{"id":7548,"date":"2018-09-28T10:14:17","date_gmt":"2018-09-28T08:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=7548"},"modified":"2018-09-28T10:14:17","modified_gmt":"2018-09-28T08:14:17","slug":"st-petri-ratzeburg-wahrhaft-wuerdig-und-recht-beim-michaelisempfang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/09\/28\/st-petri-ratzeburg-wahrhaft-wuerdig-und-recht-beim-michaelisempfang\/","title":{"rendered":"St. Petri Ratzeburg: &#8218;Wahrhaft, w\u00fcrdig und recht&#8216; beim Michaelisempfang"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Rockig fing er an und so endete er auch: Der Michaelisempfang in der St.-Petri-Kirche Ratzeburg. Zahlreiche G\u00e4ste aus Politik, Gesellschaft und Kirche mit der Frage nach Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Die \u201eKirchenband\u201c sorgte f\u00fcr Auflockerung in dem ernsten Thema.<\/p>\n<p>\u201eEine andere Jahreszeit ist angebrochen. In diesem Wechsel erinnert der Michaelistag am 29. September an den Erzengel Michael. Michael k\u00e4mpft mit dem Drachen, so lesen wir es in der Bibel\u201c, begr\u00fc\u00dfte Pr\u00f6pstin Frauke Eiben die Besucher. Die immerw\u00e4hrende Auseinandersetzung mit dem Drachen stehe f\u00fcr das Ringen um Gut und B\u00f6se &#8211; und auch um das Ringen f\u00fcr Gerechtigkeit. \u201eMichael erinnert uns an Gottes Macht \u00fcber K\u00e4lte und Unbarmherzigkeit, an seine Wegbegleitung und ruft uns die guten M\u00e4chte in den Blick. Auch die guten Kr\u00e4fte in jedem von uns\u201c.<\/p>\n<p>Dass es ohne Gerechtigkeit in unserer Welt nicht gehe, ist sich Pr\u00f6pstin Eiben sicher: \u201eGerechtigkeit ist ein Grundwort der christlich-j\u00fcdischen Tradition. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch alle B\u00fccher der Bibel. Sie ist Geschenk Gottes an seine Menschen, sie ist Weisung und Ma\u00dfstab f\u00fcr unser Denken und Handeln, sie ist Ziel und Inhalt der Predigt Jesu und ruft uns auf zu bedenken, wie wir einander gerecht werden\u201c. Die Pr\u00f6pstin zitierte den Theologen Gerhard von Rad: \u201eEs gibt im Alten Testament keinen Begriff von so zentraler Bedeutung schlechthin f\u00fcr alle Lebensbeziehungen des Menschen wie den der Gerechtigkeit. Er ist der Ma\u00dfstab nicht nur f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis des Menschen zu Gott, sondern auch f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis der Menschen untereinander bis hin zur belanglosesten Streiterei, ja auch f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis des Menschen zu den Tieren und zu seiner naturhaften Umwelt\u201c.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr mich eine wunderbare Definition. Wo immer die Beziehungen in eine Schieflage geraten sind: zu anderen Menschen, zur Mitwelt, zur Gemeinschaft, zu mir selbst und zu Gott kommt es darauf an, darum zu ringen, dass es wieder richtig wird. Und ich vermute, sie teilen meine Sorgen, dass es in unserem Land und in unserer Welt eine ganze Reihe von Beziehungen gibt, die in Schieflage geraten sind\u201c, so Frauke Eiben. Mit St. Michael m\u00fcsse es darum gehen, gegen die Drachen der Zeit Angst, Neid, ungebremstes Mehr-haben-wollen, Hass und Fremdenfeindlichkeit zu k\u00e4mpfen\u201c. Auch in Beziehungen sei ein eine lebenslange Aufgabe, an der Gerechtigkeit zu arbeiten.<\/p>\n<p>Mit Uta R\u00f6pcke, Fl\u00fcchtlingskoordinatorin im Kreis Herzogtum Lauenburg, Professor Dr. Frank Rose, Leiter des Amtsgerichtes in Ratzeburg, Dirk Petersen, B\u00fcrgermeister in Wentorf und Frank Tews, Mitarbeiter der Schuldnerberatung im Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg, ging die Pr\u00f6pstin in eine Diskussion \u00fcber Gerechtigkeit. \u201eF\u00fcnfzehn Prozent der Weltbev\u00f6lkerung haben nicht genug zu essen\u201c, so Uta R\u00f6pcke. Fl\u00fcchtlinge w\u00fcrden aus einem einfachen Grund nach Deutschland oder Europa kommen: Um zu \u00fcberleben. \u201eUm sie besser zu integrieren, muss aber noch viel geschehen \u2013 politisch wie gesellschaftlich\u201c. Frank Rose sprach dar\u00fcber, wie Juristen der Gerechtigkeit im Alltag ihren Weg bahnen k\u00f6nnen: \u201eDaf\u00fcr legen wir einen Eid ab\u201c. Doch auch sie sto\u00dfen in der Praxis an ihre Grenzen. Dass auch Kommunen sich an Gerechtigkeit beteiligen k\u00f6nnen, berichtete Dirk Petersen: \u201eWir wollen eine Fairtown-Gemeinde werden und damit einen kleinen Beitrag f\u00fcr die Gerechtigkeit in der Welt leisten\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIch verzeichne pro Jahr rund eintausend \u00fcberschuldete Ratsuchende\u201c, so Frank Tews. Das seien zehn Prozent der der Einwohner im Kreis. Er verwies darauf, dass \u00f6konomische Gerechtigkeit oft von der Bildung abh\u00e4nge. So habe er aktuell einen Fall, in dem ein dreij\u00e4hriges Kind der Kita-Platz gek\u00fcndigt wurde \u2013 die Eltern k\u00f6nnen das Geld nicht bezahlen. \u201eDiesem Kind wird vom Beginn seines Lebens die Armut weitergeben\u201c.<br \/>\nDass in Gesellschaft, Staat und Kirche noch einige Anstrengungen n\u00f6tig sind, um mehr Gerechtigkeit zu schaffen, waren sich die Diskutierenden einig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Rockig fing er an und so endete er auch: Der Michaelisempfang in der St.-Petri-Kirche Ratzeburg. Zahlreiche G\u00e4ste aus Politik, Gesellschaft und Kirche mit der Frage nach Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Die \u201eKirchenband\u201c sorgte f\u00fcr Auflockerung in dem ernsten Thema. \u201eEine andere Jahreszeit ist angebrochen. In diesem Wechsel erinnert der Michaelistag am 29. 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