{"id":49399,"date":"2023-04-02T06:15:00","date_gmt":"2023-04-02T04:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=49399"},"modified":"2023-03-30T12:23:32","modified_gmt":"2023-03-30T10:23:32","slug":"arbeitsmarkt-im-herzogtum-lauenburg-ein-rueckblick-auf-das-jahr-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/04\/02\/arbeitsmarkt-im-herzogtum-lauenburg-ein-rueckblick-auf-das-jahr-2022\/","title":{"rendered":"Arbeitsmarkt im Herzogtum Lauenburg \u2013 Ein R\u00fcckblick auf das Jahr 2022"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Der Arbeitsmarkt im Herzogtum Lauenburg blieb 2022 in Krisenzeiten stabil. Corona, Ukraine-Krieg und Inflation \u2013 das Jahr 2022 war gepr\u00e4gt von Kriseneinfl\u00fcssen, die sich in vielen Bereichen ausgewirkt haben. Die Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg war zun\u00e4chst auf dem Weg in Richtung Niveau der Vor-Corona-Zeit. In der zweiten Jahresh\u00e4lfte stieg diese sichtbar an.\u00a0 Urs\u00e4chlich waren die gefl\u00fcchteten Menschen aus der Ukraine, die seit Juni vom Jobcenter Herzogtum Lauenburg Leistungen erhalten und dort betreut werden. Dies hatte zur Folge, dass sie auch in die Arbeitslosenstatistik integriert worden sind. Dar\u00fcber hinaus hat sich der Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg im vergangenen Jahr aber trotz der Kriseneinfl\u00fcsse wenig beeindruckt und insgesamt stabil gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTrotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich der Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg ausgesprochen robust gezeigt. Das Jahr 2022 l\u00e4sst sich in zwei Abschnitte unterteilen: Im ersten Halbjahr hatten wir einen vielversprechenden Start ins Jahr. Der Arbeitsmarkt erlebte nach dem Auslaufen der Corona-Beschr\u00e4nkungen einen best\u00e4ndigen R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit. Die Auswirkungen des Kriegsausbruches in der Ukraine, wie zum Beispiel gest\u00f6rte Lieferketten oder Sanktionen, blieben ohne Einfluss. Im Mai sank die Zahl arbeitsloser Menschen wieder unter die Grenze von 5.000 und bewegte sich Richtung der Vor-Corona-Zeit&#8220;, bilanziert Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe die Entwicklung im vergangenen Jahr. \u201eIm Juni haben die Jobcenter die Betreuung und finanzielle Unterst\u00fctzung der aus der Ukraine gefl\u00fcchteten Menschen \u00fcbernommen. Damit erfolgte auch deren Erfassung in der Arbeitslosenstatistik und in der Folge stieg die Arbeitslosigkeit bis auf 5,4 Prozent im Juli und August. Abgesehen von diesem Sondereffekt zeigte sich der Arbeitsmarkt nach dem Kriegsausbruch mit seinen vielen Folgeauswirkungen weiterhin stabil. Die Arbeitslosigkeit blieb durchgehend stabil. Die Arbeitslosenquote pendelte sich dann bei 5,1 Prozent ein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Arbeitslosigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im vergangenen Jahr lag die Zahl arbeitsloser Menschen im Herzogtum im Jahresdurchschnitt bei 5.351. Das waren 252 oder 4,5 Prozent weniger als 2021. \u201eIm Vorjahresvergleich zeigt sich die positive Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2022 waren durchschnittlich 5.167 Menschen arbeitslos. Dies waren weniger als im Jahresdurchschnitt gesamt und die Arbeitslosigkeit war auf dem Weg zum Vor-Corona-Niveau. Mit der Betreuung der gefl\u00fcchteten Menschen aus der Ukraine ab der Jahresmitte und deren Erfassung in der Arbeitslosenstatistik nahm die Arbeitslosigkeit erwartungsgem\u00e4\u00df zu. Der Anteil der aus der Ukraine gefl\u00fcchteten Menschen an der Gesamtzahl arbeitsloser Menschen stieg bis auf zeitweise \u00fcber 400 und lag damit bei rund elf Prozent&#8220;, so Wieczorek.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeitslosenquote lag 2022 bei f\u00fcnf Prozent f\u00fcr den Kreis Herzogtum Lauenburg. Damit lag der Kreis auf Platz neun in Schleswig-Holstein (von insgesamt 15 Kreisen bzw. kreisfreien St\u00e4dten). Sie sank gegen\u00fcber 2021 um 0,3 Prozentpunkte. Im Jahr 2020, dem \u201eCorona-Jahr&#8220; lag sie noch bei 5,5 Prozent und 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, bei 4,7 Prozent.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Von dem R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit um insgesamt 4,5 Prozent haben fast alle Personengruppen im vergangenen Jahr profitiert. \u201eDeutlich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit mit 8,5 Prozent bei den langzeitarbeitslosen Menschen gesunken. Der wieder deutlich gewachsene Personalbedarf wie auch wieder vermehrt m\u00f6gliche Qualifizierungs- und Integrationsangebote haben zu dem R\u00fcckgang beigetragen&#8220;, sagt die Agenturchefin. \u201eBei den arbeitslosen Menschen mit ausl\u00e4ndischer Staatsangeh\u00f6rigkeit hat es im Jahr 2022 eine Zunahme von 12,8 Prozent gegeben. Ihre Zahl betrug im Jahresdurchschnitt 1.604 gegen\u00fcber noch 1.421 im Jahr 2021. Dieser Anstieg ist im Besonderen auf die Flucht aufgrund des Krieges in der Ukraine zur\u00fcckzuf\u00fchren.&#8220;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stellenangebote<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unver\u00e4ndert war auf Seiten der Unternehmen der Bedarf an Fach- und Arbeitskr\u00e4ften im Jahr 2022. Im Jahresverlauf waren dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Jobcenter und Arbeitsagentur 3.310 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden, 83 weniger als 2021. Jedoch wuchs der Stellenbestand im Jahresdurchschnitt auf 1.692 Stellen, 260 oder 18,2 Prozent mehr zum Vorjahr. \u201eDas vergangene Jahr war gepr\u00e4gt durch eine unver\u00e4ndert hohe Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften. Mit fast 1.800 Stellen hatten wir im September einen neuen H\u00f6chstwert an vakanten Stellen zu verzeichnen. Der Blick auf die Stellenentwicklung unterstreicht, dass die Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, wie zum Beispiel die Lieferengp\u00e4sse und die Inflation, weiterhin einen hohen Bedarf an Arbeits- und Fachkr\u00e4ften haben. Auch die demografische Entwicklung wird sp\u00fcrbar. Bei den Unternehmen scheiden zunehmend mehr Besch\u00e4ftigte altersbedingt aus&#8220;, sagt die Agenturchefin. Gesucht wurden nicht nur ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch An- und Ungelernte f\u00fcr Helfert\u00e4tigkeiten. F\u00fcr gut jede vierte Stelle wurde eine Helferin oder ein Helfer gesucht. \u201eIn der Gesamtbetrachtung darf man sicher nicht nur von einem Fachkr\u00e4ftemangel, sondern eher von einem Arbeitskr\u00e4ftemangel sprechen. F\u00fcr die Unternehmen in der Region ist es zunehmend eine Herausforderung, geeignetes Personal zu finden&#8220;, so Wieczorek.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMGP2655_kl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-37648\" width=\"630\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMGP2655_kl.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMGP2655_kl-300x200.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMGP2655_kl-768x511.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/IMGP2655_kl-750x499.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe. Foto: Agentur f\u00fcr Arbeit, hfr<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Von den insgesamt 3.310 Stellenmeldungen im Jahresverlauf 2022 entfielen die meisten auf diese f\u00fcnf Wirtschaftsbereiche: Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen mit 511 Stellenmeldungen (minus 10,5 Prozent gegen\u00fcber 2021), Handel und Instandhaltung \/ Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 506 gemeldeten Stellen (plus 0,6 Prozent), Gesundheits- und Sozialwesen mit 495 Stellen (minus f\u00fcnf Prozent), aus dem Bereich der \u00f6ffentlichen Verwaltung waren es 404 neue Stellen (plus 18,1 Prozent), gefolgt von der Arbeitnehmer\u00fcberlassung mit 396 Stellen (minus 16,5 zum Vorjahr).<\/p>\n\n\n\n<p>Die deutlichsten anteiligen R\u00fcckg\u00e4nge gegen\u00fcber 2021 bei der Zahl neu gemeldeter Stellen waren im Bereich Information und Kommunikation mit minus 39,4 Prozent (insgesamt 20 im Jahr 2022 gemeldete Stellen), Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit minus 22,2 Prozent (14 gemeldete Stellen), Arbeitnehmer\u00fcberlassung mit minus 16,5 Prozent (396 gemeldete Stellen) und&nbsp; Energie- \/ Wasserversorgung und Entsorgung mit minus 15,6 Prozent (absolut 27 gemeldete&nbsp; Stellen) zu verzeichnen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Stichtag 30. Juni 2022 waren im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt 51.213 Menschen sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt, 1.244 oder 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Von ihnen hatten 64,9 Prozent (= 33.237) einen Vollzeitjob und 35,1 Prozent eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitbesch\u00e4ftigung (= 17.976). Ausschlie\u00dflich geringf\u00fcgig besch\u00e4ftigt waren weitere 8.788 Menschen, ein R\u00fcckgang um ein Prozent gegen\u00fcber 2021.<\/p>\n\n\n\n<p>Die TOP 5-Branchen, in denen die meisten Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt sind und in denen mehr als zwei Drittel aller Besch\u00e4ftigten arbeiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gesundheits- und Sozialwesen (10.002 Besch\u00e4ftigte \/ Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten 19,5 Prozent)<\/li>\n\n\n\n<li>Handel \/ Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (8.824 Besch\u00e4ftigte \/ Anteil 17,2 Prozent)<\/li>\n\n\n\n<li>Verarbeitendes Gewerbe (8.207 Besch\u00e4ftigte \/ Anteil 16,0 Prozent)<\/li>\n\n\n\n<li>Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen (4.894 Besch\u00e4ftigte \/ Anteil 9,6 Prozent)<\/li>\n\n\n\n<li>Baugewerbe (4.090 Besch\u00e4ftigte \/ Anteil 8,0 Prozent)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Fazit 2022<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg zeigte sich aus Sicht der Chefin der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten insgesamt \u00e4u\u00dferst stabil: \u201eDer Arbeitsmarkt stand nach einem guten Start ins Jahr 2022 in der zweiten Jahresh\u00e4lfte unter dem Einfluss der aus der Ukraine gefl\u00fcchteten Menschen. Mit der \u00dcbernahme ihrer Betreuung im Jobcenter Herzogtum Lauenburg und ihrer Erfassung in der Arbeitsmarktstatistik nahm die Zahl arbeitsloser Menschen zu. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Folge des Krieges in der Ukraine hingegen haben den Arbeitsmarkt nicht negativ beeinflusst. Die Unternehmen haben unver\u00e4ndert viele Stellen zu besetzen und ben\u00f6tigten hier insbesondere ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie zu finden, bleibt die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung. Die Themen Fachkr\u00e4ftesicherung, Demografie und Digitalisierung haben nochmals an Priorit\u00e4t gewonnen und sind mittlerweile zunehmend erlebte Realit\u00e4t in Unternehmen und dem \u00f6ffentlichem Dienst. Sie sind neben der beruflichen Integration der gefl\u00fcchteten Menschen aus der Ukraine die Aufgaben der Zukunft. Es gilt weiterhin, Jugendliche f\u00fcr die Berufsausbildung zu begeistern und notwendige Qualifizierungen w\u00e4hrend der Arbeitslosigkeit, in einer Phase der Kurzarbeit oder w\u00e4hrend einer Besch\u00e4ftigung zu realisieren. Hier wollen wir als Agentur f\u00fcr Arbeit gemeinsam mit dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg Unternehmen unterst\u00fctzen. Dazu geh\u00f6rt auch, Menschen, die bereits l\u00e4nger auf Jobsuche sind, wieder Besch\u00e4ftigungsperspektiven zu er\u00f6ffnen.&#8220;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Der Arbeitsmarkt im Herzogtum Lauenburg blieb 2022 in Krisenzeiten stabil. Corona, Ukraine-Krieg und Inflation \u2013 das Jahr 2022 war gepr\u00e4gt von Kriseneinfl\u00fcssen, die sich in vielen Bereichen ausgewirkt haben. Die Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg war zun\u00e4chst auf dem Weg in Richtung Niveau der Vor-Corona-Zeit. 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