{"id":75653,"date":"2025-08-27T08:44:32","date_gmt":"2025-08-27T07:44:32","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=75653"},"modified":"2025-08-27T08:44:32","modified_gmt":"2025-08-27T07:44:32","slug":"ngg-startet-mdb-appell-gegen-abschaffung-vom-8-stunden-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/08\/27\/ngg-startet-mdb-appell-gegen-abschaffung-vom-8-stunden-tag\/","title":{"rendered":"NGG\u00a0 startet MdB-Appell gegen Abschaffung vom 8-Stunden-Tag"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).\u00a0<\/strong>Das Herzogtum schiebt ordentlich \u00dcberstunden: Rund 1,6 Millionen Stunden haben Besch\u00e4ftigte im vergangenen Jahr im Kreis Herzogtum Lauenburg zus\u00e4tzlich gearbeitet. Davon rund 850.000 \u00dcberstunden zum Nulltarif \u2013 ohne Bezahlung. Das geht aus dem \u201eArbeitszeit-Monitor\u201c hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) gemacht hat.<\/p>\n<p>Allein in Hotels und Gastst\u00e4tten im Kreis Herzogtum Lauenburg leisteten K\u00f6che, Kellnerinnen, Barkeeper &amp; Co. im vergangenen Jahr rund 29.000 \u00dcberstunden. Das hat das Pestel-Institut auf Basis einer Auswertung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ermittelt. Die Wissenschaftler haben dabei f\u00fcr das Herzogtum bundesweite Durchschnittswerte von Arbeitszeiten in der Gastronomie herangezogen. Demnach waren 52 Prozent aller im Kreis Herzogtum Lauenburg geleisteten \u00dcberstunden in Hotels, Restaurants, Gastst\u00e4tten und Bierg\u00e4rten unbezahlt.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft warnt: Der \u00dcberstundenberg im Herzogtum d\u00fcrfte demn\u00e4chst noch gr\u00f6\u00dfer werden. Grund seien Pl\u00e4ne der Bundesregierung, die Arbeitszeit neu zu regeln: \u201eSchwarz-Rot will eine w\u00f6chentliche H\u00f6chstarbeitszeit und den 8-Stunden-Tag abschaffen. Betriebe k\u00f6nnten von ihren Besch\u00e4ftigten dann verlangen, auch zehn, elf oder in der Spitze sogar 12 Stunden und 15 Minuten pro Tag zu arbeiten\u201c, sagt Anne Widder von der NGG Hamburg-Elmshorn.<\/p>\n<p>Die NGG Hamburg-Elmshorn schl\u00e4gt Alarm: Schon jetzt betrage die maximale Arbeitszeit 48 Stunden pro Woche. In der Spitze seien sogar 60-Stunden-Wochen m\u00f6glich. \u201eDas sind Extrem-Arbeitswochen. Selbst wenn so \u201aHammer-Wochen\u2018 innerhalb eines Vierteljahres ausgeglichen werden m\u00fcssen. Doch noch schlimmer wird es, wenn die Bundesregierung jetzt tats\u00e4chlich ans Arbeitszeitgesetz Hand anlegt und den 8-Stunden-Tag kippt. Dann w\u00fcrde n\u00e4mlich nur noch das europ\u00e4ische Recht ein Wochen-Limit f\u00fcr die Arbeitszeit setzen. Und das w\u00e4re brutal: Arbeitgeber k\u00f6nnten ihre Besch\u00e4ftigten dann sogar zu 73,5-Stunden-Wochen verdonnern \u2013 n\u00e4mlich zu sechs Tagen \u00e0 12 Stunden und 15 Minuten im Job. Das w\u00e4re fast das doppelte Wochen-Pensum von heute \u2013 und damit Arbeitszeit-Stretching pur\u201c, so Widder.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der NGG Hamburg-Elmshorn macht ihrem \u00c4rger Luft: \u201eViele Arbeitgeber im Herzogtum w\u00fcrden das hemmungslos ausnutzen. Es drohen dann v\u00f6llig \u00fcberladene Arbeitswochen, bei denen man die Stunden, in denen man nicht schl\u00e4ft, fast komplett im Job oder auf dem Weg zur Arbeit verbringt. Das macht Menschen dann aber fix und fertig. Au\u00dferdem w\u00fcrde dabei ein Riesenberg an \u00dcberstunden auflaufen. Und ans Abfeiern der \u00dcberstunden ist sowieso nicht zu denken \u2013 bei dem Fachkr\u00e4ftemangel, der eigentlich \u00fcberall herrscht.\u201c<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der NGG Hamburg-Elmshorn spricht von einem \u201eArbeitszeit-Monopoly\u201c der Bundesregierung: \u201eDas ist wilde Zeit-Zockerei. F\u00fcr Besch\u00e4ftigte bedeutet das: Arbeiten bis ans Limit \u2013 und dar\u00fcber hinaus\u201c, so Widder. Sie hat dabei die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten im Blick, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: \u201eNach acht Stunden Arbeitszeit steigt die Gefahr von Arbeitsunf\u00e4llen rasant an. XXL-Arbeitstage bedeuten auf Dauer eine Belastung f\u00fcr den K\u00f6rper und f\u00fcr die Psyche: von Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen bis zum Burnout\u201c, so Widder.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem im Fokus der Gewerkschaft: Wer die Familie, den Beruf und die Pflege von Angeh\u00f6rigen unter einen Hut bringen m\u00fcsse, brauche vor allem eines \u2013 planbare und verl\u00e4ssliche Arbeitszeiten. Und die m\u00fcssten auch zu den Betreuungszeiten von der Kita und vom Hort passen. \u201eDenn wer holt die Kinder dort ab, wenn die Schicht zw\u00f6lf Stunden geht?\u201c, fragt Widder.<\/p>\n<p>Die geplante Aufweichung des 8-Stunden-Tages gehe in die falsche Richtung. Schon heute jonglierten Familien zwischen Job, Kinderbetreuung oder der Pflege von Angeh\u00f6rigen. \u201eL\u00e4ngere Arbeitstage versch\u00e4rfen die Probleme und verhindern eine gerechte Verteilung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Pflege. Denn obwohl sich viele V\u00e4ter w\u00fcnschen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, wird durch noch l\u00e4ngere t\u00e4gliche Arbeitszeiten das Alleinverdienermodell gest\u00e4rkt\u201c, warnt Anne Widder. Anstatt das Fachkr\u00e4ftepotential von Frauen zu nutzen, verhinderten XXL-Schichten eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.<\/p>\n<p>Die NGG Hamburg-Elmshorn nennt dazu auch Zahlen: So werden aktuell 60 Prozent aller Teilzeit-Jobs im Kreis Herzogtum Lauenburg von Frauen gemacht. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Arbeitsagentur. Widder appelliert daher an die Bundestagsabgeordneten aus dem Herzogtum und der Region, dem \u201eHerumschrauben am Arbeitszeitgesetz in Berlin einen Riegel vorzuschieben\u201c. Schon jetzt seien flexible Arbeitszeiten im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes und durch Tarifvertr\u00e4ge, die die NGG abgeschlossen habe, f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte Alltag. \u201eNoch mehr Flexibilit\u00e4t ist gar nicht n\u00f6tig\u201c, so Widder.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ersetzten 10- oder 12-Stunden-Tage keine fehlenden Fachkr\u00e4fte. \u201eGute Arbeitsbedingungen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, systematische Qualifizierung und mehr Ausbildung. Das sind die richtigen Hebel f\u00fcr mehr Fachkr\u00e4fte. Verschiebereien bei der Arbeitszeit sind nichts anderes als das L\u00f6cherstopfen bei einer zu d\u00fcnnen Personaldecke\u201c, so Anne Widder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm).\u00a0Das Herzogtum schiebt ordentlich \u00dcberstunden: Rund 1,6 Millionen Stunden haben Besch\u00e4ftigte im vergangenen Jahr im Kreis Herzogtum Lauenburg zus\u00e4tzlich gearbeitet. 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