{"id":6496,"date":"2018-08-26T09:46:05","date_gmt":"2018-08-26T07:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=6496"},"modified":"2018-08-26T09:46:26","modified_gmt":"2018-08-26T07:46:26","slug":"amselsterben-durch-usutu-virus-erstmals-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/08\/26\/amselsterben-durch-usutu-virus-erstmals-in-hamburg\/","title":{"rendered":"Amselsterben durch Usutu-Virus erstmals in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hamburg (pm).<\/strong> Das Vogelsterben durch das exotische Usutu-Virus setzt sich in diesem Jahr fort und betrifft nun auch erstmals Hamburg. Besonders Amseln sind betroffen. NABU und Tropenmediziner bitten die Bev\u00f6lkerung, kranke oder verendete Tiere unter www.nabu.de\/usutu-melden zu melden und m\u00f6glichst zur Untersuchung einzusenden. \u201eWir haben seit Anfang August bereits 55 telefonische Meldungen von Usutu-Verdachtsf\u00e4lle in Hamburg erhalten&#8220;, so Marco Sommerfeld, Referent f\u00fcr Vogelschutz beim NABU Hamburg. \u201eIch gehe davon aus, dass der warme Sommer die Ausbreitung des urspr\u00fcnglich exotischen Virus beg\u00fcnstigt hat.&#8220;<\/p>\n<p>Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das besonders im Sp\u00e4tsommer von Stechm\u00fccken auf V\u00f6gel \u00fcbertragene Usutu-Virus zunehmend \u00fcber Deutschland aus. Waren in den ersten Jahren lediglich w\u00e4rmebeg\u00fcnstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung \u00fcber Nordrhein-Westfalen nach Norden sowie ein separater Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt werden. In diesem Jahr sind offensichtlich vor allem die Regionen um N\u00fcrnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg erstmals betroffen.<\/p>\n<p>\u201eDie 2018 bisher gemeldeten F\u00e4lle \u00fcbertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was f\u00fcr ein besonders starkes Auftreten und f\u00fcr einen Verbreitungssprung des Virus spricht\u201c, so Lars Lachmann, Vogelexperte vom NABU Bundesverband. Ornithologen und Tropenmediziner konnten seit 2011 feststellen, dass immer dann besonders viele V\u00f6gel verenden, wenn das Virus erstmals in einer Region auftritt, wie um Hamburg. In den Folgejahren sinken die Todeszahlen dann auf ein niedrigeres Niveau<\/p>\n<p>Um die tats\u00e4chliche Ausbreitung des Virus dokumentieren zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, m\u00f6glichst viele Verdachtsf\u00e4lle im Labor best\u00e4tigen zu k\u00f6nnen. Entsprechende Untersuchungen nehmen das Bernhard-Nocht-Institut f\u00fcr Tropenmedizin in Hamburg (BNITM) sowie manche veterin\u00e4rmedizinischen Untersuchungs\u00e4mter vor. Beim BNITM sind in diesem Jahr bereits \u00fcber 200 verendete V\u00f6gel aus ganz Deutschland eingesandt worden, davon konnten bisher 132 Tiere untersucht werden. Bei 33 Prozent der bereits untersuchten V\u00f6gel hat das BNITM das Usutu-Virus nachgewiesen. \u201eDie h\u00f6chste Aktivit\u00e4t ist dieses Jahr in Hamburg zu beobachten&#8220;, best\u00e4tigt Dr. Renke L\u00fchken vom Bernhard-Nocht-Institut f\u00fcr Tropenmedizin. \u201eHier konnten wir bei zw\u00f6lf eingesandten V\u00f6geln das Virus nachweisen.\u201c<\/p>\n<p>Durch das Virus verursachte Todesf\u00e4lle von V\u00f6geln treten jeweils w\u00e4hrend der Stechm\u00fcckensaison von Mai bis September auf. Infizierte V\u00f6gel wirken offensichtlich krank, apathisch, fl\u00fcchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als \u201eAmselsterben\u201c bekannt wurde. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und k\u00f6nnen daran sterben. Lachmann: \u201eLeider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Es bleibt lediglich die einmalige Chance zu nutzen, die Auswirkungen einer f\u00fcr Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzusch\u00e4tzen. Ziel ist es, neuartige Gef\u00e4hrdungsursachen f\u00fcr Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu k\u00f6nnen.&#8220; Tote V\u00f6gel sollen nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgest\u00fclpten Plastikt\u00fcte gegriffen werden. \u201eDer Mensch kann durch das Usutu-Virus infiziert werden, aber &#8211; wie bei den meisten durch Stechm\u00fccken \u00fcbertragenen Viren &#8211; kommt es nur sehr selten zu schweren Erkrankungen&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Renke L\u00fchken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamburg (pm). Das Vogelsterben durch das exotische Usutu-Virus setzt sich in diesem Jahr fort und betrifft nun auch erstmals Hamburg. Besonders Amseln sind betroffen. 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