{"id":58972,"date":"2024-03-16T06:47:00","date_gmt":"2024-03-16T04:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=58972"},"modified":"2024-03-13T10:57:12","modified_gmt":"2024-03-13T08:57:12","slug":"bei-verdacht-auf-fortgeschrittenen-prostatakrebs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2024\/03\/16\/bei-verdacht-auf-fortgeschrittenen-prostatakrebs\/","title":{"rendered":"Bei Verdacht auf fortgeschrittenen Prostatakrebs"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Berlin (pm). <\/strong>Gesetzlich versicherte Patienten, bei denen ein hohes Risko f\u00fcr einen metastasierten Prostatakrebs festgestellt wurde, k\u00f6nnen eine hochsensitive Ausbreitungsdiagnostik in Anspruch nehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA im vergangenen Jahr beschlossen. Mit dem als PSMA-PET\/CT bezeichneten Verfahren k\u00f6nnen auch kleinste Tumorabsiedlungen im K\u00f6rper aufgesp\u00fcrt werden. Die Untersuchung habe somit wesentlichen Einfluss auf wichtige Therapieentscheidungen, erkl\u00e4rt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Sie mehr Patienten mit Prostatakrebs anbieten zu k\u00f6nnen, sei ein gro\u00dfer Fortschritt in der Behandlung dieses h\u00e4ufigen Tumors. Die PSMA-PET\/CT kann allerdings nur im Rahmen der ambulanten spezialfach\u00e4rztlichen Versorgung (ASV) erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Prostatakarzinom ist mit mehr als 68.000 neu diagnostizierten Erkrankungen pro Jahr die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei M\u00e4nnern in Deutschland; trotz verbesserter Behandlungsm\u00f6glichkeiten ist es noch immer die dritth\u00e4ufigste Krebs-Todesursache. Weil der Krebs im Fr\u00fchstadium nur wenige oder gar keine Beschwerden verursacht, wird er oft erst sp\u00e4t erkannt. \u201eBei ungef\u00e4hr jedem dritten Patienten befindet er sich dann schon in einem fortgeschrittenen oder sogar metastasierten Stadium\u201c, sagt Professor Dr. med. Detlef Moka, Vorsitzender des BDN. Auf genau diese F\u00e4lle bezieht sich nun die neue Regelung des G-BA \u2013 konkret auf Patienten mit einem Gleason Score von 8 bis 10, einem T-Staging von T3 oder T4 oder einem PSA-Wert im Blutserum oberhalb von 20 ng\/ml. Eine solche Tumoreinstufung nimmt der Urologe nach Blutuntersuchung und Biopsie vor.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBei diesen Werten ist das Risiko f\u00fcr Metastasen sehr hoch, weshalb den Patienten jetzt gleich zu Beginn eine PSMA-PET\/CT-Ausbreitungsdiagnostik zusteht\u201c, erl\u00e4utert Moka. Patienten, die aufgrund der ersten Untersuchungsergebnisse infrage kommen, m\u00fcssen daf\u00fcr allerdings in die ambulante spezialfach\u00e4rztliche Versorgung (ASV) \u00fcberwiesen werden. \u201eNur im Rahmen dieses Versorgungsbereiches, in dem der Patient von interdisziplin\u00e4ren \u00c4rzteteams in Praxen und Kliniken betreut wird, kann die Ausbreitungsdiagnostik per PSMA-PET\/CT abgerechnet werden\u201c, erl\u00e4utert Moka. ASV-Teams stehen in den meisten gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten zur Verf\u00fcgung. Die ASV-Servicestelle (<a href=\"https:\/\/www.asv-servicestelle.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.asv-servicestelle.de\/<\/a>) bietet unter dem Men\u00fcpunkt \u201eF\u00fcr Patienten\u201c mit dem \u201eASV-Verzeichnis\u201c eine regionale Suchm\u00f6glichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim PSMA-PET\/CT handelt es sich um ein spezielles Bildgebungsverfahren, das mit einer Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (CT) arbeitet und gezielt Zellen sichtbar macht, die das Protein PSMA auf ihrer Oberfl\u00e4che tragen. Das K\u00fcrzel PSMA steht dabei f\u00fcr \u201eProstata-spezifisches Membran-Antigen\u201c, ein Oberfl\u00e4chenmarker, der auf gesunden Prostatazellen nur in geringen Mengen vorkommt. \u201eAuf Prostata-Krebszellen ist PSMA dagegen in deutlich gr\u00f6\u00dferen Mengen vorhanden\u201c, erkl\u00e4rt Moka. Je aggressiver der Tumor wachse und Metastasen bilde, desto h\u00f6her seien auch die PSMA-Werte. \u201eDer Marker ist daher hervorragend daf\u00fcr geeignet, Tumorherde sowohl in der Prostata selbst als auch in Lymphknoten oder an anderen Stellen des K\u00f6rpers ausfindig zu machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung liefert somit wichtige Erkenntnisse \u00fcber den Grad der Metastasierung, die dabei helfen, \u00fcber das weitere therapeutische Vorgehen zu entscheiden. \u201eFinden sich nur einzelne Metastasen, etwa in der Leber oder in den Lymphknoten, dann k\u00f6nnen diese genau lokalisiert, operativ entfernt und\/oder gezielt bestrahlt werden\u201c, sagt Moka. Hat der Krebs dagegen bereits weit gestreut und viele Absiedlungen in unterschiedlichen Organen gebildet, kann er so nicht mehr alleinig therapiert werden. \u201eDann wird versucht, ihn medikament\u00f6s zur\u00fcckzudr\u00e4ngen\u201c, erl\u00e4utert der BDN-Vorsitzende. Hierf\u00fcr stehe eine Reihe gut wirksamer Medikamente zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Spezifit\u00e4t des PSMA kann auch f\u00fcr die Therapie des Prostatakarzinoms genutzt werden. Als neue therapeutische Option hat sich in den vergangenen Jahren die Behandlung mit einem Lutetium-177-markierten PSMA-Liganden etabliert \u2013 einem Protein, das sich fest mit dem PSMA auf der Zelloberfl\u00e4che verbindet und mit ihm gemeinsam in das Zellinnere aufgenommen wird. Zweiter Bestandteil des Wirkstoffs ist die radioaktive Substanz Lutetium-177, die zuvor an den PSMA-Liganden gekoppelte wurde, mit ihm in die Tumorzellen gelangt und diese von innen zerst\u00f6rt. \u201eMit dieser sogenannten Radioligandentherapie steht uns eine hochsensitive, zielgerichtete und nebenwirkungsarme Behandlung zur Verf\u00fcgung, mit der sich auch bei fortgeschrittenen Prostatakarzinomen noch ein Gewinn an \u00dcberlebenszeit erzielen l\u00e4sst\u201c, sagt Moka.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Beschr\u00e4nkung auf die ASV sei es sehr zu begr\u00fc\u00dfen, dass die PSMA-PET\/CT nun einer deutlich gr\u00f6\u00dferen Zahl von Patienten zur Verf\u00fcgung steht. \u201eDas ist ein gro\u00dfer Erfolg im Kampf gegen den Prostatakrebs\u201c, betont Moka. Es sei ein wichtiger Schritt hin zu einer individualisierten, effektiven Krebstherapie, die auch bei h\u00f6heren Tumorstadien noch die M\u00f6glichkeit einer Heilung er\u00f6ffne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (pm). Gesetzlich versicherte Patienten, bei denen ein hohes Risko f\u00fcr einen metastasierten Prostatakrebs festgestellt wurde, k\u00f6nnen eine hochsensitive Ausbreitungsdiagnostik in Anspruch nehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA im vergangenen Jahr beschlossen. Mit dem als PSMA-PET\/CT bezeichneten Verfahren k\u00f6nnen auch kleinste Tumorabsiedlungen im K\u00f6rper aufgesp\u00fcrt werden. 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