{"id":68576,"date":"2025-01-23T13:09:08","date_gmt":"2025-01-23T11:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=68576"},"modified":"2025-01-23T13:58:00","modified_gmt":"2025-01-23T11:58:00","slug":"3-dargower-gespraech-ueber-den-ukraine-krieg-zog-viele-besucher-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2025\/01\/23\/3-dargower-gespraech-ueber-den-ukraine-krieg-zog-viele-besucher-an\/","title":{"rendered":"3. Dargower Gespr\u00e4ch \u00fcber den Ukraine-Krieg zog viele Besucher an"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Dargow (pm).<\/strong> \u201eDer Ukraine-Krieg \u2013 wie geht Frieden?\u201c war das Thema am Sonntag beim dritten Dargower Gespr\u00e4ch im \u201eFreiRaum Dargow\u201c, dem neuen Veranstaltungstreff am Schaalsee. Die Journalistin Katja Gloger, ehemalige Moskau-Korrespondentin des STERN und Autorin von zwei Sachb\u00fcchern \u00fcber Russland, kl\u00e4rte \u00fcber die politischen und historischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte auf. Sie beschrieb eindringlich ihre Begegnungen nicht nur mit Michael Gorbatschow, sondern auch seinem Nachfolger Boris Jelzin und zuletzt Wladimir Putin. Zentral f\u00fcr sie bei der Frage nach den tieferen Ursachen des Kriegs ist, dass der Westen nach der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion in einzelne Republiken nicht r\u00fccksichtsvoll und klug genug mit den russischen Interessen und \u00c4ngsten umgegangen sei. \u201eWir waren siegestrunken\u201c, so ihre Diagnose. Es gab zu wenig Bereitschaft, auf Putin zuzugehen. Daraus h\u00e4tte Putin die alte M\u00e4r von verfolgten Russland neu spinnen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der historische Boden f\u00fcr die aktuellen Gro\u00dfmachts-Anspr\u00fcche Putins beruhten aus Glogers Sicht auf der mythischen \u201eDreieinigkeit\u201c zwischen Russland, der Ukraine und Belarus \u2013 daraus w\u00e4re heute die faschistische und imperialistische Radikalit\u00e4t Putins zu erkl\u00e4ren. Eine demokratische Struktur auch der Wirtschaft sei im neuen Russland nie entstanden. Oligarchen und Geheimdienst h\u00e4tten das eigene Volk nach der Perestroika um alle Freiheitsrechte betrogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Konstantin von Notz, als Vertreter der Gr\u00fcnen\/B\u00fcndnis 90 im Bundestag und aus seinem Wahlkreis M\u00f6lln dabei, betonte, dass in dieser Situation trotz gro\u00dfer Gefahren der Eskalation keine Angst bei uns herrschen d\u00fcrfe. Sorge ja, gerade auch, wenn man, wie er, kleine Kinder habe. In allen deutschen Familien w\u00e4ren bis heute alte Traumata und Kriegserlebnisse wach, die in Zeiten eines neuen Krieges viele Gef\u00fchle aufwirbeln und uns schnell in Alarmstimmung versetzten. Er pl\u00e4dierte daf\u00fcr, trotz dieser Emotionen mit konsequenter Abschreckung und klarer Kante gegen russische Invasionsversuche und imperiale Anspr\u00fcche vorzugehen &#8211; im Cyberspace, aber auch real auf der Ostsee oder angesichts der Bespitzelung durch Drohnen. Europa h\u00e4tte sich zu lange auf den Schutz durch die USA ausgeruht. Diese bequeme Zeit sei vorbei \u2013 leider. \u201eEs wird nie mehr so gem\u00fctlich wie bisher\u201c, meinte er sarkastisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Nina Scheer, SPD-Kandidatin im Wahlkreis und seit 2013 im Bundestag, betonte immer wieder, wie dringend die Verhandlungen auf diplomatischer Ebene ausgeweitet werden sollten. Aus ihrer Sicht, die von gro\u00dfer Aktenkunde und Akribie zeugte, habe es in diesem Bereich viel zu wenig Bem\u00fchungen gegeben, um die kriegerische Eskalation zu vermeiden. Viele Besucher bezweifelten das. Auch von Notz und Katja Groger stimmten nicht unbedingt zu. Vieles w\u00e4re versucht worden. Doch schlie\u00dflich habe Putin alle Absprachen gebrochen und deutlich abgelehnt, sich auf Verhandlungen einzulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Zustimmung fand eine Besucherin, die beklagte, dass ein Telefonat von Scholz mit Putin im November von den Medien mit H\u00e4me und Kritik kommentiert wurde \u2013 was angesichts der verfahrenen Lage leichtfertig sei. Alles m\u00fcsse versucht werden, diesen Krieg zu beenden. Es k\u00f6nne jedoch lange dauern, zu echten Vereinbarungen zu kommen \u2013 siehe der Vietnam-Krieg, der ein Vierteljahrhundert gedauert hat, und erst nach drei langen Jahren der Friedensgespr\u00e4che beendet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskussionsbereitschaft der Besucher war gro\u00df, einige warfen dem Podium jedoch zu viel Bereitschaft f\u00fcr rein milit\u00e4rische Blicke auf den Krieg vor. Konsens war aber, dass das Gespr\u00e4ch dringend notwendig ist und unbedingt weiter gef\u00fchrt werden solle. Der FreiRaum Dargow bietet dazu in den n\u00e4chsten Tagen neue Termine an. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dargow (pm). \u201eDer Ukraine-Krieg \u2013 wie geht Frieden?\u201c war das Thema am Sonntag beim dritten Dargower Gespr\u00e4ch im \u201eFreiRaum Dargow\u201c, dem neuen Veranstaltungstreff am Schaalsee. 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