{"id":5257,"date":"2018-07-04T07:51:36","date_gmt":"2018-07-04T05:51:36","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=5257"},"modified":"2018-07-04T13:38:38","modified_gmt":"2018-07-04T11:38:38","slug":"laermschutz-bei-windkraftanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/07\/04\/laermschutz-bei-windkraftanlagen\/","title":{"rendered":"L\u00e4rmschutz bei Windkraftanlagen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel\/Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Auch bestehende Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein werden darauf \u00fcberpr\u00fcft, ob sie unter Anwendung der neuen Hinweise zum Schallimmissionsschutz der Bund\/L\u00e4nder-Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Immissionsschutz (LAI-Hinweise) die zul\u00e4ssigen L\u00e4rmimmissionen einhalten. Ein entsprechendes \u00dcberwachungskonzept f\u00fcr Bestandsanlagen, das vom Landesamt f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume (LLUR) umgesetzt wird, hat das Kieler Umwelt- und Energiewendeministerium (MELUND) gestern (3. Juli 2018) per Erlass auf den Weg gebracht. \u201eF\u00fcr Neuanlagen haben wir bereits Anfang des Jahres das neue Beurteilungsverfahren umgesetzt. Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen aber auch die Bestandsanlagen die zul\u00e4ssigen Immissionswerte sicher einhalten. Deshalb werden sie jetzt einer systematischen \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen\u201c, sagte Umweltminister Robert Habeck.<\/p>\n<p>Insgesamt werden in den kommenden Jahren in Schleswig-Holstein etwa 3.000 Windkraftanlagen \u00fcberpr\u00fcft. Es handelt sich hier um Anlagen, die vor dem 1. Februar 2018 errichtet wurden. Im Rahmen einer Priorisierung wird die \u00dcberwachung aller bestehenden Windkraftanlagen im Zeitraum von voraussichtlich zwei bis drei Jahren durchgef\u00fchrt werden. Das LLUR wird zun\u00e4chst dort t\u00e4tig werden, wo beh\u00f6rdlicher Handlungsbedarf am ehesten zu erwarten ist.<\/p>\n<p>Das MELUND und das LLUR werden im Fr\u00fchjahr 2019 einen ersten Erfahrungsbericht zum Vollzug des \u00dcberwachungskonzeptes vorlegen.<br \/>\nHintergrund:<\/p>\n<p>Ein Expertengremium des DIN\/VDI-Normenausschusses Akustik, L\u00e4rmminderung und Schwingungstechnik hatte ab 2014 ein neues Prognoseverfahren (Interimsverfahren) zur Prognose der Ger\u00e4uschimmissionen von Windkraftanlagen (WKA) erarbeitet und 2015 ver\u00f6ffentlicht, nachdem mehrere Messkampagnen seit 2014 systematische Abweichungen zwischen gemessenen und berechneten Schallimmissionen bei Windkraftanlagen festgestellt hatten. Dieses Interimsverfahren korrigiert die Bodend\u00e4mpfung f\u00fcr hohe Quellen wie WKA. Damit wird eine realistischere Prognose der Ger\u00e4uschbelastung (Schallimmission) durch WKA erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Beurteilungsverfahren bestehen insbesondere darin, dass die Bodend\u00e4mpfung jetzt nicht mehr einberechnet und das Berechnungsverfahren auf eine frequenzabh\u00e4ngige Berechnung umgestellt wird. Die Regelungen k\u00f6nnen sich in Einzelf\u00e4llen auf den Nachtbetrieb von Anlagen auswirken. Der Tagbetrieb bleibt davon unber\u00fchrt, da dort wie bei anderen L\u00e4rmverursachern auch deutlich h\u00f6here Immissionsrichtwerte gelten. Die Immissionsrichtwerte f\u00fcr Schall, die sich aus der TA L\u00e4rm ergeben, gelten unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Im September 2017 hat die Bund\/L\u00e4nder-Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Immissionsschutz (LAI) den Bundesl\u00e4ndern empfohlen, die LAI-Hinweise zum Schallimmissionsschutz bei WKA, die sich auf das Interimsverfahren beziehen, anzuwenden. Die Umweltministerkonferenz nahm die LAI-Hinweise im November 2017 zur Kenntnis.<\/p>\n<p>Die Landesregierung hat am 31. Januar 2018 die aktuellen LAI-Hinweise zum Schallimmissionsschutz bei WKA in Schleswig-Holstein per Erlass eingef\u00fchrt. Bei neuen Genehmigungsverfahren finden die Hinweise bereits Anwendung. Nun beginnt das Landesamt f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und l\u00e4ndliche R\u00e4ume (LLUR) mit der Umsetzung eines daraufhin erarbeiteten \u00dcberwachungskonzeptes zur \u00dcberpr\u00fcfung der Bestandsanlagen. Hierzu wird zun\u00e4chst in einem \u00fcberschl\u00e4gigem Verfahren \u00fcberpr\u00fcft, wo und nach welchen Priorit\u00e4ten das LLUR eingehendere \u00dcberpr\u00fcfungen veranlasst bzw. wo beh\u00f6rdlicher Handlungsbedarf nicht zu erwarten ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel\/Herzogtum Lauenburg (pm). 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