{"id":6629,"date":"2018-09-01T09:34:40","date_gmt":"2018-09-01T07:34:40","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=6629"},"modified":"2018-09-01T09:34:40","modified_gmt":"2018-09-01T07:34:40","slug":"umfrage-zur-sommerzeit-84-prozent-der-teilnehmer-sind-fuer-die-abschaffung-der-zeitumstellung-in-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/09\/01\/umfrage-zur-sommerzeit-84-prozent-der-teilnehmer-sind-fuer-die-abschaffung-der-zeitumstellung-in-der-eu\/","title":{"rendered":"Umfrage zur Sommerzeit: 84 Prozent der Teilnehmer sind f\u00fcr die Abschaffung der Zeitumstellung in der EU"},"content":{"rendered":"<p><strong>Br\u00fcssel (pm). <\/strong>Die Europ\u00e4ische Kommission hat gestern (Freitag) die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse einer \u00f6ffentlichen Konsultation zur Zeitumstellung in Europa ver\u00f6ffentlicht. Vom 4. Juli bis 16. August 2018 gingen 4,6 Millionen R\u00fcckmeldungen aus allen 28 Mitgliedstaaten ein. Die meisten Teilnehmer wollen die Sommerzeit auch im Winter, sagte Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker am Freitag im ZDF. Er k\u00fcndigte an, dass die Kommission vorschlagen wird, die halbj\u00e4hrliche Zeitumstellung im M\u00e4rz und Oktober abzuschaffen. Dann sind die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament am Zug.<\/p>\n<p>Mehr Antworten wurden bislang bei keiner anderen \u00f6ffentlichen Konsultation der Kommission eingereicht. Nach den vorl\u00e4ufigen Ergebnissen sprechen sich 84 Prozent der Teilnehmer daf\u00fcr aus, die halbj\u00e4hrliche Zeitumstellung abzuschaffen. 3,79 Prozent der Deutschen haben teilgenommen.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr Verkehr zust\u00e4ndige Kommissarin Violeta Bulc hat diese vorl\u00e4ufigen Ergebnisse den Kommissionsmitgliedern vorgelegt, die in ersten Gespr\u00e4chen die m\u00f6glichen n\u00e4chsten Schritte er\u00f6rtert haben. Kommissarin Bulc kommentierte: \u201eMillionen Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er nutzten unsere \u00f6ffentliche Konsultation, um sich Geh\u00f6r zu verschaffen. Die Botschaft ist sehr klar: 84 Prozent von ihnen sind f\u00fcr die Abschaffung der Zeitumstellung. Wir werden nun entsprechend handeln und einen Legislativvorschlag f\u00fcr das Europ\u00e4ische Parlament und den Rat ausarbeiten, die dann gemeinsam einen Beschluss fassen.\u201c<\/p>\n<p>Aus den vorl\u00e4ufigen Ergebnissen der Konsultation geht auch hervor, dass mehr als Dreiviertel (76 Prozent) der Teilnehmer die halbj\u00e4hrliche Zeitumstellung als \u201esehr negative\u201c oder \u201enegative\u201c Erfahrung bewerten. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die Abschaffung wurden gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigungen und die Zunahme von Unf\u00e4llen im Stra\u00dfenverkehr sowie nur geringe Energieeinsparungen angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Juncker\u201a hat die Frage der Sommerzeit auf die politische Tagesordnung gesetzt und damit seinem Grundsatz entsprochen, dass die EU sich den gro\u00dfen Fragen widmen und den Mitgliedstaaten Entscheidungen \u00fcberlassen soll, f\u00fcr die diese am besten geeignet sind.<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche Konsultation zur Sommerzeitregelung wurde von der Europ\u00e4ischen Kommission im Rahmen ihrer laufenden Bewertung der derzeitigen Regelungen f\u00fcr die Zeitumstellung in Europa organisiert. Sie kommt auch einer vom Europ\u00e4ischen Parlament im Februar 2018 verabschiedeten Entschlie\u00dfung sowie den Ersuchen einiger Mitgliedstaaten, Interessentr\u00e4ger und B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger nach.<\/p>\n<p><strong>N\u00e4chste Schritte<\/strong><\/p>\n<p>Die endg\u00fcltigen Ergebnisse der \u00f6ffentlichen Konsultation werden in den kommenden Wochen ver\u00f6ffentlicht. Die Kommission wird nun dem Europ\u00e4ischen Parlament und dem Rat einen Vorschlag zur \u00c4nderung der derzeitigen Sommerzeitregelung unterbreiten.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Zwischen dem 4. Juli und dem 16. August 2018 hat die Europ\u00e4ische Kommission eine \u00f6ffentliche Konsultation im Rahmen ihrer Bewertung der derzeitigen Sommerzeitregelung in der EU durchgef\u00fchrt. Dabei handelte es sich um eine Online-Umfrage, um die Meinung der Europ\u00e4er, insbesondere zu ihrer allgemeinen Erfahrung mit der Zeitumstellung und zu ihrer bevorzugten Alternative f\u00fcr die Zukunft (d. h. Beibehaltung der derzeitigen Regelung oder Abschaffung in der gesamten EU) einzuholen. \u00d6ffentliche Konsultationen geh\u00f6ren zu den Instrumenten, die die Kommission zusammen mit anderen Elementen, wie wissenschaftlichen Studien, zur Bewertung der Politik einsetzt. In der Vergangenheit wurden bereits andere Konsultationen, die auf gro\u00dfe Resonanz stie\u00dfen, zu der Vogelschutz- und der Habitatrichtlinie (mehr als 550.000 Antworten) oder zur Modernisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (mehr als 322.000 Antworten) durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In den meisten EU-Mitgliedstaaten besteht eine lange Tradition von Sommerzeitregelungen, die gr\u00f6\u00dftenteils bis in die Zeit des Ersten und des Zweiten Weltkriegs bzw. bis zur \u00d6lkrise in den 1970er Jahren zur\u00fcckreichen. Die Europ\u00e4ische Union begann im Jahr 1980, schrittweise Vorschriften einzuf\u00fchren, damit alle Mitgliedstaaten die Zeitumstellung aufeinander abstimmen und die von einander abweichenden nationalen Regelungen abschaffen. So stellen alle EU-B\u00fcrgerinnen und -B\u00fcrger seit 1996 ihre Uhr am letzten Sonntag im M\u00e4rz eine Stunde vor und am letzten Sonntag im Oktober eine Stunde zur\u00fcck. Ziel der EU-Vorschriften war es nicht, die EU-Zeitregelung zu vereinheitlichen, sondern die Probleme, insbesondere in den Bereichen Verkehr und Logistik, anzugehen, die sich aus einer unkoordinierten Zeitumstellung im Laufe des Jahres ergeben.<\/p>\n<p>Parallel zur Sommerzeitregelung in der EU gelten f\u00fcr die Mitgliedstaaten drei unterschiedliche Zeitzonen oder Standardzeiten. Die Entscheidung \u00fcber die Standardzeit f\u00e4llt in die nationale Zust\u00e4ndigkeit. Im Falle einer EU-weiten Abschaffung der Zeitumstellung w\u00fcrde es letztlich die Entscheidung jedes Mitgliedstaates bleiben, ob er sich f\u00fcr eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit (oder eine andere Zeit) entscheidet.<\/p>\n<p>Alle Ergebnisse sind vorl\u00e4ufig und unterliegen \u00c4nderungen.<\/p>\n<p><strong>Beteiligungsquote in den einzelnen Mitgliedstaaten (prozentualer Anteil der nationalen Bev\u00f6lkerung):<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland<\/p>\n<p>3,79 %<\/p>\n<p>\u00d6sterreich<\/p>\n<p>2,94 %<\/p>\n<p>Luxemburg<\/p>\n<p>1,78 %<\/p>\n<p>Finnland<\/p>\n<p>0,96 %<\/p>\n<p>Estland<\/p>\n<p>0,94 %<\/p>\n<p>Zypern<\/p>\n<p>0,88 %<\/p>\n<p>Slowenien<\/p>\n<p>0,73 %<\/p>\n<p>Slowakei<\/p>\n<p>0,60 %<\/p>\n<p>Tschechische Republik<\/p>\n<p>0,59 %<\/p>\n<p>Frankreich<\/p>\n<p>0,59 %<\/p>\n<p>Belgien<\/p>\n<p>0,55 %<\/p>\n<p>Kroatien<\/p>\n<p>0,52 %<\/p>\n<p>Schweden<\/p>\n<p>0,48 %<\/p>\n<p>Lettland<\/p>\n<p>0,39 %<\/p>\n<p>Polen<\/p>\n<p>0,34 %<\/p>\n<p>Griechenland<\/p>\n<p>0,34 %<\/p>\n<p>Litauen<\/p>\n<p>0,34 %<\/p>\n<p>Portugal<\/p>\n<p>0,33 %<\/p>\n<p>Malta<\/p>\n<p>0,25 %<\/p>\n<p>Irland<\/p>\n<p>0,24 %<\/p>\n<p>Ungarn<\/p>\n<p>0,21 %<\/p>\n<p>Spanien<\/p>\n<p>0,19 %<\/p>\n<p>Bulgarien<\/p>\n<p>0,18 %<\/p>\n<p>Niederlande<\/p>\n<p>0,16 %<\/p>\n<p>D\u00e4nemark<\/p>\n<p>0,11 %<\/p>\n<p>Italien<\/p>\n<p>0,04 %<\/p>\n<p>Rum\u00e4nien<\/p>\n<p>0,04 %<\/p>\n<p>Vereinigtes K\u00f6nigreich<\/p>\n<p>0,02 %<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel (pm). 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