{"id":56805,"date":"2023-12-28T06:58:00","date_gmt":"2023-12-28T04:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=56805"},"modified":"2023-12-27T13:02:17","modified_gmt":"2023-12-27T11:02:17","slug":"wir-muessen-mutiger-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/12\/28\/wir-muessen-mutiger-werden\/","title":{"rendered":"\u201eWir m\u00fcssen mutiger werden!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg\/L\u00fcbeck (pm).<\/strong> Brauchen wir \u201edie Kirche\u201c, um zu glauben? Und wie m\u00fcsste Kirche sein, damit wieder mehr Menschen kommen? Um diese und andere Fragen geht es im neuen Podcast des Kirchenkreises L\u00fcbeck-Lauenburg \u201eMein Gott, warum Kirche?!\u201c. Zum Abschluss des alten und zum Beginn des neuen Jahres besch\u00e4ftigen sich Pr\u00f6pstin Petra Kallies und Propst Philip Graffam darin mit Fragen rund um den Wandel in der Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch glaube, wir haben ein Imageproblem!\u201c, fasst es Pr\u00f6pstin Petra Kallies im Gespr\u00e4ch mit Redakteurin Annkathrin Bornholdt zusammen. Seit rund 30 Jahren ist Kallies als Pastorin t\u00e4tig &#8211; und immer wieder erlebt sie, dass es zwischen den Menschen und der Kirche Hemmschwellen gibt. Warum gehen Menschen in Krisen eher zum Psychologen als zur Pastorin oder zum Pastor nebenan? \u201eIch erlebe, dass Leute sich nicht trauen &#8211; weil sie denken, dann werde ich auch noch gefragt, ob wir zusammen ein Vaterunser beten wollen. Dass aber ein Pastor oder eine Pastorin in der Seelsorge ganz anders ausgerichtet ist, das erwarten sie gar nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch dem Zweifel Raum geben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Amtskollege Philip Graffam sieht die Kirche genau da in der Pflicht: \u201eKirche ist da gefragt, wo wir nah am Menschen dran sind. Wo wir es schaffen, Lebenssituationen, Kontexte von Menschen wahrzunehmen, ernst zu nehmen und offen draufzuzugehen.\u201c Auch Begriffe wie \u201eS\u00fcnde\u201c und \u201eSchuld\u201c riefen bei Menschen bestimmte Bilder hervor. \u00dcber diese Begriffe m\u00fcsse man neu ins Gespr\u00e4ch kommen, sind Kallies und Graffam \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6re auch &#8211; so der Propst &#8211; dass es wieder mehr Raum f\u00fcr den Zweifel geben muss: \u201eDer Zweifel hat genauso viel Platz wie das Annehmen. Das ist auch eine wichtige Erfahrung in meinem spirituellen Leben. Nur so komme ich \u00fcberhaupt dazu, mir Gedanken zu machen.\u201c Um eine Kirche zu betreten, m\u00fcsse man noch lange nicht fest im Glauben stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gottesdienste m\u00fcssen vielf\u00e4ltiger werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen christlichen Kirchen in Deutschland haben mit vielen Herausforderungen zu k\u00e4mpfen: steigende Kirchenaustrittszahlen, Vertrauensverlust, Umgang mit sexualisierter Gewalt. Nur noch 13 Prozent der Menschen sagen laut der aktuellen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU), dass sie kirchlich-religi\u00f6s sind &#8211; ihre Religiosit\u00e4t also in enger Verbindung mit der Kirche leben. Nur 23 Prozent der Deutschen sind evangelisch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein gro\u00dfer Wunsch f\u00fcr die Kirche ist, dass wir mutiger werden. Ich w\u00fcnsche mir weniger Beharrungskr\u00e4fte und mehr Mut, Neues auszuprobieren\u201c, sagt Pr\u00f6pstin Kallies. Sie w\u00fcnscht sich eine gr\u00f6\u00dfere Vielfalt beim Thema Gottesdienste: \u201eDiese Vielfalt muss sich aber auch wirklich in der Gestaltung der Gottesdienste zeigen. Es reicht nicht, die alte Form nur mit anderem Inhalt zu f\u00fcllen. Und auch nicht, einfach nur die Uhrzeit zu ver\u00e4ndern.\u201c Sie k\u00f6nnte sich vorstellen, dass Hamburger Format der &#8222;Wohnzimmerkirche&#8220; auch in L\u00fcbeck auszuprobieren. Dabei wird die Kirche mit Sesseln und Lampen ausgestattet und man kommt bei Snacks gesellig miteinander ins Gespr\u00e4ch \u00fcber Gott und die Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der klassische Sonntagsgottesdienst ist nicht mehr so gut besucht wie fr\u00fcher. Auch das zeigt die KMU. Ein Thema, dass die Pr\u00f6pstin sehr besch\u00e4ftigt: \u201eDas ist ein hei\u00dfes Eisen, aber ich w\u00fcrde es ganz klar sagen: Einen Gottesdienst in der Stadt, in dem weniger als 15 Leute sind &#8211; k\u00f6nnen wir lassen. Macht den Gottesdienst mit anderen zusammen. Gestaltet ihn gemeinsam. Oder besuche lieber die zehn Leute, f\u00fcr die du damit vielleicht viel mehr tun kannst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;What would Jesus do?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00fcrde Jesus machen? Auch das ist eine Frage, die es sich in Zeiten des Wandels zu stellen lohnt. \u201eIch finde die Frage immer gut &#8218;What would Jesus do?&#8216; Wir k\u00f6nnen daraus lernen, dass er nicht in der Synagoge gewartet hat, bis jemand mit einer Frage kommt, sondern dass er rausgegangen ist und Leute konfrontiert hat. Ihnen auch Fragen gestellt hat, die sie bis dahin eigentlich gar nicht hatten. Und er hat an vielen Stellen auch bewusst auf Provokation gesetzt.\u201c Auf diese Weise, mit Menschen ins Gespr\u00e4ch zu kommen, davon k\u00f6nnten wir auch heute noch viel lernen, ist Kallies \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Proepstin_Kallies-KKLL.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56806\" style=\"width:570px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Proepstin_Kallies-KKLL.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Proepstin_Kallies-KKLL-300x200.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Proepstin_Kallies-KKLL-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Proepstin_Kallies-KKLL-750x500.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Welche Botschaft hat die Kirche heute noch? Pr\u00f6pstin Petra Kallies zu Gast im Podcast-Studio. Foto: Guido Kollmeier, hfr<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Christliches Menschenbild in der Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Aufgabe der Kirche sehen Graffam und Kallies darin, das christliche Menschenbild in der Gesellschaft noch st\u00e4rker wirken zu lassen. \u201eMein Wert h\u00e4ngt nicht davon ab, wie leistungsf\u00e4hig ich bin. Ob du nun die Super-Power-Woman bist oder jemand, der sagt: Ich bin froh, wenn ich meinen Tag irgendwie schaffe &#8211; das ist vor Gott vollkommen gleich. Du bist nicht mehr oder weniger wert. Davon zu erz\u00e4hlen, das ist eine der Kernaufgaben&#8220;, so Pr\u00f6pstin Petra Kallies und auch Philip Graffam ist diese Botschaft besonders wichtig. \u201eDas Signal zu geben: Du bist wer. Da ist Liebe und zu dieser Liebe kannst du du sagen. Das kann ich in einem Gottesdienst machen, in einem Podcast oder auch auf Instagram.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten beiden Folgen des Podcasts &#8222;Mein Gott, warum Kirche?!&#8220; erscheinen am 25. Dezember 2023 und 1. Januar 2024 auf Spotify, bei Apple Podcasts und YouTube. Sie sind au\u00dferdem auf der Homepage des Kirchenkreises abrufbar: www.kirche-LL.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg\/L\u00fcbeck (pm). Brauchen wir \u201edie Kirche\u201c, um zu glauben? Und wie m\u00fcsste Kirche sein, damit wieder mehr Menschen kommen? Um diese und andere Fragen geht es im neuen Podcast des Kirchenkreises L\u00fcbeck-Lauenburg \u201eMein Gott, warum Kirche?!\u201c. 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