{"id":6135,"date":"2017-07-27T11:02:19","date_gmt":"2017-07-27T09:02:19","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=6135"},"modified":"2018-08-14T11:05:15","modified_gmt":"2018-08-14T09:05:15","slug":"ohne-kompromisse-wird-es-nicht-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2017\/07\/27\/ohne-kompromisse-wird-es-nicht-gehen\/","title":{"rendered":"Ohne Kompromisse wird es nicht gehen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"rtejustify\"><strong>Duvensee (pm). <\/strong>Die Organisatoren der Veranstaltung am 25. Juli 2017 hatten Stuhlreihen mit insgesamt 225 St\u00fchlen im Tagungsraum der \u201eDuvenseer Schmiede\u201c aufgestellt. Die waren bereits eine halbe Stunde vor dem Beginn um 18 Uhr vollst\u00e4ndig besetzt, was viele nachstr\u00f6mende Interessierte jedoch nicht abhielt, trotzdem zu bleiben. So erlebten sch\u00e4tzungsweise 300 Menschen die Pr\u00e4sentation des Schutzw\u00fcrdigkeitsgutachtens f\u00fcr das Duvenseer Moor durch Minister Robert Habeck und weiteren Mitarbeitern aus dem MELUND (Ministerium f\u00fcr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung) und LLUR (Landesamt f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume).<\/p>\n<p class=\"rtejustify\">Um es vorwegzunehmen: Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass es eine sehr hohe Schutzw\u00fcrdigkeit f\u00fcr das Moor gibt, einhergehend mit einer sehr hohen Schutzbed\u00fcrftigkeit.<\/p>\n<p class=\"rtejustify\">Nach einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung durch den Amtsvorsteher des Amtes Sandesneben-Nusse, Ulrich Hardtke, gab Minister Habeck als Moderator bekannt, wie der Abend ablaufen soll. Manfred Bohlen aus der Abteilung Naturschutz des MELUND leitete die Reihe der Vortr\u00e4ge mit grunds\u00e4tzlichen Betrachtungen zum Naturschutz ein. Dabei zeigte er Beispiele aus bereits vorhandenen Schutzgebieten auf. Klaus J\u00f6dicke aus dem B\u00fcro der Biologen im Arbeitsverbund, das vom MELUND beauftragt wurde, stellte das eigentliche Gutachten vor. Anhand vieler Beispiele seltener und vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tiere, belegte er die Schutzw\u00fcrdigkeit des Moores, dessen Erhaltung durch eine Fundst\u00e4tte mittelsteinzeitlicher Artefakte noch zus\u00e4tzlich an Bedeutung gewinnt.<\/p>\n<p>Jeanine Wagner von der M\u00f6llner integrierten Station des LLUR pr\u00e4sentierte erste Ergebnisse der Gespr\u00e4che aus den Arbeitskreisen, die mit Abordnungen der betroffenen Gemeinden im Vorwege stattfanden. Zu den Bereichen Tourismus, Jagd, Land- und Wasserwirtschaft gibt es einige Anmerkungen, W\u00fcnsche und Kritikpunkte. Ines Winkelmann von der Abteilung Naturschutz des LLUR kn\u00fcpfte daran an und stellte den Ablauf des anstehenden Rechtsetzungsverfahrens vor, in dem die Bedenken und Forderungen aus den anliegenden Gemeinden Duvensee, Klinkrade, Labenz und L\u00fcchow weitestgehend ber\u00fccksichtigt werden sollen.<\/p>\n<p>Alle vier B\u00fcrgermeister und drei Gemeinevertretungen dieser Gemeinden lehnen die Einrichtung eines Naturschutzgebietes ab. Unterst\u00fctzt durch den Landtagspr\u00e4sidenten Klaus Schlie wollen sie den Naturschutz durch die Gr\u00fcndung eines Vereins vor Ort selbst in die Hand nehmen. Herr Vogler aus Duvensee trug die Argumente daf\u00fcr vor. Im Verlaufe seines Beitrags wurde jedoch immer deutlicher, dass die einzelnen Positionen mit denen des LLUR gar nicht weit auseinanderliegen, in vielen F\u00e4llen sogar deckungsgleich sind.<\/p>\n<p class=\"rtejustify\">Gegen den leichten Widerstand einiger Anwesender lie\u00df Minister Habeck (Foto re.) als zus\u00e4tzlichen Punkt der Tagesordnung eine Stellungnahme der B\u00fcrgerinitiative (BI) \u201ePro Natur-Duvenseer Moor\u201c zu. Herr D\u00e4kena aus Duvensee beklagte darin die seiner Ansicht nach mangelnde Mitnahme der Bev\u00f6lkerung das Thema betreffend. Begleitet von einigen w\u00fctenden Zwischenrufen stellte er fest, dass nach seiner und der Meinung der BI-Mitglieder seitens der Gemeindevertretungen der Eindruck erweckt werde, dass alle Einwohner der betreffenden D\u00f6rfer sich gegen ein Naturschutzgebiet (NSG) stellen. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. Nach seinen Gespr\u00e4chen und Erfahrungen gibt es eine klare Mehrheit f\u00fcr die Einrichtung eines NSG innerhalb der Gemeinden.<\/p>\n<p class=\"rtejustify\">In zwei Diskussionsrunden gab es die M\u00f6glichkeit zur Meinungs\u00e4u\u00dferung. Es kamen einige der vielschichtig gelagerten Probleme und Ansichten zur Sprache. Unter anderem Landwirte, Jagdp\u00e4chter, F\u00f6rster und Natursch\u00fctzer kamen zu Wort. B\u00fcrgermeister Hans-Peter Grell aus Duvensee legte ebenfalls noch einmal seinen Standpunkt dar. Minister Robert Habeck und andere Anwesende beantworteten jeden Beitrag, nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr jeden und je nach Ansicht nicht immer zufriedenstellend, und versuchten unerm\u00fcdlich, \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten.<\/p>\n<p class=\"rtejustify\">Die Erstellung eines wasserwirtschaftlichen und -technischen Gutachtens ist f\u00fcr den weiteren Verlauf des Verfahrens unabdingbar. Das wird mindestens ein Jahr dauern. Als Fazit schlug Minister Habeck vor, diese Zeit f\u00fcr weitere Gespr\u00e4che mit den Betroffenen zu nutzen. Denn eines zog sich durch den gesamten Abend: Ohne Kompromisse wird es nicht gehen. \u201eGr\u00fcnden sie ihren Verein und wir werden dann sehen, wie wir letztendlich zusammenkommen\u201c, sagte Minister Habeck sinngem\u00e4\u00df zum Abschluss.<\/p>\n<p class=\"rtejustify\">Die Aussichten, die scheinbar unvers\u00f6hnlichen Ansichten zusammenzubringen, stehen angesichts vieler gleicher Positionen gar nicht so schlecht. Vielleicht k\u00f6nnten die Anlieger und Gemeinden ja eines Tages zu Sachwaltern vor Ort f\u00fcr ein zuk\u00fcnftiges Naturschutzgebiet werden?<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Duvensee (pm). Die Organisatoren der Veranstaltung am 25. Juli 2017 hatten Stuhlreihen mit insgesamt 225 St\u00fchlen im Tagungsraum der \u201eDuvenseer Schmiede\u201c aufgestellt. 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