{"id":7571,"date":"2018-09-29T08:38:00","date_gmt":"2018-09-29T06:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=7571"},"modified":"2018-09-29T08:38:00","modified_gmt":"2018-09-29T06:38:00","slug":"landtagsabgeordnete-versprechen-mehr-geld-fuer-familienbildungsstaetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/09\/29\/landtagsabgeordnete-versprechen-mehr-geld-fuer-familienbildungsstaetten\/","title":{"rendered":"Landtagsabgeordnete versprechen mehr Geld f\u00fcr Familienbildungsst\u00e4tten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Hoher Besuch in der Familienbildungsst\u00e4tte Ratzeburg: Die Landtagsabgeordneten Klaus Schlie (CDU), Christopher Vogt (FDP), Burkhard Peters (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) sprachen mit Doris Kratz-Hinrichsen vom Diakonisches Werk Schleswig-Holstein (DW SH), Petra Woelky, Leiterin Familienbildungsst\u00e4tte Ratzeburg, Britta Sandler, Pastorin der Kirchengemeinde St. Georgsberg, Ulrike Walther vom Kuratorium der Familienbildungsst\u00e4tte und Marion Behrens, Verwaltungsangestellte und Elternbegleiterin sowie Koordinatorin der Familienpat*innen \u00fcber die finanziellen M\u00f6glichkeiten, insbesondere Kinder unter einem Jahr den bestm\u00f6glichen Start ins Leben zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Die Familienbildungsst\u00e4tten in Kreis und Land bieten Kindern ab der zehnten Lebenswoche und ihren Eltern Delfi-Kurse an, die den Aufbau einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kindern durch unterschiedliche Interaktionen f\u00f6rdern sollen. Die Kurse finden einmal pro Woche f\u00fcr eineinhalb Stunden statt und kosten in der Familienbildungsst\u00e4tte Ratzeburg zurzeit 32 Euro pro Monat.<\/p>\n<p>\u201eWir w\u00fcnschen uns, dass das Land zwei Millionen Euro f\u00fcr alle Familienbildungsst\u00e4tten in Schleswig-Holstein zu Verf\u00fcgung stellt\u201c, sagt Doris Kratz-Hinrichsen. \u201eDie jetzige Summe von 533.100 Euro werde den Anforderungen einer starken, an den Bed\u00fcrfnissen der Menschen orientierten Familienbildung nicht gerecht.\u201c Die Landes-Mittel wurden 2012 aufgrund von Haushaltskonsolidierungen drastisch gek\u00fcrzt und seitdem nicht wieder aufgestockt. Dabei ist es auch der Politik ein Anliegen, gen\u00fcgend Angebote f\u00fcr alle Kinder zu schaffen.<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen und wollen Chancengleichheit von Anfang an\u201c, so Petra Woelky. Das k\u00f6nne nur geleistet werden, wenn es kostenfreie Angebote g\u00e4be.\u00a0Deshalb w\u00fcnschen sich die Familienbildungsst\u00e4tten in Schleswig Holstein, durch eine Anhebung der Landes-F\u00f6rderung in die Lage versetzt zu werden, jeder Familie mit einem Neugeborenen Kind ein kostenfreies Angebot machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDar\u00fcberhinaus wird mehr Geld ben\u00f6tigt, um die Kursleiter*innen, die in den Familienbildungsst\u00e4tten eine so wichtige Arbeit f\u00fcr unsere Gesellschaft leisten, angemessen besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen. Aufgrund der zu geringen finanziellen Spielr\u00e4ume, ist es nicht m\u00f6glich, Kursleitungen fest anzustellen. Das m\u00f6chten wir unbedingt \u00e4ndern\u201c, so Woelky weiter.<\/p>\n<p>Die Politiker stimmten zu, dass insbesondere die fr\u00fche F\u00f6rderung von unter Einj\u00e4hrigen sp\u00e4ter enorme Folgekosten sparen w\u00fcrden, die entstehen k\u00f6nnen, wenn die Bindung im ersten Lebensjahr nicht gel\u00e4nge. \u201eDie Angebote der Familienbildungsst\u00e4tten sind ein Spiegelbild der Gesellschaft\u201c, sagte Klaus Schlie. \u201eEs werde immer notwendiger, auch angesichts der gesellschaftspolitischen Entwicklung, Kinder vom Beginn ihres Lebens an die M\u00f6glichkeit zu geben, zu starken Pers\u00f6nlichkeiten heranzuwachsen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin Antrag auf Erh\u00f6hung der Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Familienbildungsst\u00e4tten wird im Sozialausschuss des Landtages gestellt\u201c, informiert Burkhard Peters. \u201eWir werden partei\u00fcbergreifend eine vern\u00fcnftige Regelung finden\u201c.<\/p>\n<p>Dass der Antrag Aussicht auf Umsetzung hat, bekr\u00e4ftigt auch Christopher Vogt: \u201eUnsere Fraktion hat die Unterst\u00fctzung bereits zugesagt\u201c. Ob es am Ende die gew\u00fcnschten zwei Millionen Euro sind, sei aber jetzt noch nicht klar.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Familienbildungsst\u00e4tte Ratzeburg<\/strong><\/p>\n<p>In der Familienbildungsst\u00e4tte Ratzeburg gibt es derzeit elf Delfi-Kurse mit insgesamt 88 Kindern. \u201eDie Anfragen nach den Kursen sind sehr hoch\u201c, so Petra Woelky. Die FBS gibt es seit 1966. In diesem Jahr werden 280 Kurse mit rund 4000 Kursstunden angeboten, die von 60 Kursleiterinnen und -leitern angeboten werden. Erg\u00e4nzend zu den Kursen gibt es die Projekte wellcome, Familienpat*innen, fit f\u00fcr Familie, und das sehr gut angenommene Interkulturelle Eltern-Kind-Caf\u00e9. Die j\u00fcngsten Kurs-Teilnehmer*innen sind zehn Wochen alt (Mindestalter f\u00fcr die Delfi-Kurse), die \u00e4lteste Dame ist \u00fcber 90 Jahre alt und turnt schon 30 Jahre mit bei \u201eFit im Alter\u201c.<\/p>\n<p>Die Finanzierung der Familienbildungsst\u00e4tte Ratzeburg speist sich aus kirchlichen Mitteln, kommunalen Zusch\u00fcssen, Drittmitteln (Spenden), den Landesmitteln und zu 60 bis 70 Prozent aus Teilnahme-Beitr\u00e4gen. Dieses Missverh\u00e4ltnis zeigt deutlich, dass eine ausreichende Regel-Finanzierung der Familienbildung nicht gew\u00e4hrleistet ist. Deshalb bleibt zu hoffen, dass die Politik tats\u00e4chlich partei\u00fcbergreifend einer Erh\u00f6hung der F\u00f6rderung auf zwei Millionen Euro zustimmen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). 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