{"id":6728,"date":"2018-09-04T10:02:02","date_gmt":"2018-09-04T08:02:02","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=6728"},"modified":"2018-09-04T10:05:02","modified_gmt":"2018-09-04T08:05:02","slug":"juergen-hensel-ist-der-seelsorger-in-extremsituationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/09\/04\/juergen-hensel-ist-der-seelsorger-in-extremsituationen\/","title":{"rendered":"J\u00fcrgen Hensel ist der Seelsorger in Extremsituationen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> Er geht \u2013 und bleibt. J\u00fcrgen Hensel, seit zwanzig Jahren Pastor in der St. Georgsberg-Kirchengemeinde und seit f\u00fcnf Jahren wirkt Hensel auch als Notfallseelsorger in der Propstei Lauenburg. Am Freitag, 14. September 2018, verabschiedet Pr\u00f6pstin Frauke Eiben den r\u00fchrigen Pastor um 18 Uhr in der Kirche St. Georg auf dem Berge aus der Gemeindearbeit.<\/p>\n<p>\u201eSeit dem 1. September widme ich mich ganz der Notfall- und Feuerwehr-Seelsorge im Kreis Herzogtum Lauenburg\u201c. Gemeint sind damit die Vor- und Nachsorge bei Eins\u00e4tzen der Feuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes Herzogtum Lauenburg und des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes, sowie Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen. \u201eNat\u00fcrlich werde ich die Gemeindearbeit vermissen \u2013 aber ich werde eine neue Gemeinde, die so genannte Blaulicht-Fraktion, haben\u201c, sagt der 56-J\u00e4hrige, der urspr\u00fcnglich aus der N\u00e4he von Bad Oldesloe stammt.<\/p>\n<p>Dass er von Pr\u00f6pstin Eiben pers\u00f6nlich verabschiedet wird, ist dem Pastor sehr wichtig. \u201eSie kam vor f\u00fcnf Jahren auf mich zu, als der damalige Notfallseelsorger Friedrich-Wilhelm Seeliger in Ruhestand ging. Frauke Eiben wusste, dass ich durch meinen Zivildienst beim Rettungsdienst schon immer eine Affinit\u00e4t zu dieser Arbeit hatte\u201c. J\u00fcrgen Hensel trat in die \u00f6rtliche Feuerwehr ein, absolvierte die Grundausbildung und sp\u00e4ter weitere Zusatzausbildungen wie der als Fachwart f\u00fcr Feuerwehr-Seelsorge, die ihn bef\u00e4higen, Unfallopfer, deren Angeh\u00f6rigen sowie die Helfer seelsorgerlich zu betreuen. \u201eF\u00fcr alles, was die Seele betrifft, sind wir Seelsorger da\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDer letzte schwere Unfall bei Lauenburg, bei dem ein 18-J\u00e4hriger in seinem Wagen verbrannte, ging vielen Kameraden an die Nieren\u201c, erinnert sich Hensel. \u201eInsgesamt wurden von der Notfall- und Feuerwehrseelsorge an diesem Tage zehn Eins\u00e4tze betreut; insgesamt vier Notfallseelsorger waren f\u00fcr unterschiedlichste Eins\u00e4tze unterwegs. Parallel dazu waren weitere Eins\u00e4tze abzuarbeiten. Mein Eindruck nach dieser dramatischen Woche: Das System funktioniert, besonders auch dadurch, weil es von vielen mitgetragen wird\u201c. Im Kreis Herzogtum Lauenburg soll die Struktur zur psychosozialen Notfallversorgung von Einsatzkr\u00e4ften weiter ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Dass der Pieper unvorhergesehen und zu allen m\u00f6glichen Tages- und Nachtzeiten piept, daran haben sich J\u00fcrgen Hensel und auch seine Frau, mit der er seit 26 Jahren verheiratet ist und drei Kinder hat, im Laufe der Zeit gew\u00f6hnt. \u201eWenn ich morgens nach einem Einsatz nach Hause komme, sprechen wir kurz dar\u00fcber\u201c. Denn auch ein Seelsorger muss mal reden. Das tut er auch mit seinen Kameraden: \u201eNach jedem Einsatz kommen wir zusammen und besprechen die Geschehnisse, um diese besser zu verarbeiten. Es ist ein sehr pers\u00f6nlicher Austausch\u201c. Hensel bieten den Kameraden bei Bedarf langfristige seelsorgerliche Begleitung nach extremen Situationen an. \u201eDas nehmen viele in Anspruch\u201c.<\/p>\n<p>Allein in diesem Jahr hatte J\u00fcrgen Hensel 55 Eins\u00e4tzen bei der Feuerwehr; die F\u00e4lle in der Notfallseelsorge beziffert Hensel ebenfalls mit rund 50 Eins\u00e4tzen. \u201eLeider ein trauriger Rekord\u201c. Deshalb sei es so wichtig, dass die Propstei Lauenburg und auch der Kreis mit der Seelsorge hier gut aufgestellt sind.<\/p>\n<p>Jeder, der J\u00fcrgen Hensel kennt oder mit ihm spricht, merkt ihm sein Enthusiasmus f\u00fcr diesen Beruf an. Ein Seelsorger in Extremsituationen, dem es immer um die Menschlichkeit und die Seele der Betroffenen geht. \u201eWas ich pers\u00f6nlich sehr sch\u00e4tze, ist die gro\u00dfe Dankbarkeit der Menschen, die ich betreut habe. In unserer Gesellschaft mit ihrer Dienstleistermentalit\u00e4t ist das nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. Ich finde es wichtig, die Zeit zu haben um mit Betroffenen zu reden, ihnen Sicherheit zu vermitteln und Ruhe auszustrahlen. Bei all meinem Tun f\u00fchle ich mich vom Glauben an Gott getragen \u2013 sonst k\u00f6nnte ich diesen Beruf nicht aus\u00fcben\u201c.<\/p>\n<p>Der Nachfolger von J\u00fcrgen Hensel als Gemeindepastor steht bereits fest: Rolf Brunke, zurzeit noch Pastor in Gro\u00df Gr\u00f6nau, wechselt in die St.-Georgsberg-Kirchengemeinde. Er wird am Sonntag, 23. September 2018, um 10 Uhr im Gottesdienst in der St.-Willehad-Kirche in Gro\u00df Gr\u00f6nau verabschiedet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). Er geht \u2013 und bleibt. J\u00fcrgen Hensel, seit zwanzig Jahren Pastor in der St. Georgsberg-Kirchengemeinde und seit f\u00fcnf Jahren wirkt Hensel auch als Notfallseelsorger in der Propstei Lauenburg. Am Freitag, 14. 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