{"id":54664,"date":"2023-10-04T11:02:34","date_gmt":"2023-10-04T09:02:34","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=54664"},"modified":"2023-10-04T11:02:35","modified_gmt":"2023-10-04T09:02:35","slug":"gruendung-einer-stiftung-fuer-luebecks-weltkulturerbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/10\/04\/gruendung-einer-stiftung-fuer-luebecks-weltkulturerbe\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcndung einer Stiftung f\u00fcr L\u00fcbecks Weltkulturerbe"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>L\u00fcbeck (pm).<\/strong> Schulterschluss f\u00fcr das UNESCO Weltkulturerbe: In L\u00fcbeck soll eine neue Stiftung gegr\u00fcndet werden, um die f\u00fcnf Altstadtkirchen als weltbekannte Silhouette der Hansestadt dauerhaft zu erhalten. Die Possehl-Stiftung begr\u00fc\u00dft die Gr\u00fcndung der \u201e7T\u00fcrme+\u201c-Stiftung. Sie hat daher beschlossen, diese Initiative unter dem Titel \u201e7 T\u00fcrme \u2013 7 Jahre \u2013 7 Millionen Euro\u201c langfristig zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nordkirche und der Kirchenkreis L\u00fcbeck-Lauenburg hoffen jetzt, auch die Hansestadt L\u00fcbeck und das Land Schleswig-Holstein als Unterst\u00fctzer gewinnen zu k\u00f6nnen. Und: Weitere Finanz- und F\u00f6rdermittel sind dringend notwendig, um akute Sanierungsarbeiten durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. 23 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren f\u00fcr die Sanierung der T\u00fcrme des Doms ben\u00f6tigt. Weitere 30 Millionen Euro m\u00fcssen in l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Bauma\u00dfnahmen in St. Marien investiert werden. \u201eAn der Kampagne ,Sieben T\u00fcrme will ich sehen\u2019 beteiligen sich bereits unglaublich viele Leute mit gro\u00dfen und kleinen Betr\u00e4gen. Das ist unglaublich toll\u201c, sagt L\u00fcbecks Pr\u00f6pstin Petra Kallies. Aber: \u201eDiese Aufgabe der Instandhaltung der Kirchen mit ihren T\u00fcrmen ist eine Ewigkeitsaufgabe mit Dimensionen, die wir als Kirche allein nicht mehr stemmen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dringende Sanierungsarbeiten am Dom und in St. Marien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel: Die dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten am Dom zu L\u00fcbeck unterst\u00fctzt der Kirchenkreis aktuell mit rund 1,2 Millionen Euro. Die Kirchengemeinde steuert 600 000 Euro bei. F\u00fcr die Bauma\u00dfnahmen in St. Marien hat der Kirchenkreisrat 1,5 Millionen Euro bewilligt. Die Kirchengemeinde erbringt einen Eigenanteil von 1,2 Millionen Euro. Unterm Strich fehlen dennoch f\u00fcr beide Projekte Finanzmittel in H\u00f6he von rund 9,2 Millionen Euro (rund zwei Millionen Euro f\u00fcr den Dom und 7,2 Millionen Euro f\u00fcr St. Marien). \u201eHier ben\u00f6tigen wir dringend weitere finanzielle Unterst\u00fctzung &#8211; durch Spenden, aber auch durch das Land beispielsweise durch F\u00f6rderungen aus Landes- oder EU-Mitteln\u201c, sagt Pr\u00f6pstin Petra Kallies. \u201eWeder die Kirchensteuern, noch die Patronatsmittel des Landes, die wir gem\u00e4\u00df dem Staats-Kirchenvertrag Schleswig-Holstein bekommen, reichen, um nur einen Teil dieser Ma\u00dfnahmen zu finanzieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die zuk\u00fcnftige L\u00f6sung soll die Gr\u00fcndung der Stiftung 7T\u00fcrme+ sein. Das Ziel laut Satzungsentwurf: \u201eZweck der Stiftung ist der langfristige Erhalt des baulichen Weltkulturerbes der L\u00fcbecker Innenstadtkirchen St. Aegidien, Dom zu L\u00fcbeck, St. Jakobi, St. Marien und St. Petri (L\u00fcbecker Innenstadtkirchen) als herausragende Zeugnisse der L\u00fcbecker Geschichte und der mittelalterlichen Gotik im Ostseeraum, sowie als Orte vielf\u00e4ltiger gottesdienstlicher Begegnungen, kultureller Veranstaltungen und der Kirchenmusik.\u201c Pr\u00f6pstin Petra Kallies: \u201eEs geht hier nicht nur um Religion, es geht um den Erhalt unserer gemeinsamen Kultur. Es geht darum, das Erbe der Vergangenheit zu erhalten f\u00fcr die kommenden Generationen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Max Sch\u00f6n, Possehl-Stiftung: \u201eDa sollten wir alle mitmachen!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Max Sch\u00f6n, Vorstandsvorsitzender der Possehl-Stiftung, ist es nicht allein Aufgabe der Kirchenmitglieder, die Geb\u00e4ude zu erhalten. \u201eDa sollten wir alle mitmachen \u2013 alle B\u00fcrger:innen, der Staat, die Gemeinde, das Land, die Stiftungen, Unternehmen, die Kirche. Was wir tats\u00e4chlich brauchen, ist ein Gemeinschaftswerk.\u201c Die sieben T\u00fcrme der f\u00fcnf L\u00fcbecker Altstadtkirchen pr\u00e4gen das UNESCO- Weltkulturerbe, seien das vertraute Erkennungszeichen der Stadt, symbolisierten f\u00fcr sehr viele Menschen \u201eein St\u00fcck Zuhause\u201c. Seit Gr\u00fcndung der Possehl-Stiftung sei es zentrale Aufgabe, \u201edas \u201asch\u00f6ne Bild der Stadt\u2018 zu erhalten. Daf\u00fcr wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 55 Millionen Euro ausgegeben\u201c, so Sch\u00f6n. \u201eJetzt investiert die Possehl-Stiftung sieben Millionen Euro in den n\u00e4chsten sieben Jahren, f\u00fcr den langfristigen Erhalt unserer wundersch\u00f6nen Altstadtsilhouette. Wir rufen alle auf, sich ebenfalls zu beteiligen \u2013 jeder Beitrag z\u00e4hlt! Diese Stiftung f\u00fcr das dauerhafte Einwerben von Baugeldern ins Leben zu rufen, empfinden wir als den genau richtigen Schritt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Quartal 2024 k\u00f6nnte mit einer staatlichen Anerkennung der Stiftung gerechnet werden und die gemeinn\u00fctzige b\u00fcrgerlich-rechtliche Verbrauchsstiftung mit Grundstockverm\u00f6gen ihre Arbeit aufnehmen. Hauptaufgabe wird dann die Akquise von Finanzmitteln (\u201eFundraising\u201c) sein. Daf\u00fcr sollen hauptamtlich Mitarbeitende eingestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erste Unterst\u00fctzer stehen bereits fest<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Stifter stehen bislang die Nordkirche, der Kirchenkreis L\u00fcbeck-Lauenburg sowie die Kirchengemeinden der L\u00fcbecker Innenstadt fest. Bei einem Informationsabend im Dom zu L\u00fcbeck signalisierten potenzielle Geldgeber Interesse, sich ebenfalls kurzfristig entweder als Stifter oder konkret finanziell in die Bauma\u00dfnahmen einzubringen. In mehreren Stiftungen stehen in den kommenden Wochen Vorstandsberatungen an. Die B\u00fcrgerschaft der Hansestadt L\u00fcbeck ber\u00e4t im Oktober \u00fcber ihr geplantes Engagement. Jan Lindenau, B\u00fcrgermeister und Schirmherr der Kampagne \u201eSieben T\u00fcrme will ich sehen\u201c, ruft zur Beteiligung auf: \u201eIch engagiere mich pers\u00f6nlich, dass die sieben T\u00fcrme als unsere pr\u00e4gende Silhouette erhalten bleiben. Es ist jetzt wichtig, dass wir alle miteinander dabei sind und helfen, die geplante Stiftung 7T\u00fcrme+ tatkr\u00e4ftig zu unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs geht nicht um den blo\u00dfen Erhalt von Kirchen, sondern um die Sicherung des L\u00fcbecker Weltkulturerbes, eines Wahrzeichens in Schleswig-Holstein von internationaler Bedeutung\u201c, bekr\u00e4ftigen Tim Kl\u00fcssendorf (SPD) und Bruno H\u00f6nel (Gr\u00fcne). Die L\u00fcbecker Bundestagsabgeordneten warben erfolgreich aus dem Bundeshaushalt Mittel in H\u00f6he von 6,5 Millionen Euro f\u00fcr die Dom-T\u00fcrme und 14 Millionen Euro f\u00fcr St. Marien zu L\u00fcbeck ein. Beide versichern: \u201eWir werden weiter nach unseren M\u00f6glichkeiten unterst\u00fctzen und setzen darauf, dass sich mittelfristig auch das Land angemessen beteiligt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Titus Jochen Heldt, Vorstandsvorsitzender der Gemeinn\u00fctzigen Sparkassenstiftung zu L\u00fcbeck sagt: \u201eDer Erhalt des kulturellen Erbes unserer Stadt ist eine wichtige S\u00e4ule unserer Stiftungsarbeit. Die L\u00fcbecker Kirchen und insbesondere die Sieben T\u00fcrme sind wesentlich f\u00fcr die Identit\u00e4t unserer Stadt. Die Gemeinn\u00fctzige Sparkassenstiftung f\u00f6rdert seit Beginn ihrer Arbeit im Jahr 2004 Sanierungsma\u00dfnahmen sowie die kulturelle und soziale Arbeit innerhalb der Kirchengemeinden mit j\u00e4hrlichen Etats. An diesem Engagement werden wir auch in Zukunft festhalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kirsten Fehrs, Bisch\u00f6fin f\u00fcr den Sprengel Hamburg und L\u00fcbeck bei der Nordkirche, lobt das Engagement, Kr\u00e4fte und Mittel zu b\u00fcndeln. \u201eDiese Herausforderung kann nur gelingen, wenn wir alle gemeinsam, Seite an Seite, daran mitwirken\u201c, betont sie. Und: \u201eAuch bei der Landesregierung sto\u00dfen wir auf positive Resonanz und d\u00fcrfen uns Hoffnung machen, dass sich Schleswig-Holstein an dieser Ewigkeitsaufgabe beteiligen wird.\u201c Die bisher zugesagten finanziellen Mittel w\u00fcrden nicht ausreichen, so viel sei sicher. Bisch\u00f6fin Fehrs: \u201eEs ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Oder k\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass L\u00fcbeck demn\u00e4chst nur noch ,Stadt der sechs (oder weniger) T\u00fcrme\u2019 genannt wird?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Webseite <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.7tuerme-plus.de\" target=\"_blank\">www.7tuerme-plus.de<\/a> finden sich weiter Informationen. Die Spendenkonten lauten:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td>\u201e7T\u00fcrme+\u201c<br>IBAN: DE30 5206 0410 0006 4042 78<br>Bank: Evangelische Bank<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>\u201eSieben T\u00fcrme will ich sehen\u201c<br>Ev.-Luth. Kirchenkreis L\u00fcbeck-Lauenburg<br>IBAN: DE98230501010162966600<br>Bank: Sparkasse zu L\u00fcbeck<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>\u00a0<br>IBAN: DE41230901420005441188<br>Bank: Volksbank L\u00fcbeck<br>Verwendungszweck: Spende Sieben T\u00fcrme<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck (pm). 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