{"id":53485,"date":"2023-08-16T09:48:04","date_gmt":"2023-08-16T07:48:04","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=53485"},"modified":"2023-08-16T12:14:07","modified_gmt":"2023-08-16T10:14:07","slug":"warnung-vor-grauer-wohnungsnot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/08\/16\/warnung-vor-grauer-wohnungsnot\/","title":{"rendered":"Warnung vor \u201egrauer Wohnungsnot\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> \u201eGraue Wohnungsnot\u201c droht: In zwanzig Jahren werden im Kreis Herzogtum Lauenburg rund 59.500 Menschen zur Altersgruppe \u201e67plus\u201c geh\u00f6ren \u2013 gut 17.300 mehr als heute. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen und bef\u00fcrchtet durch die kommende Rentnergeneration der Baby-Boomer einen zunehmenden Mangel an altersgerechten Wohnungen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen, die das Pestel-Institut bundesweit f\u00fcr St\u00e4dte und Kreise ermittelt hat. Die Wissenschaftler haben die Bev\u00f6lkerungsentwicklung im Rahmen einer Studie zur k\u00fcnftigen Wohnsituation von Senioren f\u00fcr den Bundesverband des Deutschen Baustofffachhandels (BDB) untersucht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn den kommenden Jahren werden im Herzogtum immer mehr \u00e4ltere Menschen eine barrierearme Wohnung brauchen \u2013 ohne Treppenstufen, daf\u00fcr mit bodengleicher Dusche und gen\u00fcgend Platz f\u00fcr das Rangieren mit Rollator und Rollstuhl\u201c, so Achim Bartels. Die Zahlen m\u00fcssten den Wohnungsbaupolitikern schon jetzt Kopfzerbrechen bereiten: Nach Angaben des Pestel-Instituts ben\u00f6tigen bereits heute mehr als 7.000 Haushalte im Herzogtum eine Seniorenwohnung, weil in ihnen Menschen im Rentenalter leben, die in ihrer Mobilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In zwanzig Jahren werden im Herzogtum nach Berechnungen der Wissenschaftler \u00fcber 9.300 Wohnungen gebraucht, in denen Menschen mit einem Rollator oder Rollstuhl klarkommen. \u201eDamit herrscht auch jetzt schon ein massiver Mangel an Seniorenwohnungen. Und demn\u00e4chst gehen die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge in Rente. Dann steuern wir sehenden Auges auf eine \u201agraue Wohnungsnot\u2018 zu\u201c, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Mangel an altersgerechten Wohnungen bef\u00fcrchtet die IG BAU auch eine zunehmende Altersarmut durchs Wohnen. So drohten bei der Boomer-Generation k\u00fcnftig zwei Dinge \u201efatal aufeinander zu treffen\u201c: Erstens die Gefahr eines sinkenden Rentenniveaus. Und zweitens steigende Kosten f\u00fcrs Wohnen. Mieter seien hier genauso betroffen wie Menschen mit Wohneigentum, wenn beim Einfamilienhaus oder bei der Eigentumswohnung Sanierungen f\u00e4llig w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn die Wohnkosten weiter in dem Tempo der letzten Jahre steigen, werden viele Senioren, die damit heute l\u00e4ngst noch nicht rechnen, ihren Konsum einschr\u00e4nken m\u00fcssen. \u00c4ltere Menschen werden die hohen Mietpreise oft kaum noch bezahlen k\u00f6nnen. F\u00fcr viele wird es dann finanziell richtig eng. Deshalb werden auch im Herzogtum k\u00fcnftig deutlich mehr Menschen als heute auf staatliche Unterst\u00fctzung angewiesen sein, um \u00fcberhaupt ein Dach \u00fcber dem Kopf zu haben\u201c, so Bartels.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Wohnungsmarkt f\u00fcr die kommende Rentnergeneration besser vorzubereiten, fordert die IG BAU die Schaffung von mehr preiswertem, vor allem aber auch altersgerechtem Wohnraum. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Hamburg: \u201eDeshalb brauchen wir auch f\u00fcr den heimischen Wohnungsmarkt klare finanzielle Anreize. Angesichts der drohenden \u201agrauen Wohnungsnot\u2018 ist deutlich mehr Geld f\u00fcr den Neubau von Seniorenwohnungen, aber auch f\u00fcr die altersgerechte Sanierung bestehender Wohnungen erforderlich.\u201c Hier seien alle gefordert \u2013 Kommunen, Land und Bund.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bundesbauministerium stelle in diesem Jahr einen F\u00f6rdertopf von 75 Millionen Euro \u00fcber die Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) f\u00fcr den altersgerechten Umbau von Wohnungen zur Verf\u00fcgung. \u201eDas Geld wird dringend gebraucht. Aber es reicht bei Weitem nicht. Das hat das letzte Jahr gezeigt. Da gab es exakt die gleiche F\u00f6rdersumme. Und der Topf war ruckzuck \u201aleergef\u00f6rdert\u2018: Schon nach sechs Wochen war kein einziger F\u00f6rder-Euro mehr da. Da muss mehr passieren\u201c, fordert der IG BAU-Bezirksvorsitzende Achim Bartels. Zus\u00e4tzlich schl\u00e4gt die IG BAU eine Selbstverpflichtung f\u00fcr gro\u00dfe Wohnungskonzerne vor. Achim Bartels: \u201eMit Blick auf den eklatanten Mangel an Seniorenwohnungen sollten sich die Wohnungsunternehmen verpflichten, einen bestimmen Anteil freiwerdender Wohnungen altersgerecht umzubauen.\u201c Dieser sollte bei mindestens 20 Prozent liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). \u201eGraue Wohnungsnot\u201c droht: In zwanzig Jahren werden im Kreis Herzogtum Lauenburg rund 59.500 Menschen zur Altersgruppe \u201e67plus\u201c geh\u00f6ren \u2013 gut 17.300 mehr als heute. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen und bef\u00fcrchtet durch die kommende Rentnergeneration der Baby-Boomer einen zunehmenden Mangel an altersgerechten Wohnungen. 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