{"id":65285,"date":"2024-10-04T12:33:25","date_gmt":"2024-10-04T10:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=65285"},"modified":"2024-10-04T12:33:25","modified_gmt":"2024-10-04T10:33:25","slug":"ein-abend-voller-denkanstoesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2024\/10\/04\/ein-abend-voller-denkanstoesse\/","title":{"rendered":"Ein Abend voller Denkanst\u00f6\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ratzeburg (aa). <\/strong>Die erste \u201eLange Nacht der Demokratie\u201c am 2. Oktober 2024 in Ratzeburg war ein voller Erfolg und lockte rund 200 G\u00e4ste ins Burgtheater. Organisiert von der Volkshochschule Ratzeburg und Umland mit Unterst\u00fctzung der \u201ePartnerschaft f\u00fcr Demokratie\u201c der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, bot die Veranstaltung vielf\u00e4ltige Einblicke in die Bedeutung unserer Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Highlight des Abends war der politische Talk des NDR Studios L\u00fcbeck zum Thema \u201eMedien und Demokratie\u201c. Unter der Moderation von Studioleiterin Mechthild M\u00e4sker diskutierten Bundestagsabgeordneter Konstantin von Notz, Journalistin Gabriele Heise (Salemer Dialog), Pressesprecher der Stadt Ratzeburg sowie Vorsitzender des Vereins Miteinander leben, Mark Sauer und die freie Journalistin Esther Gei\u00dflinger \u00fcber die Bedeutung einer freien Medienlandschaft, journalistische Standards und die wachsende Gefahr von Fake News.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Frage, wie gut wir hier im l\u00e4ndlichen Raum aufgestellt sind, erkl\u00e4rte Gabriele Heise, dass die Veranstaltungen des &#8222;<a href=\"https:\/\/salem-dargow.de\/salemer-dialog.html\">Salemer Dialog<\/a>&#8220; stets gut besucht seien: &#8222;Die B\u00fcrger sind sehr interessiert und haben Lust auf Austausch und Debatte.&#8220; Mark Sauer erg\u00e4nzte: &#8222;Demokratie ist ein gro\u00dfes Mitmachprojekt.&#8220; Die Angebote des Vereins Miteinander Leben seien immer der Versuch, die Menschen zum Mitwirken zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Regeln m\u00fcssen herrschen, damit ein Dialog stattfinden kann? Sind Populismus und Fakenews ein Trend, der noch umkehrbar ist? So sieht Konstantin von Notz aktuell den gr\u00f6\u00dften Feind der Demokratie den &#8222;Dissens \u00fcber die Faktenlage&#8220;. &#8222;Debatten, wie sie aktuell gef\u00fchrt werden, haben zersetzenden Charakter&#8220;, sagte von Notz weiter. Mit verantwortlich daf\u00fcr sieht er unter anderem die &#8222;krasse Ver\u00e4nderung der Geschwindigkeit von Medien&#8220; im Gegensatz zu fr\u00fcher. Er werde heutzutage oft schon gebeten unter Zeitdruck zu Themen Stellung zu beziehen, bevor er \u00fcberhaupt Gelegenheit hatte, sich mit dem Thema in seiner Tiefe zu befassen. &#8222;Die Feinde der Demokratie haben zudem entdeckt, dass ihre Offenheit (freie Meinungs\u00e4u\u00dferung) auch ihre Archillesferse ist. Sie zersetzen den Konsenz der Regeln wie kommuniziert wird&#8220;, stellte von Notz mit Verweis auf die Verbreitung auf Fakenews fest. Esther Geislinger erg\u00e4nzte: &#8222;Es herrscht keine Waffengleichheit, weil eine Seite schlicht l\u00fcgt und das als Wahrheit verkauft.&#8220; Die Medien seien in einer schwierigen Situation, da sie wirtschaftlich massiv unter (Zeit-)Druck st\u00fcnden. Dabei sollten sie sich mehr auf ihre Kernkompetenz &#8222;Recherche&#8220; besinnen, so Geislinger. <\/p>\n\n\n\n<p>Die &#8222;verk\u00fcrzte Wahrnehmung&#8220; von Diskursen sieht auch Mark Sauer als Problem: &#8222;Es geht nicht mehr in die Tiefe, die Aufmerksamkeit schweift schnell ab.&#8220; Das beobachtet er nicht nur bei der Generation &#8222;TikTok&#8220;, es sei inzwischen auch in der Erwachsenenwelt angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Notz: &#8222;Viele Leute haben sich heute im Internet etwas angelesen und lehnen mit Inbrunst Expertisen ab. Ich wage die Behauptung, dass in der Zeit vor dem Internet auch nicht alle t\u00e4glich eine Zeitung gelesen haben. Aber es gab noch die Anerkennung von Expertise.&#8220; Von Notz w\u00fcnsche sich eine Reform und gleichzeitig eine St\u00e4rkung, der \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien, um so den Fakenews etwas entgegenzusetzen. &#8222;Wir m\u00fcssen einen Weg finden, mit Desinformation umzugehen. Ich glaube, man kann das gewinnen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wir m\u00fcssen einandere in die Augen schauen und miteinander reden; mit mehr Zeit auf andere Leute zu gehen&#8220;, forderte Gabriele Heise und sieht als m\u00f6glichen Weg der Besserung, Orte der Begegnung und des Austausches in der realen Welt zu schaffen. &#8222;Man muss aber auch von diesen Orten wissen&#8220;, gab Mark Sauer zu bedenken. Er beobachte mit Sorge den R\u00fcckzug lokaler Medien: &#8222;Fr\u00fcher gabe es noch zwei Ausgaben des MARKTs&#8220;. Zudem h\u00e4tten sich die Redaktionen der lokalen Printmedien \u00fcber die Jahre auch personell immer weiter ausged\u00fcnnt. Sauer: &#8222;Ich sehe das als richtig gro\u00dfes Problem, dass im l\u00e4ndlichen Raum der Lokaljournalismus verschwindet.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Esther Geislinger w\u00fcnsche sich mehr Geld f\u00fcr Kontrollplattformen, um den Fakenews Einhalt zu gebieten. Zudem sehe sie einen Hebel darin, wenn Wege gefunden werden, kleinteiligen Journalismus zu finanzieren. Auch von Notz w\u00fcnscht sich mehr Aufsichtsstrukturen: &#8222;Wir haben etwas zu verteidigen. Und hier ist eine klare Mehrheit, die unsere liberale Demokratie erhalten will. Wir haben alle Karten in der Hand, das Rad noch zu drehen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Musikalisch-politisch wurde der Abend unter anderem durch einen musikalischen Beitrag von J\u00f6rg R\u00fcdiger Geschke sowie einem Konzert des S\u00e4ngers Sebastian Krumbiegel aufgelockert, der in seinen Liedern zur Wachsamkeit in der Verteidigung demokratischer Werte aufrief.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (aa). 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