wellen, Zeiten und Geschichten.<\/p>\n<p>Das Geesthacht-Museum zeigt die Industriegeschichte der Stadt, die Geesthacht heute zum gr\u00f6\u00dften Energiestandort in Norddeutschland gemacht hat. Bei einem Vortrag wird das Werk des Hamburger Architekten Hermann Distel in Geesthacht vorgestellt. Drei Jahrzehnte gestaltete er die Stadt mit seinen Bauten, in seinen letzten Jahren diente er sich dem NS-Regime an.<\/p>\n<p>Ein anderes Kapitel Geesthachter Geschichte sind die ehemaligen Sprengstofffabriken. Trotz vieler Zerst\u00f6rungen sind noch zahlreiche Relikte sichtbar. Ein Rundgang f\u00fchrt \u00fcber das Fabrikgel\u00e4nde in Kr\u00fcmmel auf den Spuren Alfred Nobels, der 1865 hier die erste Dynamitfabrik der Welt gr\u00fcndete und ein Jahr sp\u00e4ter das Dynamit erfand. Ziel ist der Wasserturm, 1916 zur Wasserversorgung einer Nitrozellulosefabrik errichtet. Bei der Tour \u201ePulver, Plastik und Raketen\u201c geht es in die Ruinenlandschaft der Besenhorster Sandberge, wo einst eine moderne Pulverfabrik stand.<\/p>\n<p>Auch das stillgelegte Kernkraftwerk Kr\u00fcmmel ist wieder dabei. Die Anlage war lange Zeit der st\u00e4rkste Siedewasserreaktor der Welt. Gef\u00fchrte Spazierg\u00e4nge rund um das Gel\u00e4nde sowie Vortr\u00e4ge erl\u00e4utern die Geschichte \u2013 vom Bau, \u00fcber den Betrieb, bis hin zur Stilllegung 2011 und dem R\u00fcckbau.<\/p>\n<p>Die Buchhorster Waldbahn, ist Teil einer ehemaligen Feldbahn, die einst Ziegelei, Tongruben, den Elbe-L\u00fcbeck-Kanal und eine Z\u00fcndholzfabrik verband. Von den urspr\u00fcnglichen f\u00fcnf Kilometern sind heute noch 1,1 Kilometer erhalten.\u00a0 Ehrenamtliche betreiben die Bahn und lassen sie an dem Wochenende mit historischen Geschichten aufleben. Eingesetzt werden Dieselloks der Baujahre 1956 bis 1964. Ein \u00fcppiges Kuchenbuffet wartet im alten Lokschuppen.<\/p>\n<p>Die D\u00fcckerschleuse Witzeeze, nur wenige Meter von Mecklenburg entfernt, ist eine der seltenen erhaltenen Stauschleusen. Das Wasser wurde mit lediglich einem Torpaar mehrere Tage gestaut, bevor die Pr\u00e4hme fahren konnten. Die Elbe-L\u00fcbeck-Kanal-Schleuse Witzeeze wird auch Hotopp\u00b4sche Schleuse genannt. Ihre Technik funktioniert nach einem Prinzip von Ludwig Hotopp allein mit Wasserkraft. Es werden ab der Elbe-L\u00fcbeck-Kanal-Schleuse gef\u00fchrte Wanderungen angeboten, bei denen das Prinzip der beiden Schleusen erl\u00e4utert wird.<\/p>\n<p>Ein Highlight f\u00fcr die ganze Familie ist der Schaufelraddampfer \u00bbKaiser Wilhelm\u00ab, einer der letzten fahrbereiten Raddampfer Deutschlands. Am Sonntag l\u00e4dt die Besatzung zum \u201eOpen Ship\u201c ein.<\/p>\n<p>Ein verborgenes Juwel ist das Wasser- und Dieselmotorenkraftwerk aus den 1920er-Jahren. Vier funktionst\u00fcchtige Motoren und eine restaurierte Wasserturbine k\u00f6nnen besichtigt werden. Ehrenamtliche stehen f\u00fcr Fragen zur Verf\u00fcgung und bringen den historischen Dieselgenerator zum Laufen. Unmittelbar daneben liegt die historische Palmschleuse, die \u00e4lteste Kammerschleuse Europas und Teil der alten Salzroute. Bis zu 12 K\u00e4hne konnten die Kammern der Schleuse aufnehmen. Fachkundige F\u00fchrungen zu beiden Orten werden das ganze Wochenende angeboten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_75826\" aria-describedby=\"caption-attachment-75826\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-75826\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KulturKiosk-Blohmstrasse.-Foto-Kulturkiosk-Blohmstrasse-hfr-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KulturKiosk-Blohmstrasse.-Foto-Kulturkiosk-Blohmstrasse-hfr-600x400.jpg 600w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KulturKiosk-Blohmstrasse.-Foto-Kulturkiosk-Blohmstrasse-hfr-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/KulturKiosk-Blohmstrasse.-Foto-Kulturkiosk-Blohmstrasse-hfr.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-75826\" class=\"wp-caption-text\">KulturKiosk Blohmstra\u00dfe. Foto Kulturkiosk Blohmstra\u00dfe, hfr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nicht weit entfernt, gleich an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern, gibt in Boizenburg der Frachter \u00bbMinna\u00ab sein Saisonfinale. Das traditionsreiche Binnenfrachtschiff wird zur B\u00fchne. Drei lokale Bands lassen die Saison auf dem Kulturschiff mit Musik ausklingen. Dort, wo einst Fracht verladen wurde, erklingen heute Gitarrenriffs, Stimmen, Rhythmen. Wer das Schiff betritt, sp\u00fcrt: Hier verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, Stahl und Klang.<\/p>\n<p>Mehr Informationen zur Anmeldung und zum Gesamtprogramm unter: <a href=\"http:\/\/www.tagederindustriekultur.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.tagederindustriekultur.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Am 27. und 28. 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