{"id":61748,"date":"2015-03-14T18:57:00","date_gmt":"2015-03-14T16:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=61748"},"modified":"2024-06-11T19:10:30","modified_gmt":"2024-06-11T17:10:30","slug":"engagiert-dabei-moellner-willkommenskultur-laeuft-auf-hochtouren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2015\/03\/14\/engagiert-dabei-moellner-willkommenskultur-laeuft-auf-hochtouren\/","title":{"rendered":"Engagiert dabei: M\u00f6llner Willkommenskultur l\u00e4uft auf Hochtouren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>M\u00f6lln (aa).<\/strong> Deutschland erlebt aktuell eine gro\u00dfe Fl\u00fcchtlingswelle wie zuletzt in den 90er Jahren. Die hier ankommenden Asylbewerber werden zun\u00e4chst auf die L\u00e4nder, dort auf die Kreise und zum Schluss in die einzelnen Kommunen verteilt. Wie in den 90er Jahren stehen Kommunen wie M\u00f6lln vor dem Problem f\u00fcr die gro\u00dfe Anzahl dieser Menschen gen\u00fcgend Wohnraum anzuschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEnde 2014 hatte M\u00f6lln rund 100 Asylbewerber aufgenommen. Bis Ende 2015 werden es voraussichtlich 230 sein\u201c, kl\u00e4rt B\u00fcrgermeister Jan Wiegels auf. Bis jetzt konnten alle diese in M\u00f6lln Schutz suchenden Menschen dezentral unter anderem in von der Stadt angemietete Wohnungen untergebracht werden. Doch f\u00fcr die n\u00e4chsten Ank\u00f6mmlinge steht vor der Unterbringung ein gro\u00dfes Fragezeichen. \u201eDie Unterbringung ist f\u00fcr uns das zentrale Problem. Wir gehen da am Stock\u201c, so Wiegels weiter. Aktuell plane man \u201eunter Hochdruck\u201c die Anmietung von Wohncontainern. Da viele andere Kommunen sich in einer \u00e4hnlichen Situation befinden, m\u00fcsse man rechtzeitig anmieten, bevor die Nachfrage das Angebot \u00fcbersteigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wirklich gl\u00fccklich w\u00e4re der M\u00f6llner Verwaltungschef mit der rund 300.000 Euro (Miete f\u00fcr 60 Monate) teuren Containerl\u00f6sung nicht. Die Stadt w\u00fcrde, nicht nur wegen der Kosten, die Fl\u00fcchtlinge weiter dezentral unterbringen. \u201eEs ist durchaus noch freier Wohnraum in M\u00f6lln vorhanden\u201c, wei\u00df Wiegels zu berichten. Doch wenn die Stadtverwaltung bei den Vermietern anfragt, sto\u00dfe man auf \u201eviele \u00c4ngste, Vorbehalte, bis hin zu unverhohlenen Rassismus\u201c, so Wiegels weiter. Dabei seien diese \u00c4ngste unbegr\u00fcndet. Bei der Unterbringung tritt die Stadt als Mieter beziehungsweise Mietezahler auf. Auch f\u00fcr gegebenenfalls auftretende Sch\u00e4den an der Wohnung w\u00e4re logischerweise der Mieter, also die Stadt, haftbar. Das Risiko f\u00fcr Vermieter ist also denkbar gering.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Asyllbewerber, die hier in der Region ankommen, stammen vornehmlich als Syrien. Weitere sind Kosovo-Albaner, Serben, Iraker und B\u00fcrger aus Eritrea. Zumeist ist es die gebildete Mittelschicht, die die Flucht in den Westen angetreten ist. Es sind Menschen, die nach Sicherheit f\u00fcr Leib und Leben, aber auch nach einer Perspektive suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Thematik wird uns auf lange Sicht begleiten\u201c, prognostiziert Jan Wiegels. Daher sei es umso wichtiger, die Fl\u00fcchtlinge von Anfang an in die Gesellschaft zu integrieren. Anders als in den 90er Jahren hat man dieses Thema jetzt erkannt. So sind viele Menschen in vielen Gemeinden heutzutage bereit, den Asylbewerbern zu helfen. In vielen Kommunen haben sich \u201eRunde Tische f\u00fcr Willkommenskultur\u201c gebildetet \u2013 so auch in M\u00f6lln. Aktuell sind es rund 40 ehrenamtlich t\u00e4tige M\u00f6llner, die den Asylbewerbern helfen, sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aktiven der M\u00f6llner Willkommenskultur verteilen sich auf drei Arbeitsgruppen: \u201eAlltagshilfen\u201c, \u201eVeranstaltungen und Angebote\u201c sowie \u201eSprache\u201c. In der AG \u201eAlltagshilfen\u201c geht es unter anderem um Begleitung zu anstehenden Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder Arztbesuchen. \u201eDa sind wir immer wieder gefordert und wollen wir auch gerne mitgehen\u201c, erkl\u00e4rt D\u00e9nes Kelemen, der zusammen mit Matthias Lage als Sprecher der Willkommensinitiative fungiert. In der AG \u201eVeranstaltungen und Angebote\u201c geht es um gemeinsame Aktivit\u00e4ten \u201ein gut nachbarschaftlicher Art\u201c, wie Kelemen erl\u00e4utert. Dazu z\u00e4hlen Ausfl\u00fcge, zum Beispiel nach Hamburg, aber auch das regelm\u00e4\u00dfig immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr stattfindende Caf\u00e9 International in der Begegnungst\u00e4tte Lohgerberei. Die dritte AG \u201eSprache\u201c kn\u00fcpft an die Sprachkurse von Educare M\u00f6lln an, wo die Asylsuchenden zur ersten Orientierung einen \u201eGrundstock\u201c an Deutsch vermittelt bekommen. Die Ehrenamtlichen der Willkommenskultur, teils pensionierte Lehrkr\u00e4fte, agieren im Anschluss als sogenannte Deutschpaten, um Sprachschatz und Sprachverst\u00e4ndnis alltagsnah zu festigen. \u201eEs wird immer wieder deutlich, dass die Sprache der Schl\u00fcssel ist\u201c, sagt Jan Wiegels, der auch Schirmherr des Runden Tisches f\u00fcr Willkommenskultur ist. Und die Asylsuchenden sind super engagiert dabei, wie D\u00e9nes Kelemen zu berichten wei\u00df. Auch bei den Ehrenamtlern herrsche eine \u201etolle Stimmung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Integration ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, da ist die ganze Stadt gefordert\u201c, sagt Jan Wiegels, der allen Aktiven der Willkommenskultur f\u00fcr Ihren Einsatz dankt. Bei allem Aufwand darf man letztlich auch nicht die Vorteile einer gegl\u00fcckten Integration au\u00dfer Acht lassen. Denn die meisten Fl\u00fcchtlinge, sind gut ausgebildet und k\u00f6nnten den Fachkr\u00e4ftemangel hier vor Ort mildern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Runde Tisch f\u00fcr Willkommenskultur wird seine Arbeit in jedem Fall fortsetzen. Weitere M\u00f6llner, die hier aktiv werden, sind gern gesehen. Wer einmal \u201ereinschnuppern\u201c m\u00f6chte, kann einmal beim bereits erw\u00e4hnten Caf\u00e9 International vorbeischauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6lln (aa). Deutschland erlebt aktuell eine gro\u00dfe Fl\u00fcchtlingswelle wie zuletzt in den 90er Jahren. 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