{"id":52335,"date":"2023-07-07T06:41:00","date_gmt":"2023-07-07T04:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=52335"},"modified":"2023-06-30T12:43:50","modified_gmt":"2023-06-30T10:43:50","slug":"ngg-warnt-vor-azubi-vakuum-in-baeckereien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/07\/07\/ngg-warnt-vor-azubi-vakuum-in-baeckereien\/","title":{"rendered":"NGG warnt vor \u201eAzubi-Vakuum\u201c in B\u00e4ckereien"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm). <\/strong>Brot, Br\u00f6tchen, Butterkuchen \u2013 die B\u00e4ckereien im Kreis Herzogtum Lauenburg haben viele Rezepte, um gut zu backen. \u201eAber vielen fehlt der Nachwuchs\u201c, sagt Anne Widder von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG). Sie warnt vor einem \u201eAzubi-Vakuum\u201c. Verantwortlich daf\u00fcr seien vor allem die Ausbildungsbedingungen im B\u00e4ckerhandwerk. \u201eDie Azubis in B\u00e4ckereien rangieren bei der Verg\u00fctung im unteren Drittel aller Ausbildungsberufe. Bei der Abbrecherquote dagegen sind sie im Spitzenfeld\u201c, so die Gewerkschaftssekret\u00e4rin der NGG Hamburg-Elmshorn.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit werde es immer schwieriger, junge Menschen f\u00fcr das Backen als \u201eFr\u00fchaufsteher-Handwerk\u201c zu begeistern. Das B\u00e4ckerhandwerk m\u00fcsse dem Nachwuchs mehr bieten. \u201eUnd zwar nicht irgendwann, sondern jetzt: Mit 680 Euro im ersten und 885 Euro im dritten Ausbildungsjahr kann man junge Menschen weder in die Backstube noch an die Verkaufstheke locken. Denn mit so wenig Geld kommt keiner mehr klar\u201c, so Widder.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl der B\u00e4ckerei-Azubis sei bereits rapide nach unten gegangen: In den 17 B\u00e4ckereien und 34 Verkaufsfilialen im Kreis Herzogtum Lauenburg gab es im Herbst vergangenen Jahres noch 62 Auszubildende. Vor knapp zehn Jahren \u2013 im Herbst 2013 \u2013 waren es noch 122 Azubis in der Herstellung und im Verkauf von Backwaren. Die NGG Hamburg-Elmshorn beruft sich dabei auf Zahlen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Botschaft an die B\u00e4ckereien sei damit klar: \u201eDie B\u00e4ckereien m\u00fcssen ihre Ausbildung attraktiver machen \u2013 am Backofen genauso wie am Verkaufstresen. Und das geht vor allem auch \u00fcbers Geld\u201c, sagt Anne Widder. Sie fordert die Anhebung der Ausbildungsverg\u00fctung auf 850 Euro im ersten und auf 1.075 Euro pro Monat im dritten Ausbildungsjahr. In einem zweiten Schritt m\u00fcssten B\u00e4ckerei-Azubis dann 950 Euro bekommen, wenn sie ihre Ausbildung anfangen. Im letzten Ausbildungsjahr will die NGG schlie\u00dflich 1.100 Euro pro Monat f\u00fcr den B\u00e4ckerei-Nachwuchs erreichen. Zus\u00e4tzlich fordert die NGG ein \u201eAusbildungs-Ticket\u201c von 49 Euro, um die Azubis mobil zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas sind zentrale Forderungen, die schon auf dem Tisch liegen. Sie sollten eigentlich bundesweit f\u00fcr das gesamte B\u00e4ckereihandwerk gelten. Dann haben die Arbeitgeber aber einen R\u00fcckzieher gemacht\u201c, so Anne Widder. Die Verhandlungen zwischen der NGG und dem Zentralverband des Deutschen B\u00e4ckerhandwerks \u00fcber einen neuen bundesweiten Tarifvertrag f\u00fcr Auszubildende seien damit vorerst gescheitert. Es komme jetzt darauf an, dass das B\u00e4ckerhandwerk im Herzogtum Druck auf den eigenen Innungsverband mache.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAndernfalls w\u00fcrde ich f\u00fcr 2030 keine Wette mehr auf das Sortiment und die F\u00fclle an frischen Sonntagsbr\u00f6tchen, die die B\u00e4ckereien heute noch bieten, mehr abschlie\u00dfen\u201c, sagt NGG-Gewerkschaftssekret\u00e4rin Anne Widder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Brot, Br\u00f6tchen, Butterkuchen \u2013 die B\u00e4ckereien im Kreis Herzogtum Lauenburg haben viele Rezepte, um gut zu backen. \u201eAber vielen fehlt der Nachwuchs\u201c, sagt Anne Widder von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG). Sie warnt vor einem \u201eAzubi-Vakuum\u201c. 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