{"id":48219,"date":"2023-02-20T13:13:27","date_gmt":"2023-02-20T11:13:27","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=48219"},"modified":"2023-02-20T13:13:28","modified_gmt":"2023-02-20T11:13:28","slug":"bauarbeiter-fahren-1-026-mal-um-die-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2023\/02\/20\/bauarbeiter-fahren-1-026-mal-um-die-erde\/","title":{"rendered":"Bauarbeiter fahren 1.026 Mal um die Erde"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm). <\/strong>Der Lohnzettel f\u00fcr Bauarbeiter im Herzogtum sieht diesmal in einem entscheidenden Punkt anders aus: Zum ersten Mal bekommen Bauarbeiter im Februar eine Lohnabrechnung, auf der die Kilometer eine Rolle spielen, die sie im Januar auf ihrem Weg zu den Baustellen zur\u00fcckgelegt haben. \u201eDas ist eine Premiere f\u00fcr den Bau: Endlich gibt es eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Fahrstrecken und damit vor allem f\u00fcr die vielen Stunden, die Maurer, Betonbauer, Kranf\u00fchrer &amp; Co. Monat f\u00fcr Monat auf der Stra\u00dfe unterwegs sind. Denn bislang hat ein Gro\u00dfteil der Bauarbeiter Zeit und Nerven investiert, um zu den Baustellen zu kommen. Und das alles zum Null-Tarif. Denn die meisten Bauarbeiter haben ihre Zeit f\u00fcr die Fahrten zur Baustelle dem Chef einfach geschenkt\u201c, sagt Achim Bartels. F\u00fcr den Bezirksvorsitzenden der IG BAU Hamburg ist die Entsch\u00e4digung der Wegezeit \u201eein wichtiger Schritt nach vorn, um die Arbeit auf dem Bau vom Lohn her attraktiver und gleichzeitig auch gerechter zu machen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin sind die Strecken, die Bauarbeiter auf ihrem Weg zu den Baustellen zur\u00fccklegen, enorm, so die IG BAU Hamburg. Die Bau-Gewerkschaft wei\u00df, wovon sie spricht: Sie hat die Fahrstrecken beim Pestel-Institut (Hannover) untersuchen lassen. Demnach sind rund 1.880 Bauarbeiter \u2013 und damit neun von zehn Besch\u00e4ftigten der Baubranche \u2013 im Kreis Herzogtum Lauenburg an 200 Arbeitstagen unterwegs, um zu den Geb\u00e4uden, Stra\u00dfen und Br\u00fccken zu kommen, die sie bauen und sanieren sollen. F\u00fcr die einfache Fahrt legen sie dabei im Schnitt 55 Kilometer zur\u00fcck. Die Wissenschaftler vom Pestel-Institut kommen dabei auf rund 41,1 Millionen \u201eBaustellen-Kilometer\u201c im Jahr. \u201eRein rechnerisch fahren die Bauarbeiter aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg damit rund 1.026 Mal um die Erde. Klar, mal liegt die Baustelle um die Ecke, oft ist sie aber auch jwd \u2013 also ganz weit drau\u00dfen\u201c, so Achim Bartels von der IG BAU Hamburg. Bei der Untersuchung sind, so das Pestel-Institut, f\u00fcr die Mobilit\u00e4t von Baubesch\u00e4ftigten relevante Faktoren wie die Siedlungsdichte ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Ergebnis macht deutlich, dass die, die auf dem Bau arbeiten, viel Extra-Zeit am Steuer vom Pkw oder im Baubulli verlieren. Dabei ist die Wegezeit nichts anderes als f\u00fcr den Bau-Job investierte Lebenszeit\u201c, sagt Carsten Burckhardt. Er ist im IG BAU-Bundesvorstand f\u00fcr die Bauwirtschaft zust\u00e4ndig und spricht von \u201eenorm Kilometer-aktiven Bau-Jobs\u201c. Die Fahrten zu den Baustellen seien \u201eechte Zeitfresser\u201c. Trotzdem sei es ein \u201ehartes St\u00fcck Arbeit\u201c gewesen, die Entsch\u00e4digung der Wegezeit am Tariftisch durchzusetzen. \u201eDie Arbeitgeber haben sich jahrelang dagegen gestr\u00e4ubt\u201c, so Burckhardt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeiten, in denen Fahrstrecken von Bauarbeitern einfach unter den Teppich gekehrt wurden, seien jetzt allerdings endg\u00fcltig vorbei: F\u00fcr die Strecken zwischen dem Betrieb und der Baustelle bekommen Bauarbeiter, die Tag f\u00fcr Tag von zu Hause aus anfahren, jetzt \u2013 je nach Kilometern \u2013 zwischen 6 und 8 Euro pro Tag. Wer nicht mit dem Baubulli f\u00e4hrt, sondern das eigene Auto nimmt, bekommt weiterhin zus\u00e4tzlich Kilometergeld. Auch f\u00fcr Fahrten mit Bussen und Bahnen gibt es eine Erstattung\u201c, erl\u00e4utert Carsten Burckhardt. Wer auf Montage sei und nicht jeden Tag nach Hause fahren k\u00f6nne, bekomme \u2013 abh\u00e4ngig von der Strecke \u2013 zwischen 18 und 78 Euro pro Woche. Mehr Infos dazu gibt es bei der IG BAU Hamburg unter der Telefonnummer 040 2530440 und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:hamburg@igbau.de\" target=\"_blank\">hamburg@igbau.de<\/a> oder im Internet: i<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/gbau.de\/Infos-zur-Wegezeitentschaedigung-ab-1.-januar.html.\" target=\"_blank\">gbau.de\/Infos-zur-Wegezeitentschaedigung-ab-1.-januar.html.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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