{"id":56899,"date":"2024-01-03T11:33:31","date_gmt":"2024-01-03T09:33:31","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=56899"},"modified":"2024-01-03T11:33:33","modified_gmt":"2024-01-03T09:33:33","slug":"graphische-meisterschaft-studiert-gelebt-gearbeitet-in-der-ddr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2024\/01\/03\/graphische-meisterschaft-studiert-gelebt-gearbeitet-in-der-ddr\/","title":{"rendered":"\u201eGraphische Meisterschaft. Studiert, gelebt, gearbeitet in der DDR\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> &#8222;Die Ausstellung \u201eGraphische Meisterschaft. Studiert, gelebt, gearbeitet in der DDR&#8220; r\u00e4umt auf mit stereotypen Ideen von DDR-Kunst und \u00f6ffnet den Blick f\u00fcr die thematische Vielfallt der Arbeiten von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern, die in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik an den renommierten Kunsthochschulen in Berlin, Dresden und Leipzig studierten. Die von Susanne Petersen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kreismuseen, kuratierte und in Kooperation mit dem Lauenburgischen Kunstverein entstandene Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, 25. Februar 2024 im A. Paul Weber-Museum in Ratzeburg zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zeitliche Bogen wird gespannt von Wolfgang Mattheuer bis zu Christiane Baumgartner. Mattheuer, einer der bekanntesten Vertreter der Leipziger Schule, begann 1947 noch in der Sowjetischen Besatzungszone sein Studium an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Christiane Baumgartner schrieb sich 1988 in Leipzig an der HGB ein und wechselte 1995 nach dem Fall der Mauer an das Royal College of Art nach London. Ihr Holzschnitt \u201eA2, Abzweig Lehrte III&#8220; von 2004 ist die j\u00fcngste der ausgestellten Arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Carlfriedrich Claus, dessen Nachlass heute zum eingetragenen Kulturgut Sachsens geh\u00f6rt, Roger Loewig und Klaus S\u00fcss sind auch Autodidakten vertreten. In der ehemaligen DDR bedeutete das einen erschwerten Zugang zu Ausstellungsbeteiligungen und dem Kunstmarkt. Ohne eine Mitgliedschaft im Verband Bildender K\u00fcnstler, die in der Regel eine akademische Ausbildung voraussetzte, machte man sich mit der Aus\u00fcbung des K\u00fcnstlerberufs sogar strafbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die thematische Gliederung in f\u00fcnf Kapitel wie \u201eLandschaft&#8220; oder \u201eTraum, Vision und Surreales&#8220; bietet die Ausstellung nicht nur einen informativen, sondern auch einen sinnlichen und immer wieder \u00fcberraschenden Einblick in den Kosmos der Kunst, die unter den schwierigen Bedingungen der DDR-Diktatur entstand. Das Besondere ist: Alle Arbeiten k\u00f6nnen von Besucherinnen und Besuchern nach Ausstellungsende ausgeliehen werden, denn die Werke kommen aus der Sammlung der Artothek des Lauenburgischen Kunstvereins, der mit dieser Pr\u00e4sentation in sein Jubil\u00e4umsjahr startet. Gefeiert werden 40 Jahre Kunstverein und 35 Jahre Artothek.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Sammlungsbestand von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern mit DDR-Biografie heute so umfangreich ist, ist dem Einsatz der 2019 gestorbenen Artothek-Mitbegr\u00fcnderin Hiltrud L\u00fcbbert zu verdanken. So sorgte L\u00fcbbert unter anderem daf\u00fcr, dass Grafiken zwischen Zeitungspapier am Boden von Apfelkisten aus der DDR herausgeschmuggelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag, 14. Januar und am Sonntag, 18. Februar, jeweils um 15 Uhr, f\u00fchren die K\u00fcnstler Augustin Noffke und Falko Behrendt gemeinsam durch die Ausstellung. Die Ausstellung ist zu den \u00fcblichen \u00d6ffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). &#8222;Die Ausstellung \u201eGraphische Meisterschaft. 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