{"id":75565,"date":"2025-08-24T09:24:51","date_gmt":"2025-08-24T08:24:51","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=75565"},"modified":"2025-08-24T09:24:51","modified_gmt":"2025-08-24T08:24:51","slug":"studie-interaktionstherapie-hilft-mutter-und-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/08\/24\/studie-interaktionstherapie-hilft-mutter-und-kind\/","title":{"rendered":"Studie: Interaktionstherapie hilft Mutter und Kind"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin (pm).<\/strong> Im Jahr 2024 gab es ungef\u00e4hr 677.000 Geburten in Deutschland. Rund jede f\u00fcnfte Mutter entwickelt nach der Geburt psychische Probleme, das sind etwa 135.000 Geb\u00e4rende. Viele f\u00fchlen sich \u00fcberfordert, hilflos oder haben Schwierigkeiten, eine Bindung zum Kind aufzubauen. Eine neue Studie der Technischen Universit\u00e4t Dresden zeigt nun: Eine gezielte teilstation\u00e4re Mutter-Kind-Therapie kann die psychische Gesundheit der Mutter deutlich verbessern. Die positiven Effekte halten auch ein Jahr nach Ende der Behandlung an und stehen im Zusammenhang mit weniger Verhaltensauff\u00e4lligkeiten bei den Kindern. Doch es fehlt an fl\u00e4chendeckenden Therapieangeboten. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Psychosomatische Medizin und \u00e4rztliche Psychotherapie e.V. (DGPM) fordert entsprechende Versorgungsangebote.<\/p>\n<p>Die Geburt eines Kindes ist f\u00fcr viele Frauen eines der intensivsten Erlebnisse ihres Lebens \u2013 gepr\u00e4gt von k\u00f6rperlicher Verausgabung, aber auch gro\u00dfer Vorfreude. Doch die anf\u00e4ngliche Freude h\u00e4lt nicht immer an: Zahlreiche M\u00fctter k\u00e4mpfen nach der Geburt mit \u00c4ngsten, Ersch\u00f6pfung oder Depressionen. \u201eWenn sich M\u00fctter belastet oder allein gelassen f\u00fchlen, sp\u00fcrt das auch das Kind\u201c, erl\u00e4utert Professorin Dr. med. Kerstin Weidner, Gr\u00fcnderin der Mutter-Kind-Tagesklinik und Direktorin der Klinik f\u00fcr Psychotherapie und Psychosomatik des Universit\u00e4tsklinikums an der TU Dresden.<\/p>\n<p>348 M\u00fctter, ein Jahr im Blick<\/p>\n<p>In einer umfangreichen Studie hat sie gemeinsam mit Psychotherapeutin Dr. re. nat. habil. Susann Schmiedgen und ihrem Team 348 M\u00fctter mit psychischen Erkrankungen \u2013 darunter Depressionen, Angst- und Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen \u2013 begleitet. Die M\u00fctter wurden im ersten Jahr nach der Geburt aufgenommen. Im Fokus stand eine im Durchschnitt 32-t\u00e4gige interaktionsfokussierte Therapie in der Tagesklinik, die nicht nur Einzel- und Gruppensitzungen umfasste, sondern vor allem die Beziehung zwischen Mutter und Kind st\u00e4rkte. Durch Videoanalysen, spielerische \u00dcbungen und gemeinsame Alltagsinteraktionen lernten die Frauen die Bed\u00fcrfnisse ihrer Kinder besser wahrzunehmen und zu verstehen, auf ihre Kinder einzugehen und sich als Eltern sicherer zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Deutlich weniger psychische Belastung \u2013 und stabilere Eltern-Kind-Beziehungen<\/p>\n<p>Das Ergebnis beeindruckt: Bereits bei Entlassung waren depressive Symptome, \u00c4ngste und wahrgenommer Stress deutlich reduziert. Gleichzeitig wuchs das Vertrauen der M\u00fctter in ihre elterlichen F\u00e4higkeiten. \u201eDiese positiven Effekte blieben bis zu einem Jahr nach der Therapie stabil\u201c, berichtet Dr. Schmiedgen. Wichtig ist auch der Blick auf die Kinder: Je besser sich der psychische Zustand der Mutter langfristig entwickelte, desto geringer waren Verhaltensauff\u00e4lligkeiten bei den Kleinen. \u201eDas unterstreicht die enge Verbindung zwischen m\u00fctterlicher psychischer Gesundheit und dem Wohlbefinden der Kinder\u201c, so Dr. Schmiedgen.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher erkennen, gezielter helfen: Neue Leitlinien f\u00fcr bessere Versorgung<\/p>\n<p>Parallel zur Studie in Dresden arbeiten zwei bundesweit gef\u00f6rderte Projekte \u2013 PERIPSYCH und PERITRAUMA \u2013 unter der Leitung von Professorin Dr. med. Kerstin Weidner daran, wissenschaftlich fundierte Leitlinien f\u00fcr die Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen rund um die Geburt zu entwickeln. Ziel ist es, \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sowie Fachkr\u00e4fte in der Jugend- und Familienhilfe besser darin zu schulen, seelische Belastungen bei M\u00fcttern fr\u00fchzeitig zu erkennen und betroffene Familien gezielt sowie abgestimmt zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Hilfe, die ankommt \u2013 aber zu selten verf\u00fcgbar ist<\/p>\n<p>Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse und Arbeit in diesem Bereich fehlt es nach wie vor an fl\u00e4chendeckenden spezialisierten Angeboten f\u00fcr belastete M\u00fctter. Tageskliniken wie die in Dresden sind deutschlandweit selten. \u201eWir appellieren deshalb an das Gesundheitssystem, mehr niederschwellige und gezielte Hilfsangebote zu schaffen und ein Screening zu etablieren, um in dieser sensiblen Lebensphase Leiden zu verhindern und Familien nachhaltig zu st\u00e4rken\u201c, betont Professor Dr. med. Hans-Christoph Friederich, \u00c4rztlicher Direktor der Klinik f\u00fcr Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg und Vorsitzender der DGPM.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (pm). Im Jahr 2024 gab es ungef\u00e4hr 677.000 Geburten in Deutschland. Rund jede f\u00fcnfte Mutter entwickelt nach der Geburt psychische Probleme, das sind etwa 135.000 Geb\u00e4rende. Viele f\u00fchlen sich \u00fcberfordert, hilflos oder haben Schwierigkeiten, eine Bindung zum Kind aufzubauen. 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