{"id":46059,"date":"2022-11-25T06:06:00","date_gmt":"2022-11-25T04:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=46059"},"modified":"2022-11-24T14:15:14","modified_gmt":"2022-11-24T12:15:14","slug":"auszubildende-haenderingend-gesucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/11\/25\/auszubildende-haenderingend-gesucht\/","title":{"rendered":"Auszubildende h\u00e4nderingend gesucht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsb\u00fcndnisses der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg haben sich am Donnerstag, 10. November in der Agentur f\u00fcr Arbeit in Bad Oldesloe getroffen und das Ausbildungsjahr 2021 \/ 2022 bilanziert. Sie appellieren an die Jugendlichen: \u201eSchaut auf das breite und attraktive Ausbildungsangebot in unserer Region!&nbsp;Die Chancen auf eine Ausbildungsstelle sind besser denn je. Das gilt auch f\u00fcr das kommende Jahr.&#8220; Auch wenn das Ausbildungsjahr 2022 l\u00e4ngst begonnen hat, besteht dennoch die Chance, auch jetzt noch eine Lehrstelle zu bekommen. Die Unternehmen in beiden Kreisen sp\u00fcren den Bewerbermarkt: Zunehmend mehr Ausbildungspl\u00e4tze bleiben zum Ausbildungsstart ohne Azubi.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei zur\u00fcckliegende Jahre der Corona-Pandemie mit zeitweise starken Beschr\u00e4nkungen haben die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen nicht gebremst. Ganz im Gegenteil blieb die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in dieser Zeit in den beiden Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg konstant und stieg im vergangenen Jahr mit \u00fcber 2.700 sogar auf einen H\u00f6chstwert an. Sp\u00fcrbar, und das auch noch bis in das aktuelle Ausbildungsjahr hinein, sind die Auswirkungen hingegen bei den Jugendlichen. &#8222;Die zwei Jahre Pandemie mit eingeschr\u00e4nkten bis hin zu fehlenden Pr\u00e4senz-Angeboten zur beruflichen Orientierung und Berufsberatung sind noch nicht wieder aufgeholt. Auch wenn mittlerweile wieder alle Angebote in den Schulen pr\u00e4sent sind und auch Messen stattfinden, finden die Jugendlichen noch nicht wieder in die Ausbildungsbetriebe&#8220;, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe. \u201eEs ist bedauerlich, nochmals einen R\u00fcckgang zu verzeichnen. Auszubildende werden in beiden Kreisen weiterhin h\u00e4nderingend gesucht.&#8220;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber ging im Ausbildungsjahr 2021 \/ 2022 weiter zur\u00fcck. Im Kreis Stormarn interessierten sich 721 Jugendliche f\u00fcr einen Einstieg in eine duale Ausbildung. Das waren 161 oder 18,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie lag ihre Zahl noch regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber 1.000. Die gleiche Entwicklung findet sich im Kreis Herzogtum Lauenburg. Hier waren mit 771 Ausbildungsinteressierten ebenfalls deutlich weniger als noch im Vorjahr bei der Berufsberatung gemeldet. Zum Vorjahr waren es 191 junge Leute weniger, ein R\u00fcckgang von 19,9 Prozent. Auch im Herzogtum lag die Zahl in den Vorjahren \u00fcber 1.000.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn der Pandemiezeit mag auch die Unsicherheit, wie sich einzelne Branchen entwickeln, eine Rolle gespielt haben. Hier hat sich ein Trend verst\u00e4rkt, Ausbildungswege jenseits der dualen Ausbildung wie ein Studium einzuschlagen oder den Schulbesuch zu verl\u00e4ngern. Dabei haben die Unternehmen ihre Ausbildungsangebote zu jeder Zeit aufrechterhalten. F\u00fcr dieses Engagement geht mein Dank an die ausbildenden Unternehmen.&nbsp; Der Ausbildungsmarkt ist in unserer Region immer stabil geblieben und ist es weiterhin. Mein Appell an die Jugendlichen: Schaut Euch die vielen regionalen Ausbildungsangebote an und nutzt die Unterst\u00fctzung unserer Expertinnen und Experten aus der Berufsberatung&#8220;, appelliert Wieczorek und empfiehlt: \u201eDie Unternehmen sollten nochmals aktiv werden und zum Beispiel wieder in gro\u00dfem Umfang Praktika f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler anbieten. Sie erm\u00f6glichen den jungen Menschen einen Einblick in die Praxis und bieten die Chance, f\u00fcr einen Beruf und den Ausbildungsbetrieb zu werben sowie die angehenden Berufseinsteigerinnen und -einsteiger fr\u00fchzeitig an den Betrieb zu binden. Die Jugendlichen werden als&nbsp;Fachkr\u00e4fte f\u00fcr die Themen der Zukunft ben\u00f6tigt: Klima-, Umweltschutz und Digitalisierung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Weniger ausbildungssuchende Jugendliche haben sich nat\u00fcrlich bei den Unternehmen bemerkbar gemacht. Bei ihnen gingen weniger Bewerbungen ein und zunehmend mehr Ausbildungsstellen konnten nicht besetzt werden. Insgesamt waren im Kreis Stormarn 1.595 Ausbildungsstellen bei der Oldesloer Agentur f\u00fcr Arbeit gemeldet worden, 73 oder 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon blieben bis Ende September 258 unbesetzt, 53 oder 25,9 Prozent mehr als im September 2021.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Lauenburgischen waren es 966 Ausbildungsstellen, die den Jugendlichen insgesamt f\u00fcr ihren diesj\u00e4hrigen Berufseinstieg zur Auswahl standen, und damit 73 oder sieben Prozent weniger als 2021. Davon blieben bis Ende September 103 ohne Auszubildenden, 31 oder 43,1 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Auch in den Stormarner Ausbildungsbetrieben des Handwerks sind weniger Jugendliche angekommen, berichtet Nadine Gr\u00fcn aus dem Team Nachwuchsgewinnung der Handwerkskammer L\u00fcbeck. \u201eWir haben im Kreis Stormarn bis Ende Oktober mit 413 eingetragenen Ausbildungsvertr\u00e4gen 40 weniger als im Vorjahr gez\u00e4hlt. Das ist ein R\u00fcckgang von 8,8 Prozent. Dabei suchen die Handwerksbetriebe h\u00e4nderingend Nachwuchs. F\u00fcr jeden Ausbildungssuchenden finden sich im Handwerk noch Einstiegsm\u00f6glichkeiten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Handwerk im Kreis Herzogtum Lauenburg bilanziert Susanne Bendfeldt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Kreishandwerkerschaft im Herzogtum: \u201eStand 01. November wurden im Kreis 414 neue Ausbildungsvertr\u00e4ge im Handwerk eingetragen. Dies sind fast genauso viele Vertr\u00e4ge wie im Vergleich zum Vorjahr.&nbsp; Das zeigt, dass wir nach wie vor viele junge Menschen daf\u00fcr begeistern konnten, eine Karriere im Handwerk zu starten. Wie auch in den Vorjahren blieben jedoch noch viele freien Stellen unbesetzt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Weniger Ausbildungsvertr\u00e4ge gingen auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ein. \u201eBis Ende Oktober 2022 wurden bei der IHK zu L\u00fcbeck insgesamt 3.375 neue Ausbildungsvertr\u00e4ge erfasst. Daraus ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein nochmaliges Minus um f\u00fcnf Prozent. F\u00fcr den Kreis Stormarn sind mit 690 Ausbildungsvertr\u00e4gen 66 weniger als im Vorjahr registriert. Dies entspricht einem Minus von neun Prozent. Im Kreis Herzogtum-Lauenburg wurden bisher 349 Vertr\u00e4ge, 20 oder f\u00fcnf Prozent weniger als im Vorjahr, eingetragen&#8220;, berichtet Dr. Ulrich Hoffmeister, Gesch\u00e4ftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK zu L\u00fcbeck. Der R\u00fcckgang sei noch auf die Corona-Pandemie, aber auch auf r\u00fcckl\u00e4ufige Bewerberzahlen und einem starken Anstieg von Vertragsl\u00f6sungen in den ersten drei Monaten in der Ausbildung zur\u00fcckzuf\u00fchren. \u201eReduzierte Kontakte, ausgefallene Ausbildungsmessen, abgesagte Praktika \u2013 Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche standen noch immer vor gro\u00dfen Herausforderungen. Betriebe und junge Menschen fanden nicht wie gewohnt zusammen&#8220;, so Hoffmeister.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Trend zur\u00fcckgehender Sch\u00fclerzahlen setzt sich an den beiden berufsbildenden Schulen in Bad Oldesloe und Ahrensburg sowie am regionalen Berufsbildungszentrum (BBZ) in M\u00f6lln fort. \u201eDies ist gerade in Hinblick auf den immensen Fachkr\u00e4ftemangel mehr als problematisch&#8220;, wei\u00df Johannes Kahlke, Schulleiter der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn in Ahrensburg. Ein Grund sehen die drei Schulen nach wie vor in die durch Corona-Pandemie zu kurz gekommene Berufsorientierung bei den Schulabg\u00e4ngern und -abg\u00e4ngerinnen in diesem Sommer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir setzen gro\u00dfe Hoffnungen in die st\u00e4rkere Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen, die nicht zuletzt durch den aktuellen Koalitionsvertrag eine ganz andere Bedeutung erhalten hat&#8220; erg\u00e4nzt Ulrich Keller, Schulleiter des BBZ M\u00f6llns. Keller bietet in seiner Schule seit einiger Zeit Werkstatttage f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von Gemeinschaftsschulen an, um die Profilbildung und somit die Berufsorientierung der jungen Menschen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Oldesloer Schule, j\u00fcngst f\u00fcr vorbildliche Studien- und Berufsorientierung erneut mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet, bietet sowohl ihren eigenen als auch den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der umliegenden Gemeinschaftsschulen mit dem \u201eSiegel-Day&#8220; einen Berufsorientierungstag, bei denen sich die Jugendlichen sowohl in Workshops unterschiedlicher Anbieter wie an Informationsst\u00e4nden regionaler Unternehmen informieren und orientieren k\u00f6nnen. \u201eDas Angebot wird sehr gut angenommen; wir haben sehr positive R\u00fcckmeldungen erhalten&#8220;, res\u00fcmiert Kai Aagardt, Schulleiter der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe. \u201eWir arbeiten eng mit der Arbeitsagentur zusammen und unterst\u00fctzen, wo wir k\u00f6nnen&#8220;, erg\u00e4nzt Kahlke und nennt die Teilnahme der beiden Stormarner Schulen an der Ausbildungsmesse auf dem Marktplatz in Bad Oldesloe im September 2022 sowie die Einbindung der Berufsberatung an den Schulen als Beispiele der guten Kooperation. \u201eDie Hoffnung besteht, dass mit intensiverer und zielgenauer Berufsorientierung der Trend bereits im kommenden Jahr gedreht werden kann&#8220; erg\u00e4nzt Kahlke. Die Schulen seien bereit und stehen den allgemeinbildenden Schulen als st\u00e4ndiger Ansprechpartner wie auch als Praxisstandort f\u00fcr Projekttage zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund-Info:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mitglieder des regionalen Ausbildungsb\u00fcndnisses sind die Kreishandwerkerschaften Stormarn und Herzogtum Lauenburg, die Handwerkskammer L\u00fcbeck, die Industrie- und Handelskammer zu L\u00fcbeck, die Beruflichen Schulen aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg, die Schul\u00e4mter der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg, die Jobcenter Stormarn und Herzogtum Lauenburg, der Verwaltungsausschuss der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe sowie die Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Oldesloe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsb\u00fcndnisses der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg haben sich am Donnerstag, 10. 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