{"id":63997,"date":"2024-08-22T06:56:00","date_gmt":"2024-08-22T04:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=63997"},"modified":"2024-08-21T11:02:50","modified_gmt":"2024-08-21T09:02:50","slug":"pestel-institut-legt-wohnungsmarkt-analyse-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2024\/08\/22\/pestel-institut-legt-wohnungsmarkt-analyse-vor\/","title":{"rendered":"Pestel-Institut legt Wohnungsmarkt-Analyse vor"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm). <\/strong>Es muss gebaut werden: Bis 2028 braucht der Kreis Herzogtum Lauenburg den Neubau von rund 1.350 Wohnungen \u2013 und zwar pro Jahr. Diese Wohnungsbau-Prognose f\u00fcr die kommenden vier Jahre hat das Pestel-Institut in einer aktuellen Regional-Analyse zum Wohnungsmarkt ermittelt. \u201eDer Neubau ist notwendig, um das bestehende Defizit \u2013 immerhin fehlen im Kreis Herzogtum Lauenburg aktuell rund 1.980 Wohnungen \u2013 abzubauen: Aber auch, um abgewohnte Wohnungen in alten H\u00e4usern nach und nach zu ersetzen. Hier geht es insbesondere um Nachkriegsbauten, bei denen sich eine Sanierung nicht mehr lohnt\u201c, sagt Matthias G\u00fcnther vom Pestel-Institut.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wissenschaftler erwartet, dass das Baupensum allerdings zur\u00fcckgeht: G\u00fcnther spricht von einem \u201elahmenden Wohnungsneubau, dem mehr und mehr die Luft ausgeht\u201c. So gab es in den ersten f\u00fcnf Monaten dieses Jahres nach Angaben des Pestel-Instituts im ganzen Kreis Herzogtum Lauenburg lediglich f\u00fcr 223 neue Wohnungen eine Baugenehmigung. Zum Vergleich: In 2023 waren es im gleichen Zeitraum immerhin noch 374 Baugenehmigungen. \u201eDamit ist die Bereitschaft, im Herzogtum neuen Wohnraum zu schaffen, innerhalb von nur einem Jahr um 40 Prozent zur\u00fcckgegangen\u201c, sagt Matthias G\u00fcnther.<\/p>\n\n\n\n<p>An dem Wohnungsbedarf im Herzogtum \u00e4ndere auch die Zahl leerstehender Wohnungen nichts: Der aktuelle Zensus registriert f\u00fcr den Kreis Herzogtum Lauenburg immerhin rund 2.610 Wohnungen, die nicht genutzt werden, so das Pestel-Institut. Das seien 2,7 Prozent vom gesamten Wohnungsbestand im Kreis. Ein Gro\u00dfteil davon \u2013 n\u00e4mlich rund 1.150 Wohnungen \u2013 stehe jedoch schon seit einem Jahr oder l\u00e4nger leer. \u201eDas sind immerhin rund 44 Prozent vom Leerstand. Dabei geht es allerdings oft um Wohnungen, die auch keiner mehr bewohnen kann. Sie m\u00fcssten vorher komplett \u2013 also aufwendig und damit teuer \u2013 saniert werden\u201c, sagt Matthias G\u00fcnther.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich sei ein gewisser Wohnungsleerstand aber immer auch notwendig. \u201eRund 3 Prozent aller Wohnungen, in die sofort jemand einziehen kann, sollten frei sein. Schon allein, um einen Puffer zu haben, damit Umz\u00fcge reibungslos laufen k\u00f6nnen. Und nat\u00fcrlich, um Sanierungen \u00fcberhaupt machen zu k\u00f6nnen. Aber es wird nur selten gelingen, Wohnungen, die lange leer stehen, wieder zu aktivieren und an den Markt zu bringen\u201c, so das Fazit von Matthias G\u00fcnther.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn viele Hauseigent\u00fcmer halten sich nach Beobachtungen des Pestel-Instituts mit einer Sanierung zur\u00fcck: \u201eIn ihren Augen ist eine Sanierung oft auch ein Wagnis. Sie sind verunsichert. Sie wissen nicht, welche Vorschriften \u2013 zum Beispiel bei Klimaschutz-Auflagen \u2013 wann kommen. Es fehlt einfach die politische Verl\u00e4sslichkeit. Ein Hin und Her wie beim Heizungsgesetz darf es nicht mehr geben\u201c, kritisiert der Leiter des Pestel-Instituts. Au\u00dferdem hapere es bei vielen auch am n\u00f6tigen Geld f\u00fcr eine Sanierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Gr\u00fcnde, warum leerstehende Wohnungen nicht vermietet werden: \u201eImmer wieder kommt bei Erbstreitigkeiten kein Mietvertrag zustande. Und oft scheuen sich Hauseigent\u00fcmer auch, sich einen Mieter ins eigene Haus zu holen, mit dem sie sich am Ende vielleicht nicht verstehen\u201c, sagt Matthias G\u00fcnther. F\u00fcr ihn steht deshalb fest: \u201eAm Neubau von Wohnungen f\u00fchrt daher auch im Herzogtum kein Weg vorbei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pestel-Institut hat die Regional-Analyse zum Wohnungsmarkt im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) durchgef\u00fchrt. F\u00fcr dessen Pr\u00e4sidentin macht die Untersuchung eines deutlich: \u201eEs ist eine Milchm\u00e4dchenrechnung, die leerstehenden Wohnungen gegen den aktuellen Bedarf an Wohnungen gegenzurechnen. Das funktioniert so nicht. Politiker, die das gerade versuchen, betreiben Augenwischerei\u201c, sagt Katharina Metzger. Sie erteilt damit der Aufforderung von Klara Geywitz (SPD) eine klare Absage. Die Bundesbauministerin hatte zuletzt den Menschen, die eine Wohnung suchen, geraten, aufs Land zu ziehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Katharina-Metzger-Bundesverbandes-Deutscher-Baustoff-Fachhandel-hfr.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-63999\" style=\"width:398px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Katharina-Metzger-Bundesverbandes-Deutscher-Baustoff-Fachhandel-hfr.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Katharina-Metzger-Bundesverbandes-Deutscher-Baustoff-Fachhandel-hfr-300x200.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Katharina-Metzger-Bundesverbandes-Deutscher-Baustoff-Fachhandel-hfr-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Katharina-Metzger-Bundesverbandes-Deutscher-Baustoff-Fachhandel-hfr-750x500.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Katharina Metzger, Pr\u00e4sidentin  Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel. Foto: hfr<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr die Verbandschefin vom Baustoff-Fachhandel steht fest: \u201eDer Wohnungsbau ist auch im Herzogtum das Bohren dicker Bretter.\u201c Um voranzukommen, fordert Metzger, die Baustandards zu senken: \u201eEinfacher bauen \u2013 und damit g\u00fcnstiger bauen. Das geht, ohne dass der Wohnkomfort darunter leidet. Andernfalls baut bald keiner mehr.\u201c Es m\u00fcsse ein \u201estarkes Abspecken\u201c bei Normen und Auflagen geben \u2013 im Bund, bei den L\u00e4ndern und Kommunen. Katharina Metzger warnt: \u201eAm Ende stoppen \u00fcberzogene F\u00f6rderkriterien, Normen und Auflagen den Neubau von Wohnungen \u2013 von hoch geschraubten Klimaschutzma\u00dfnahmen, ohne die es keine F\u00f6rderung gibt, bis zu Stellpl\u00e4tzen, ohne die erst gar nicht gebaut werden darf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Scharfe Kritik richtet Metzger an den Bund: \u201eEs passiert zu wenig. Und was jetzt passiert, kommt zu sp\u00e4t. Wer 400.000 Neubauwohnungen \u2013 darunter 100.000 neu gebaute Sozialwohnungen \u2013 im Wahlkampf verspricht und im Koalitionsvertrag festschreibt, der darf nicht erst ein Jahr vor der n\u00e4chsten Bundestagswahl wach werden.\u201c Ohne eine deutlich st\u00e4rkere staatliche Unterst\u00fctzung w\u00fcrden weder der notwendige Neubau noch die Sanierungen von Wohnungen im erforderlichen Umfang gelingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem kritisiert Metzger gemeinsam mit den Wissenschaftlern vom Pestel-Institut den geplanten Bundeshaushalt f\u00fcr 2025: Darin fehlten dringend notwendige F\u00f6rdermittel f\u00fcr den Wohnungsneubau \u2013 allen voran f\u00fcr den sozialen Wohnungsbau. Der ben\u00f6tigt nach Berechnungen des Pestel-Instituts mindestens 12 Milliarden Euro pro Jahr von Bund und L\u00e4ndern. Der Bund stelle f\u00fcr 2025 jedoch lediglich 3,5 Milliarden Euro bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Perspektive sei schlecht: Bis 2028 wolle die Bundesregierung Sozialwohnungen mit weniger als 22 Milliarden f\u00f6rdern. \u201eDas reicht hinten und vorne nicht. Und es ist ein willk\u00fcrlich gegriffener Zeitraum, um eine vermeintlich hohe Milliardensumme in den Raum zu stellen. Doch die Wahrheit dahinter ist: Der soziale Wohnungsbau wird bei dieser Bundesregierung auch weiter auf der Strecke bleiben. Das m\u00fcssen die Menschen den heimischen Bundestagsabgeordneten im Kreis Herzogtum Lauenburg jetzt klarmachen. Nur wenn es massiven Druck vor Ort gibt, werden diese und die kommende Bundesregierung begreifen, wie ernst die Lage ist\u201c, sagt Katharina Metzger.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell erlebe die Wohnungsbau-Branche \u201eeinen regelrechten Absturz\u201c. Viele Unternehmen h\u00e4tten bereits Kapazit\u00e4ten abbauen m\u00fcssen. \u201eDie Neubau-Zahlen gehen in den Keller. Mauerstein-Hersteller zum Beispiel schlie\u00dfen Werke. Die Entlassungswelle rollt: Der Bau verliert Besch\u00e4ftigte \u2013 darunter gute Fachkr\u00e4fte. Dabei ist das das Letzte, was sich Deutschland jetzt erlauben darf\u201c, so Katharina Metzger.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verbandspr\u00e4sidentin des Baustoff-Fachhandels warnt gemeinsam mit dem Pestel-Institut vor einer \u201eAbsturz-Spirale beim Wohnungsneubau\u201c. Die Situation sei fatal: \u201eWohnungsnot trifft auf Nicht-Wohnungsbau. Diese toxische Entwicklung muss dringend gestoppt werden.\u201c Denn Wohnungsmangel schaffe soziale Spannungen. \u201eWenn sich Menschen wochen- und monatelang um eine neue Wohnung k\u00fcmmern m\u00fcssen, dann braut sich da etwas zusammen. Das ist Gift f\u00fcr das soziale Miteinander in der Gesellschaft\u201c, so Katharina Metzger.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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