{"id":4782,"date":"2018-06-19T09:46:59","date_gmt":"2018-06-19T07:46:59","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=4782"},"modified":"2019-01-14T17:30:17","modified_gmt":"2019-01-14T16:30:17","slug":"stromnetz-anstieg-der-abregelungen-durch-engpaesse-in-schleswig-holstein-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/06\/19\/stromnetz-anstieg-der-abregelungen-durch-engpaesse-in-schleswig-holstein-erwartet\/","title":{"rendered":"Stromnetz: Anstieg der Abregelungen durch Engp\u00e4sse in Schleswig-Holstein erwartet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Aufgrund weiter drohender \u00dcberlastungen im Stromleitungsnetz sind in Schleswig-Holstein 2017 knapp 3.000 Gigawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien an Land abgeregelt worden. Das geht aus den aktuell ver\u00f6ffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur hervor. Das entspricht rund dreizehn Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EE) im Land. Damit sind die Abregelungen f\u00fcr Anlagen an Land um rund 10 Prozent gegen\u00fcber dem windschwachen Vorjahr gestiegen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Bundesweit verz\u00f6gert sich der Netzausbau&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Netzbetreiber sind in der Pflicht die Stromnetze bedarfsgerecht auszubauen. Der Anstieg der Kosten f\u00fcr Einspeisemanagement ist ein klares Signal, dass der Netzausbau weiterhin energisch vorangetrieben werden muss. Die Landesregierung Schleswig-Holstein und die beteiligten Netzbetreiber sind dabei bereits auf einem sehr guten Weg. Die Netzengp\u00e4sse haben sich mittlerweile zunehmend ins H\u00f6chstspannungsnetz verlagert. Abhilfe werden hier absehbar die neuen 380 kV-Leitungen in Schleswig-Holstein schaffen: Die Westk\u00fcstenleitung ist bereits im Bau, die Mittelachse wird verst\u00e4rkt und auch die Planung f\u00fcr die Ostk\u00fcstenleitung schreitet konsequent voran. Bundesweit hat sich der Netzausbau aber leider erheblich verz\u00f6gert, etwa bei entscheidenden Gro\u00dfprojekten wie S\u00fcdlink. Diese Verz\u00f6gerungen wirken sich auch negativ auf Schleswig-Holstein aus. Der Bund und die anderen Bundesl\u00e4nder m\u00fcssen hier endlich nachziehen und auch politisch f\u00fcr den Leitungsbau einstehen. Stromnetzausbau bedeutet, wie nahezu jeder Infrastrukturausbau, zweifelsohne einen Eingriff in die Lebensumwelt, die Alternative w\u00e4re aber, l\u00e4nger Kohle- oder Atomstrom zu produzieren&#8220;, sagte Energiewendeminister Robert Habeck gestern (18. Juni), &#8222;Ziel muss es sein, f\u00fcr eine erfolgreiche Energiewende und zur Erreichung der Klimaschutzziele die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bundesweit weiter zu steigern, ohne vermeidbare zus\u00e4tzliche Kosten hervorzurufen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Mehr Strom aus Erneuerbaren Energien<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts des windst\u00e4rkeren Jahres 2017, der weiter gestiegenen installierten Leistungen und der zunehmenden Einspeisungen in die Netze von SH Netz und Tennet erwarten das Energiewendeministerium und die Netzbetreiber eine Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Jahr 2017 von rund 21,6 Terrawattstunden. Dies ist ein Anstieg um gut zehn Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr 2016. &#8222;&#8220;Damit ist die in die Stromnetze aufgenommene Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien weiter und deutlich angestiegen \u2013 ein Indikator daf\u00fcr, dass Netzausbau- und Netzmanagementma\u00dfnahmen in Schleswig-Holstein zu wirken beginnen&#8220;, so Habeck.<\/p>\n<p>Der Anteil der Abregelungen aufgrund von Engp\u00e4ssen im H\u00f6chstspannungsnetz liegt weiterhin bei \u00fcber 92 Prozent. &#8222;&#8220;Das unterstreicht noch einmal die Dringlichkeit, die Stromautobahnen in ganz Deutschland weiter auszubauen&#8220;&#8220;, erg\u00e4nzte der Energiewendeminister. Allerdings w\u00fcrde sich die Situation deutlich dramatischer darstellen, wenn in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren nicht so starke Fortschritte beim Netzausbau gemacht worden w\u00e4ren. Mittelfristig sei zu erwarten, dass die zunehmende Verf\u00fcgbarkeit des H\u00f6chstspannungsnetzes den Anteil der abzuregelnden EE-Strommenge ma\u00dfgeblich beeinflussen wird, so der Minister. So k\u00f6nnen beispielsweise entlang der Westk\u00fcste durch die Inbetriebnahmen von weiteren Abschnitten der H\u00f6chstspannungs- und 110-kV-Zubringerleitungen sowie der neuen H\u00f6chstspannungsumspannwerke mit Anbindungen des Verteilnetzes in den Bereichen von Heide, Husum, Nieb\u00fcll und insbesondere in der Mittelachse in der N\u00e4he von Flensburg (Umspannwerk Handewitt) Abregelungen aufgrund von Netzengp\u00e4ssen in Schleswig-Holstein weiter sinken. So wurde im Januar 2018 der erste Abschnitt der Mittelachse von Hamburg\/Nord bis Audorf in Betrieb genommen, die Inbetriebnahme des zweiten Abschnitts der Westk\u00fcstenleitung von S\u00fcderdonn bis Heide wird ebenfalls in diesem Jahr erfolgen. Dar\u00fcber hinaus verbessert TenneT die \u00dcbertragungskapazit\u00e4ten auf der Elbekreuzung 2 und vervierfacht damit deren Transportkapazit\u00e4ten f\u00fcr Energiewendestrom.<\/p>\n<p><strong>NEW 4.0<\/strong><\/p>\n<p>Um abgeregelten Strom k\u00fcnftig besser zu nutzen, wurde im Zuge des Projektes Norddeutsche Energiewende 4.0 das Konzept f\u00fcr die ENKO Plattform (Energie intelligent koordinieren) von SH Netz und ARGE Netz entwickelt: Hierzu wird ein Algorithmus programmiert, mit dessen Hilfe Netzengp\u00e4sse bereits am Vortag prognostiziert werden k\u00f6nnen. Dies erm\u00f6glicht es, zuschaltbare Lasten auf der ENKO-Plattform auszuschreiben. Als Koordinationsplattform vermittelt ENKO die zur Behebung der Netzengp\u00e4sse geeignetsten Flexibilit\u00e4tsangebote. Ziel ist es, mehr lokal erzeugten erneuerbaren Strom vor Ort zu nutzen. ENKO startet diesen Sommer eine Live-Simulation und wird Ende 2018 in den Echtbetrieb \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Weiterhin gilt es zu verhindern, dass Reststrommengen auf norddeutsche Atomkraftwerke \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. Energiewendeminister Robert Habeck begr\u00fc\u00dfte, dass der Bundesrat Anfang Juni einem Antrag von Schleswig-Holstein und anderen Bundesl\u00e4ndern zugestimmt hat, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, die \u00dcbertragung der Restrommengen auf norddeutsche Atomkraftwerke notfalls gesetzlich zu verbieten.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Durch die zielgerichtete Zuschaltung von kosteneffizienten Lasten vor einem Netzengpass k\u00f6nnen die tempor\u00e4ren Abschaltungen von Erneuerbare Energien-Anlagen reduziert und die Kosten der Engpassbewirtschaftung (z.B. Redispatch, Beschaffung von Regelleistung) gesenkt werden. Zuschaltbare Lasten sind zugleich ein wichtiger Schritt in ein von Erneuerbaren Energien durchdrungenes Energiesystem. Anstatt Windr\u00e4der, PV-Anlagen und Biogasmotoren vor dem Netzengpass abzuschalten, gibt es verschiedene M\u00f6glichkeiten, den Strom sinnvoll zu nutzen und die Flexibilit\u00e4t des Netzes zu erh\u00f6hen. Dieser Ansatz wird auch im F\u00f6rderprojekt NEW 4.0 (Norddeutsche Energiewende) verfolgt.<\/p>\n<p>Durch die Umwandlung von Strom in W\u00e4rme (\u201ePower to Heat\u201c), Wasserstoff, weitere Speichermedien, Industrieanwendungen, K\u00fchlh\u00e4user, Elektromobilit\u00e4t und vieles mehr k\u00f6nnen Lasten zugeschaltet werden. Die konkrete Form der zuschaltbaren Last l\u00e4sst sich wettbewerblich und diskriminierungsfrei ermitteln. Durch die Nutzung des Stroms werden nicht nur die Kosten der Engpassbewirtschaftung reduziert, sondern wird auch die Energiewende in den Sektoren W\u00e4rme, Verkehr und Industrie unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). Aufgrund weiter drohender \u00dcberlastungen im Stromleitungsnetz sind in Schleswig-Holstein 2017 knapp 3.000 Gigawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien an Land abgeregelt worden. Das geht aus den aktuell ver\u00f6ffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur hervor. Das entspricht rund dreizehn Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EE) im Land. Damit sind die Abregelungen f\u00fcr Anlagen an Land um [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4783,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jnews-multi-image_gallery":[],"jnews_single_post":[],"jnews_primary_category":[],"jnews_social_meta":[],"jnews_override_counter":[],"jnews_post_split":[],"footnotes":""},"categories":[94,93],"tags":[1087,476,1086,1084,304,1085],"class_list":["post-4782","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland","category-weltweit","tag-abregelungen","tag-erneuerbare-energien","tag-netzausbau","tag-strom","tag-stromnetz","tag-windkraft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4782"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4782\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10627,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4782\/revisions\/10627"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4783"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}