{"id":66099,"date":"2024-10-30T15:21:53","date_gmt":"2024-10-30T13:21:53","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=66099"},"modified":"2024-11-01T11:06:21","modified_gmt":"2024-11-01T09:06:21","slug":"baggern-fuer-den-naturschutz-neue-knicks-fuer-den-kreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2024\/10\/30\/baggern-fuer-den-naturschutz-neue-knicks-fuer-den-kreis\/","title":{"rendered":"Baggern f\u00fcr den Naturschutz &#8211; Neue Knicks f\u00fcr den Kreis"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Fredeburg (gb).<\/strong> Knicks (Wallhecken) sind aus Sicht des Naturschutzes wichtige Biotope in der intensiv genutzten Agrarlandschaft. Am Mittwoch, 30. Oktober wurden 400 Meter einer Knickneuanlage auf dem Gebiet der Dom\u00e4ne Fredeburg fertig gestellt. Neben Volker Rudolph (Kreisverwaltung, Fachgebiet Naturschutz), Marius Trapp (Vertreter der Dom\u00e4ne Fredeburg) und den Mitarbeitenden des Garten- und Landschaftsbaubetrieb Kallweit waren VertreterInnen der Presse, des NDR1 Welle Nord Senders und des NDR Fernsehens vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Die heutige Bedeutung von Knicks ist vielf\u00e4ltig, sie haben sich in ihrer langen Geschichte vom urspr\u00fcnglichen Bestandteil der b\u00e4uerlichen Wirtschaft mit Zaunfunktion, als Holzlieferant, als Lebens- und Heilmittellieferant zum heute hochwertigen Objekt des Naturschutzes entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Neuanlage des Knicks konnte auf Grund der guten Eignung der Ma\u00dfnahme eine F\u00f6rderung der Baukosten von 100 Prozent erhalten\u201c, informiert Volker Rudolph. Die Finanzierung erfolgt aus Ersatzgeldern. Mit Ersatzgeldern werden Eingriffe in die Natur, wie zum Beispiel <a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2024\/10\/10\/ortsumgehung-geesthacht-ausgleichsmassnahmen-fuer-haselmaeuse-starten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Knickrodungen<\/a> wegen Stra\u00dfen- oder Wohnungsbau, der Neubau von Windkraftanlagen oder Leitungstrassen von Strom oder Gas, kompensiert. F\u00fcr den Einsatz der Ersatzgelder hat der Kreis zwei Jahre Zeit, danach fallen die Ersatzgelder an das Land und werden in ganz Schleswig-Holstein f\u00fcr natursch\u00fctzende Ma\u00dfnahmen eingesetzt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Knick-Fredeburg-Gesine-Biller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-66101\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Knick-Fredeburg-Gesine-Biller.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Knick-Fredeburg-Gesine-Biller-300x225.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Knick-Fredeburg-Gesine-Biller-768x576.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Knick-Fredeburg-Gesine-Biller-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">400 Meter neuer Knick in Fredeburg. Foto: Gesine Biller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u201eIn einer Zeit, in der insbesondere Ackerfl\u00e4chen einen zunehmenden wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sind, ist die Zustimmung von Seiten der Grundeigent\u00fcmer und Bewirtschafter zu solchen Renaturierungsma\u00dfnahmen nicht gerade selbstverst\u00e4ndlich\u201c, sagt Alfons Wiesler-Trapp von der Dom\u00e4ne Fredeburg. \u201eF\u00fcr den Erosions- und Klimaschutz sind Knicks sehr hilfreich und \u00fcbernehmen eine wichtige Funktion zum Schutze des Bodens und der Speicherung von CO2 im Humus.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders wichtig ist jedoch ihre \u00f6kologische Bedeutung als Lebensraum f\u00fcr zahlreiche Tiere und Pflanzen. So wird die Zahl der die Knicks bewohnenden Tierarten Schleswig-Holsteins auf ungef\u00e4hr 7.000 gesch\u00e4tzt; davon k\u00f6nnen auf nur einen Kilometer einer Wallhecke etwa 1.600 bis 1.800 Arten leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Antr\u00e4ge auf F\u00f6rderung von Knickneuanlagen k\u00f6nnen noch bis zum 30. November 2024 durch Fl\u00e4cheneigent\u00fcmerInnen beim Kreis gestellt werden. Ein Flyer zum Knickschutzprogramm, erh\u00e4ltlich auch auf Plattdeutsch, liegt bei den St\u00e4dten, \u00c4mtern und Gemeinden im Kreis aus, steht aber auch <a href=\"https:\/\/www.kreis-rz.de\/Knickschutzprogramm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zum Download<\/a> bereit. Fragen zum Knickschutzprogramm beantwortet der Fachdienst Naturschutz, Volker Rudolph unter der Telefonnummer 04541 888-477 oder <a href=\"mailto:rudolph@kreis-rz.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rudolph@kreis-rz.de<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine F\u00f6rderung k\u00f6nnen sowohl private als auch \u00f6ffentlich-rechtliche Fl\u00e4cheneigent\u00fcmer beantragen. Die F\u00f6rderquote ist bei \u00f6ffentlichen-rechtlichen K\u00f6rperschaften jedoch auf 50 Prozent der Investitionskosten begrenzt. Von der F\u00f6rderung ausgeschlossen sind Einrichtungen, deren institutionelle Aufgabe ohnehin im Bereich des Naturschutzes liegt. Das Knickschutzprogramm des Kreises Herzogtum Lauenburg ist auf Dauer angelegt. Die F\u00f6rdermittel f\u00fcr die Errichtung neuer Knicks werden seit 2022 j\u00e4hrlich bereitgestellt. Dabei werden durch den Kreis bis zu 100 Prozent der entstehenden Kosten f\u00fcr Planung und Bau \u00fcbernommen. Die landschaftspflegerischen Arbeiten (Wallbau, Bepflanzung, Wildschutzzaun, Fertigstellungspflege) werden im Falle einer F\u00f6rderzusage durch den Fachdienst Naturschutz des Kreises geplant und ausgeschrieben. Die Eigent\u00fcmer\/innen der neuen Knicks m\u00fcssen sich daf\u00fcr dauerhaft zum Erhalt und zur Pflege der Knicks verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der regelm\u00e4\u00dfigen Knickpflege leistet die Dom\u00e4ne Fredeburg einen Beitrag zur Energiewende. Auf der Dom\u00e4ne Fredeburg gibt es eine Heizanlage f\u00fcr Holzhackschnitzel. Bei der Verbrennung der Biomasse wird nur soviel CO2 freigesetzt, wie zuvor beim Pflanzenwachstum gebunden wurde.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marius-Trapp-Interwiv-NDR-Fernsehen-2024-Gesine-Biller.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-66102\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marius-Trapp-Interwiv-NDR-Fernsehen-2024-Gesine-Biller.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marius-Trapp-Interwiv-NDR-Fernsehen-2024-Gesine-Biller-300x225.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marius-Trapp-Interwiv-NDR-Fernsehen-2024-Gesine-Biller-768x576.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marius-Trapp-Interwiv-NDR-Fernsehen-2024-Gesine-Biller-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Marius Trapp im Gespr\u00e4ch mit dem NDR Fernsehen. Foto: Gesine Biller<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Beitr\u00e4ge zur Fertigstellung der Knickanlage werden am heutigen Mittwoch, 30. Oktober 2024 im Fernsehen des Schleswig-Holstein Magazin des NDR Landesprogrammes und ebenfalls heute beim Radiosender NDR1 Welle Nord im Rahmen der Sendung \u201aVon Binnenland und Waterkant\u2018. Wer sich \u00fcber Knicks informieren m\u00f6chte, findet in Mustin (Kreuzung Salemer Stra\u00dfe\/Redder) die <a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-admin\/post.php?post=43069&amp;action=edit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Knicktwiete mit erkl\u00e4renden Schautafeln<\/a> des Naturpark Lauenburgische Seen. Die Volkshochschule Ratzeburg bietet im Aktionsmonat \u201aNaturerlebnis der heimischen Tier- und Pflanzenwelt\u2018 eine F\u00fchrung am 17.Mai 2025 zum Thema Knicks mit dem Titel \u201aWallhecken und ihre Geschichte &#8211; Erlebnisf\u00fchrung mit kulinarischen Kostproben\u2018 an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fredeburg (gb). Knicks (Wallhecken) sind aus Sicht des Naturschutzes wichtige Biotope in der intensiv genutzten Agrarlandschaft. Am Mittwoch, 30. Oktober wurden 400 Meter einer Knickneuanlage auf dem Gebiet der Dom\u00e4ne Fredeburg fertig gestellt. 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