{"id":5980,"date":"2018-08-05T09:16:11","date_gmt":"2018-08-05T07:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=5980"},"modified":"2018-08-05T09:16:11","modified_gmt":"2018-08-05T07:16:11","slug":"aus-dem-archiv-de-geistereek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/08\/05\/aus-dem-archiv-de-geistereek\/","title":{"rendered":"Aus dem Archiv: De Geistereek"},"content":{"rendered":"<p>Hebt ji schunn mool funn denn Hexenstiech und de Geistereek h\u00f6rt? N\u00e4? Noch nie? Denn is gaud! Denn looh ik ju inn disse Sp\u00f6kelgegend tau bes\u00f6gen. Wie drobt uns ob den halben Barch, twischen Bobn und Nern-Kleveez. Genau door wo de h\u00fcdige Kirchenwech anfang. Nu knieb de Oogen dich und denk eenhundert Joor tr\u00fcch. Nu s\u00fcnd wie ind Joor 1895. Links funn uns de steile Barch. Grodud de Hexenstiech. De grode Kurf, wo wie hier nu stood, leech twischen fief und s\u00f6ss Meder deeper.<\/p>\n<p>Soo! Nu moog de Oogen weller open. Disse Tied, so bie 1895 r\u00fcmm, w\u00fcld wie nu bel\u00e4ben.<\/p>\n<p>De Barch, so steil, k\u00f6hms kuum mitn leeren Wogen hoch. In de Mid funn Barch weer noch ne Lehmoder. Door w\u00f6rd \u00fcmmer matschi. So manches Gespann iss hier steggen bl\u00e4ben. Denn heed dat \u00fcmmer, datt iss jo wie verhex oder hier iss de D\u00fcbel mit ind Speel.<\/p>\n<p>Hier \u00fcnn, wo wie nu stood, st\u00f6h de Geistereek. Genau door, wod in Hexenstiech rinn geid. De Eek, so hed man domols vertellt, schull \u00f6ber dusend Joor old sien. Se har ne m\u00e4chtige Kroon und\u00b4n \u00f6berm\u00e4\u00dfigen diggen Stamm.<\/p>\n<p>In de Joor \u00fcmm 1800 r\u00fcmm, ass man de groden Buernh\u00fcser und Sch\u00fcnen budd het, geeft kuum noch Eeken in disse Gegend. De Geistereek hed man stoon loden. Se har tofeel \u00c4ss. Se weer to knorri. Mit de Tied weern uk schunn enige \u00c4ss affstorben. Een Teken dat se old weer. An eenen Sommerdach tr\u00f6ggen gewaltiges Gewidder ob. Een Blitz schl\u00f6ch in de Eek. Sowad hed dat hier noch nie geben. Uck de olen L\u00fc\u00fcd kunn sick nie erinnern, dat bie uns schunn mool de Blitz inschlogen hett.<\/p>\n<p>Dat geid nie mit rechten Dingen tau. Nu har de Blitz funn de Kroon bed non \u00fcnnersten Stamm sein Teken achterloden. De Baum weer deelwies obplatz. In de Eer rinn, neben de W\u00f6ddeln deep Lock. Binn in Stamm f\u00fcng an to gl\u00f6\u00f6sen. De Stamm brennd ut. Nie so mit\u00b4n richdige Flamm! Nee, datt bl\u00f6ger Doochlang f\u00f6r sik hinn. Denn werd F\u00fcer uud. De Eek iss udbrennd. Se weer holl. Ob de een Sied har seen grood Lock. So grood, kuns rinnkruben. Ers hebt de Kinners datt vers\u00f6cht. Fief Kleboders f\u00fcnn dor binn Platz.<\/p>\n<p>No g\u00f6\u00f6d jo loos mit dat vertelln. Ick heff \u00fcmmer sech, de Eek iss verhex. Een w\u00fcss mehr Gruselgeschichten as de anner. De Fantasie n\u00f6hm \u00fcmmer gr\u00f6dere Formen an. Nu g\u00f6\u00f6d weer mit den Hexenstiech loos. \u00dcms\u00fcns hed man denn Wech non \u00fcnnersten Pingstbarch nie Hexenstiech d\u00f6\u00f6b. Door iss wad fuul. Hier hed de D\u00fcbel sien Hand mit ind Speel.<\/p>\n<p>Nu ward ersmool Hars und Winter. Denn, wie \u00fcmmer k\u00f6\u00f6m dat Fr\u00f6hjoor. Buten ward gr\u00f6\u00f6n. De ersten Bl\u00e4h s\u00fcnd tosehn. Wat passeer nu mit de Eek? Naturlie w\u00f6\u00f6r se uk gr\u00f6\u00f6n. \u00d6ber nur fun de een Sied, de anner Sied bleef dr\u00f6\u00f6ch. Kann denn sowad \u00f6berhaupt angahn? Schunn weller harn de annern de Schuld. Mit de anner meen man de Geister, Hexen, den D\u00fcbel. Nu het man nur noch mit v\u00f6rgeholne Hand schwistert. So liesen, schull doch n\u00fcms h\u00f6rn.<\/p>\n<p>Nu werd r\u00fcmm in de Gegend. Bie de Eek geid dat nie mit rechten Dingen tau. Sied bloos v\u00f6rsichdi, wenn ji inn D\u00fcstern door v\u00f6rbie m\u00f6\u00f6d.<\/p>\n<p>Die J\u00fcngeren am\u00fcsiern sig und meehn, de Tied mit den D\u00fcbel, Geister und Hexen hebt wie achter uns. \u00d6ber de Ooln, de wern \u00f6bert\u00fccht funn de schnockschen Kroohm.<\/p>\n<p>To de Ooln und \u00d6bert\u00fc\u00fcchten geh\u00f6r uck Ludn. \u00d6beer so ool w\u00f6hr Ludn noch gorni. He s\u00fc\u00f6hnur so ut. Also, he iss noch nie old und nie mehr jung. So middenmang. Sien Arbeit har he obn Hoff in Nern-Kleveez, wo he asn d\u00fcchdigen, fliedigen, gef\u00e4lligen Mann ankend ward. Man sech emm nur nooh, dat he banni gruhli w\u00e4r.<\/p>\n<p>Wenn nachts de Uhl schrie, tr\u00f6ck he schun de Bettdeek \u00f6bern Kopp. Ludn har noch een Fehler. He schiel! So schlimm, dat he mit dat linke Oog in de rechte Wessentach kieken kunn. Bied vertelln w\u00fcss man nie ween he meen. Dor\u00fcm kunn he uck keehne Frau finn. Keen beed an. Ludn w\u00fcss hundertprozentich, dat de Hexen und de D\u00fcbel hier irgendwo ob jeden een luert. De jungen L\u00fc\u00fcd hier ut de Gegend dr\u00f6pen sick, wenn Tied weer, in Krooch in Bobnkleveez. Door werd gem\u00fctli. De K\u00f6hm schmeckt, weer billi. De Kr\u00f6ger schmeed keen Besobbenen f\u00f6r de D\u00f6\u00f6r.<\/p>\n<p>Een gauden Dach sitt man weller tosomm. Lusti und vergn\u00f6\u00f6ch verbr\u00f6ch man den Obend. Nu harn sick dree junge L\u00fc\u00fcd ut D\u00f6rp wat schuderiges utdacht. Se wulln Ludn bang mogen. Se harn sick widde Bettlokens \u00fcmbummelt und w\u00fcssen genau, dat he ut\u00b4n Krooch k\u00f6\u00f6m und hier bi de Eek v\u00f6rbie m\u00fcss.<\/p>\n<p>F\u00f6r de Zechkumpanen inn Krooch werd all sp\u00e4\u00e4d worn. Ludn st\u00f6h ob, n\u00f6\u00f6m sein Haud und sech: \u201eNa denn uck, bed anner moohl.\u201c D\u00f6\u00f6r open, denn ruud in d\u00fcstern Richtung Heimat. Nu sech he tau sick s\u00fclben: \u201e Angs heck he \u00f6berhaupt nie!\u201c \u00d6ber so l\u00fcttbet\u00b4n mulmi weer eem doch. He m\u00fcss jo bie de Eek v\u00f6rbie. \u00dcm de Angs so beten to verkniepen fleit und s\u00fcng he. Aff und an bliff he stoon. Dreid sick \u00fcmm. Nee, k\u00fcmmt keener! So kord f\u00f6r de Eek mog he nochmool Paus. Genau dort wo dat matschige Leemlock iss. Nu sliger he, gans liesen, een Schritt nodn anner, ob de Eek tau. Dat letz End wull he denn in\u00b4n Gallop v\u00f6rbie. So har sick datt dacht.<\/p>\n<p>Grohd wo he tunn lopen ansedden wull, k\u00f6\u00f6m dree widde Gestalten ut de Eek rud. Se tooften genau ob em tau. Dat kunn Ludn in d\u00fcstern sehn. Hier kommt de Geister oder de Gespenster. Kunn uk de D\u00fcbel s\u00fclbn sien. De dree Widden toosten \u00fcm den Bangb\u00fcks r\u00fcmm, spr\u00fcng opp und dool, se schupsen, buffen und knepen. \u00d6ber nur so l\u00fctt beten. Se schrien und b\u00f6lkten, se g\u00e4ben T\u00f6\u00f6n funn sick, so ass?<\/p>\n<p>Nee, kans gorni vertelln oder beschrieben, so schrill, so luud. Sunn Geschrie kunn nur fun de Geister komm. Wad g\u00f6h Ludn nu allns d\u00f6rchn Kopp. Bloos wech fun hier. He zidder und b\u00e4ber an\u00b4n ganzen Lief. V\u00f6r luder Angs schrie he genau so luud, wie sien Gegen\u00f6ber. Kuns meenen de ganzen K\u00f6\u00f6h in Stall b\u00f6lgten mit eenmool loos. Bied\u00b4n wechlopen f\u00fcll he uck noch hinn. Een Ungl\u00fcck k\u00fcmt nu selten alleen. Biedn Hinfaln schrammt he noch sien N\u00e4\u00e4s aff.<\/p>\n<p>V\u00f6rn D\u00f6\u00f6tz weer ne grode Buuhl.<\/p>\n<p>Schun wied f\u00f6rn Hoff, wo he jo Tohuus iss, b\u00f6lgt he: \u201eH\u00f6lpt mie! H\u00f6lpt mie!\u201c Obn Hoff weer man schun lang to Bett gohn. Nu \u00f6ber rud ut de Puuch. Erst hebs meend dat brend. N\u00e4! F\u00f6r de Grooddeeld\u00f6hr st\u00f6h de arme Sp\u00e4dheimkehrer. Ludn, wad iss mit die? Wad hebs mit die mogt? Nu stammelt Ludn wad funn de Geister. Funn Oogen utkratzen. Funn de scharben Krallen. He babbelt allns d\u00f6rchnanner. Hett lang duert bat man markt wat he \u00f6berhaupt meen. Sien affschrammt N\u00e4\u00e4s har so beten bl\u00f6\u00f6d. Dat Blaud weer \u00f6berd ganze Gesich verschmeert. Mit Sch\u00f6nheit kunn Ludn noch nie prooln. \u00d6ber nu? Sien Gesich s\u00fc\u00fcd ut wien affschlacht Schwien. Na, w\u00fcld wie nie l\u00e4nger \u00f6ber schnaggen. So noo und noo beruhigt he sick denn.<\/p>\n<p>An annern Dach s\u00f6\u00f6 de Welt schun beten anners ut. De ganzen L\u00fc\u00fcd funn Hoff versammelten sick nu bie Ludn. St\u00f6\u00f6hn all bie emm r\u00fcmm. Naturlie uck de Dree funn de Eek. Jeden wull weten wad \u00f6berhaupt loos w\u00f6\u00f6r.<\/p>\n<p>Nu har man unsern Held mull h\u00f6rn schuld. Wie he sick gegen de Ungeheuers wehrt het. Links und rechts wad ann Kopp ballert. In Schwedkasten nohm. Tunn Schluss noch denn D\u00fcbel verfolch. Nu meend Ludn, de harn sunn Angs, de lood sick bie uns bestimmt nie weller sehn.<\/p>\n<p>\u00d6ber dissen Spoos mit den Muulheld bie de Geistereek iss noch lange Joohrn \u00f6ber schnagt worn. So allm\u00e4hlie iss den Gras \u00f6ber wussen. Dat hett \u00f6ber doch noch L\u00fc\u00fcd g\u00e4ben, de mit Hardklobben in d\u00fcstern hier v\u00f6rbie schliggert s\u00fcnd. Taug\u00e4ben wullns dat \u00f6ber nie. Denn is lang Tied niks mehr passert. Mit de Eek hett sick ucknie mehr veel \u00e4ndert. Den een Sied ward in Fr\u00f6hjoor wie \u00fcmmer gr\u00f6\u00f6n, de anner sie bleef dr\u00f6\u00f6ch.<\/p>\n<p>Nu is weller Mai. De Baum schleid uut. De Bl\u00e4\u00e4 ward funn Dach to Dach gr\u00f6der und schwoorer. Utreggen n ann een S\u00fcndachmorgen, de Sunn schiend, de Vogeln singt, an so een sch\u00f6nen Dach iss Vader und Mudder bie de Goordenarbeit. S\u00fclbst de Kinner h\u00f6lpt mit. Mit eenmool h\u00f6rt man een Knistern und Knaggen. \u00d6ber nur v\u00f6\u00f6r kodde Tied. Denn hebs dat seehn. De Geistereek iss \u00fcmkippt! Ohne Wind, ohne Gewidder! Sowad gift doch gornie. And \u00d6bergewich mit de Bl\u00e4\u00e4 har keen een an dach.<\/p>\n<p>Nu g\u00f6h datt Gekoker \u00fcm de Eek weller loos: \u201eDoor iss doch wad an. Dat stimmt doch, wad de L\u00fc\u00fcd funn fr\u00f6er vertellt hebt.\u201c<\/p>\n<p>Fun de Eek st\u00f6h nur noch sunn l\u00fctt End so piel no boben. Door liech se nu, de half verdr\u00f6\u00f6chte und half lebende dusendj\u00e4hrige Baum. Nu weed ick nie, ob een Baum f\u00f6hlen und denken kann. Wenn joh, denn denkt de ohle Eek bestimmt: \u201eNu b\u00fcng so oold worn, nu lood mie hier man liggen!\u201c So iss denn ug komm`n.<\/p>\n<p>N\u00fcms hed sick F\u00fcerhold hoold. N\u00fcms he Eehr mehr anr\u00f6\u00f6cht. Man kunn jo nie weten! Bie l\u00fcdden iss se denn mit Moos bewussen. Struckwark het eer taudekt. Vergeten het man de Geistereek, denn Hexenstiech und denn steilen Barch bet H\u00fc\u00fcd, dat Joor 1995 noch nie. Ick, de Schrieber, heft jo uck nie. Sunst hark jo nie \u00f6ber vertelln kunnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hebt ji schunn mool funn denn Hexenstiech und de Geistereek h\u00f6rt? N\u00e4? Noch nie? Denn is gaud! Denn looh ik ju inn disse Sp\u00f6kelgegend tau bes\u00f6gen. Wie drobt uns ob den halben Barch, twischen Bobn und Nern-Kleveez. Genau door wo de h\u00fcdige Kirchenwech anfang. Nu knieb de Oogen dich und denk eenhundert Joor tr\u00fcch. Nu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":5981,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jnews-multi-image_gallery":[],"jnews_single_post":[],"jnews_primary_category":[],"jnews_social_meta":[],"jnews_override_counter":[],"jnews_post_split":[],"footnotes":""},"categories":[73,108,2],"tags":[1243,1296],"class_list":["post-5980","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landleute","category-op-platt","category-startseite","tag-op-platt","tag-willi-anders"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5980"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5980\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5982,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5980\/revisions\/5982"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}