{"id":6479,"date":"2018-08-26T09:14:09","date_gmt":"2018-08-26T07:14:09","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=6479"},"modified":"2018-09-23T09:52:11","modified_gmt":"2018-09-23T07:52:11","slug":"aus-dem-archiv-de-gietzhals-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/08\/26\/aus-dem-archiv-de-gietzhals-teil-1\/","title":{"rendered":"Aus dem Archiv: De Gietzhals &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Ohne Flei\u00df, kein Preis. Sich regen bringt Segen. Hochmut kommt vor dem Fall. Wie gewonnen, so zerronnen. Der Apfel f\u00e4llt nicht weit vom Stamm. Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. No all dissse Sprichw\u00f6hr will ick vers\u00f6ken, ehne Geschich to schrieben. Dat disse Sprichw\u00f6hr ob eehn Menschen toschn\u00e4den s\u00fcnd, iss selten, ober datt gift. Pass ob!<\/p>\n<p>Hier bie uns ind D\u00f6rp w\u00f6hrn nieden P\u00e4chter s\u00f6cht. Verpacht warn schull een Krooch mit Landwirtschaft. Soo fehl Land dorbie, datt de Kr\u00f6ger sick noch twee Peer, veer K\u00f6h und gans veel Federveeh leisten kunn. Jeden Nohmeddach fuddert de Nie nu sien H\u00f6hner, G\u00f6\u00f6s, Enten und Puten. So veel. Kunnst gornie all telln.<\/p>\n<p>He k\u00f6\u00f6m \u00fcmmer \u00fcm de glieke Tied mit sein Fudderemmer \u00fcnner Arm ob den Hoff und b\u00f6lgt gans luud \u201epuut-puut-puut\u201c. De Kinner, wo hier barch funn ruml\u00f6bben, h\u00f6rn sick datt jeden Dach mit an. Mit eenmoohl harn se&#8217;n Nohmen f\u00f6r denn Nieden. Funn Dach an n\u00f6hm se eem nu \u201ePuten\u201c. Dissen Nohmen, Puten, hed he nu bed sien Dood, wad noch lang duern schull, beholn.<\/p>\n<p>Bie de D\u00f6rpsl\u00fc\u00fcd har sick schnell r\u00fcmschnackt, datt he gietziech weer. Kehn Menschen g\u00fcnn he watt, nur sick s\u00fclbs. Sien Kurg\u00e4ss de obends noch inn Krooch seten und nis mehr verteern wulln, de schmeed he rud, obwohl se schunn Barch Geld versobben harn. Dat Eeten wat dachd\u00e4chlich ut de K\u00f6\u00f6k g\u00fcng, w\u00f6hr pers\u00f6nlich kontrolliert. Wenn dat Fleeschst\u00fcck to grood wehr, denn schneeh he&#8217;n St\u00fcck funn aff. Wenn dor&#8217;n Kart\u00fcffel oder Gem\u00fcse tofehl ob&#8217;n Teller leech, wandert datt tr\u00fcch in Pott.<\/p>\n<p>Veele G\u00e4ss hebt sick denn beschwert und meehn: \u201eHier kommen wir nie wieder her!\u201c Puten h\u00f6r sick dat interessiert mit an. Half so schlimm, mehnt he. So oohlglatt, wie he den wehr, antwort he: \u201eHamborch iss so grood, de wern noch lang nie all hier!\u201c De meisten G\u00e4ss k\u00f6\u00f6hm jo ut Hamborch.<\/p>\n<p>Fehle L\u00fc\u00fcd de hier fr\u00f6hst\u00fcckten, r\u00f6nn noher \u00f6ber&#8217;n Hoff und s\u00f6gen de Duben. Duben wehr datt enzige fund Federveh, wat datt hier nie geehf. Kunn jo bald gornie angohn! De Fr\u00f6hst\u00fcckseier s\u00fcnd doch \u00fcmmer so l\u00fctt wie Dubeneier. Na logisch, de groden Eier ward doch ob&#8217;n Wochenmerk verk\u00f6fft.<\/p>\n<p>\u00dcmm de Landwirtschaft m\u00fc\u00df Puten sick uck noch k\u00fcmmern. Datt wehr in August. Datt Korn st\u00f6h ob&#8217;n Halm und m\u00fc\u00df aff. De Affleger, wo dar Korn mit meid ward, iss kaputt. Ind D\u00f6rp f\u00fcnn sick twee Mann, de wulln dat mit de Leeh affmein. \u00d6ber nur f\u00f6r Naturalien, also war to Eeden. Tohuus is knapp und Puten har genoch to verdeeln. De beiden Meiers, Hein und Frie, wehrn froh, dat se noch beten tau verdehn kuhn.<\/p>\n<p>S\u00fcndachmorgen, Klock tein, g\u00f6ht loos. Obens, Klock s\u00f6ben, wehr de Kubbel aff. Denn ganzen Dach hebt de beiden ob Puten luert. Se m\u00fcssen doch watt to Eeten und Drinken hemm. He l\u00f6\u00f6d sick \u00f6ber nie seehn. \u201eNa\u201c, meehnt de beiden, denn krieg wie dat wull h\u00fctobend.<\/p>\n<p>Nu t\u00fcffeln se no Huus. Deeln eern Arbeitgeber fr\u00f6ndlich mit: \u201eDe Arbeit iss moog, de Kubbel is aff.\u201c Puten spoor nie mit fr\u00f6ndliche W\u00f6hr. So ass \u201ed\u00fcchdige L\u00fc\u00fcd und fliedige Arbeiter\u201c. He dreid sick \u00fcmm und sech noch ind wechgohn: \u201eDenn m\u00f6\u00f6d ji jo betoolt hemm.\u201c Nu k\u00f6hm he wehr, dr\u00fcck jeden in Zeitungspapier inwikelt, half Pund Bodder in de Hand und mehnd: \u201eH\u00fc\u00fct s\u00fcnd ji \u00f6ber gaud bedeent!\u201c Frie und Hein keken sick an und fr\u00f6gn: \u201eIss datt Alns?\u201c Puten mehnt denn: \u201eWatt denkt ji? De Bodder iss d\u00fcer. Sied doch froh. Ji kennt doch nur Palmin und Margarien. Hebt jo noch nie gaud Budder eten.\u201c Dor hebt de beiden sick schwoorn, v\u00f6r denn Gietzkrogen mogt wie kehn Finger mehr krumm und wie hundert Johr oold ward.<\/p>\n<p>Bedher wehr Puten jo nur P\u00e4chter. Dat schull nu anners warn. He kreech ferdi datt ganze Anwesen to k\u00f6pen. Nu kunn he sick \u201eEigent\u00fcmer und Besitzer\u201c nenn. Dat Ungl\u00fcck oder dat Gl\u00fcck, egohl, kannst seggen, wat du wullt, datt ganz Schied brennt aff.<\/p>\n<p>Nod&#8217;n Johrstied st\u00f6h weller alns. Fehl bedder ass fr\u00f6her. De Fremdenzimmer mit flie\u00dfend Wodder. Dat Tante-Meier, nie mehr ob&#8217;n Hoff, wie s\u00fcnst. Nee, ind Huus und datt twee St\u00fcck. Dennoch mit&#8217;n Bohwann. In de Gasstuuf harn nu 30 Mann Platz. Eedruhm f\u00f6r de Huusg\u00e4ss gehft extra, eehne Sch\u00fc\u00fcn und&#8217;n Schwiensstall wehr uck noch bie \u00f6ber. Allns betoolt. Dat Geld het he im Schweed sienes Angesichts ehrlich verdeent. De Schweed fun de anner L\u00fc\u00fcd, de em holpen hebt, ward nie \u00f6ber schnackt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/09\/09\/aus-dem-archiv-de-gietzhals-teil-2\/\">De Gietzhals \u2013 Teil 2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Flei\u00df, kein Preis. 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