{"id":56101,"date":"2023-11-30T12:00:09","date_gmt":"2023-11-30T10:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=56101"},"modified":"2023-11-30T12:00:10","modified_gmt":"2023-11-30T10:00:10","slug":"buchvorstellung-mit-bedrueckender-aktualitaet-zum-krieg-in-nahost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/11\/30\/buchvorstellung-mit-bedrueckender-aktualitaet-zum-krieg-in-nahost\/","title":{"rendered":"Buchvorstellung mit bedr\u00fcckender Aktualit\u00e4t zum Krieg in Nahost"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>M\u00f6lln (pm). <\/strong>Der Pr\u00e4sident der \u201eStiftung Herzogtum Lauenburg\u201c Klaus Schlie hat im Rahmen der Buchver\u00f6ffentlichungen der \u201eLauenburgischen Akademie f\u00fcr Wissenschaft und Kultur\u201c am symboltr\u00e4chtigen 9. November 2023 im Stadthauptmannshof in M\u00f6lln das neu erschienene Buch \u201eF\u00fcnf Schicksalstage der Deutschen Geschichte &#8212; Deutschlands langer Weg zur Demokratie\u201c des Ratzeburger Historikers Hartwig Fischer vorgestellt. Zahlreiche G\u00e4ste waren der Einladung zur Buchpr\u00e4sentation gefolgt, so dass der Vortragsraum bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt war. Schlie verwies in seinen einleitenden Worten auf die dramatischen Kriegsereignisse in Pal\u00e4stina, durch die das Buch eine beklemmende Aktualit\u00e4t erhalte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Buchautor Fischer betonte in seinem Lichtbildervortrag, dass es im Verlauf der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ein ungew\u00f6hnlicher Zufall sei, dass sich wichtige Entscheidungen in den Jahren 1848, 1918, 1923, 1938 und 1989 jeweils an einem 9. November ereignet h\u00e4tten \u2013 Ereignisse, die zu einer folgenreichen Zeitenwende f\u00fchrten. Anhand zahlreicher historischer Fotos erl\u00e4uterte der Historiker, wie dramatisch sich an diesen konkreten Tagen die Schicksalsentscheidungen Deutschlands in eine bestimmte Richtung entwickelten.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Buch wird der Weg Deutschlands in den letzten 200 Jahren vom Wiener Kongress 1814\/15 bis zum Fall der Berliner Mauer und zur Deutschen Einheit unter der Fragestellung beleuchtet, warum Deutschlands Weg zu einem Nationalstaat und zu einer pluralistischen Demokratie im Vergleich zu anderen Staaten wie Gro\u00dfbritannien, Frankreich oder den USA wesentlich l\u00e4nger gedauert hat. Der Referent wies auf die revolution\u00e4ren Ideen der Aufkl\u00e4rung hin, die in der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung vom 4. Juli 1776 mit den Prinzipien der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, der Geltung der Menschenrechte und der Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative eine weltweite Bedeutung erlangt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Historiker erl\u00e4uterte die Gr\u00fcnde f\u00fcr das blutige Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung 1848\/49 und ist der \u00dcberzeugung, dass die deutsche Geschichte bei einem Gelingen des Einigungswerks vermutlich viel friedlicher verlaufen w\u00e4re. Der Autor schilderte das b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnliche Ende des Deutschen Kaiserreichs 1918, stellte die weitreichenden Folgen des Hitlerputsches von 1923 dar und erkl\u00e4rte die Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Reichspogromnacht 1938 mit dem tragischen Schicksal von tausenden j\u00fcdischen Familien. Zudem erkl\u00e4rte er, warum am 9. November 1989 dem SED-Politb\u00fcromitglied G\u00fcnter Schabowski auf einer Pressekonferenz der sch\u00f6nste Fehler eines deutschen Politikers unterlaufen ist, der zum \u00fcberraschenden Fall der Berliner Mauer und ein Jahr sp\u00e4ter zur Wiedervereinigung Deutschlands f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Historiker stellte konkrete Bez\u00fcge zur Landesgeschichte von Schleswig-Holstein und des Herzogtums Lauenburg her. So wurden die folgenreichen R\u00fcckwirkungen der Beratungen in der Frankfurter Nationalversammlung 1848 f\u00fcr das Herzogtum Lauenburg wie die T\u00e4tigkeit des Abgeordneten Gabriel Riesser und die Verabschiedung von liberalen Staatsgrundgesetzen mit einem umfangreichen Grundrechtekatalog f\u00fcr die Herzogt\u00fcmer Schleswig, Holstein und Lauenburg vor genau 175 Jahren aufgezeigt. Der Autor berichtete \u00fcber das tragische Schicksal einzelner j\u00fcdischer Familien im Kreis Herzogtum Lauenburg in der Zeit des Nationalsozialismus und schilderte die euphorische Grenz\u00f6ffnung vor den Toren Ratzeburgs und M\u00f6llns am 12. November 1989 an der ehemaligen innerdeutschen Grenze an der B 208 nahe Mustin. Er ging auf die Frage ein, warum der 9. November ein ambivalenter Schicksalstag sei, der sich trotz aller Euphorie \u00fcber den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 nicht als nationaler Feiertag eigne.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der Buchpr\u00e4sentation begr\u00fc\u00dfte Klaus Schlie die neue Vizepr\u00e4sidentin der Stiftung Barbara Kliesch aus Seedorf. Barbara Kliesch war vom Stiftungsvorstand einstimmig gew\u00e4hlt worden und tritt die Nachfolge von Wolfgang Engelmann an, der aus Altersgr\u00fcnden von seinem Amt zur\u00fcckgetreten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch kann bei der \u201eStiftung Herzogtum Lauenburg\u201c in M\u00f6lln und bei allen Buchhandlungen erworben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Buchdaten<\/p>\n\n\n\n<p>Hartwig Fischer<br>\u201e9. November 1848, 1918, 1923, 1938, 1989<br>F\u00fcnf Schicksalstage der deutschen Geschichte<br>Deutschlands langer Weg zur Demokratie\u201c<br>Paperback,140 Seiten<br>ISBN 978-3-00-076698-5<br>Preis: 14,80 \u20ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6lln (pm). Der Pr\u00e4sident der \u201eStiftung Herzogtum Lauenburg\u201c Klaus Schlie hat im Rahmen der Buchver\u00f6ffentlichungen der \u201eLauenburgischen Akademie f\u00fcr Wissenschaft und Kultur\u201c am symboltr\u00e4chtigen 9. 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