{"id":45673,"date":"2022-11-11T12:42:11","date_gmt":"2022-11-11T10:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=45673"},"modified":"2022-11-11T12:42:11","modified_gmt":"2022-11-11T10:42:11","slug":"die-ersten-100-tage-und-was-folgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/11\/11\/die-ersten-100-tage-und-was-folgt\/","title":{"rendered":"Die ersten 100 Tage und was folgt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>M\u00f6lln (pm).<\/strong> Mitte dieses Monats sind es 100 Tage die Christa Mahl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Stiftung Herzogtum Lauenburg, und Maren Simoneit, zust\u00e4ndig f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit KulturSommer am Kanal, das Kulturportal und Projekte, in ihren neuen \u00c4mtern wirken. Beide kennen und sch\u00e4tzen sich aus jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit am brandenburgischen Landestheater \u201eneue B\u00fchne\u201c in Senftenberg. Seit August 2022 bringen sie nun ihren kulturell-k\u00fcnstlerischen -, \u00f6konomischen &#8211; und organisatorischen Sachverstand sowie ihre F\u00e4higkeiten als kulturelle Netzwerkerinnen in die neue T\u00e4tigkeit ein. \u00dcber den Start in M\u00f6lln und dem Kreis Herzogtum Lauenburg, \u00fcber Gegenw\u00e4rtiges und Zuk\u00fcnftiges sprachen sie mit J\u00f6rg Rohmer.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Senftenberg nach M\u00f6lln, von einem Landestheater in eine vielf\u00e4ltig aufgestellte Kulturstiftung \u2013 sind Sie gut angekommen? Wie war der Start aus Ihrer Sicht?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl:&nbsp;Angekommen ganz eindeutig JA. Das gilt f\u00fcr die Stiftung, den Ort, den Kreis und ganz besonders f\u00fcr die Gemeinschaft der Kunst- Kultur- und Geistesschaffenden ohne deren Engagement das geistig-kulturelle Leben im Herzogtum schlicht undenkbar ist. Und was die breite Aufstellung der Stiftung anbelangt, kommt uns \u2013 glaube ich \u2013 zupass, dass wir ja auch in Senftenberg schon mit vielen Projekten \u00fcber \u201eden Tellerrand\u201c eines Theaters hinausgeblickt und gewirkt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Maren Simoneit: Das empfinde ich ebenso. Wichtig ist, dass man mit Gleichgesinnten an einem Strang zieht. Das schlie\u00dft produktiven Diskurs ebenso ein, wie Meinungsstreit und Wettbewerb um die besten Ideen. Da sind wir gerade am Sammeln, und vor allem Christa f\u00fchrt viele konstruktive Gespr\u00e4che mit dem Stiftungsvorstand, um die Stiftung nach Corona und im Hinblick auf die neuen uns alle betreffenden Gegebenheiten, f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre gut aufzustellen\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl:\u2026wobei wir hier, anders als in Senftenberg, durch die Stiftungsstruktur ganzanders eingebunden und verzahnt sind. Klaus Schlie, ein geb\u00fcrtiger M\u00f6llner ist unser Stiftungspr\u00e4sident und als ehemaliger Innenminister und Landtagspr\u00e4sident in Schleswig-Holstein bestens vernetzt. Meinhard F\u00fcllner ist Kreispr\u00e4sident und Vorsitzender unserer F\u00f6rdergesellschaft sowie seit vielen Jahren ein versierter Kulturarbeiter, J\u00f6rg-R\u00fcdiger Geschke als Kreisfachberater Kulturelle Bildung im Herzogtum ist im Stiftungsvorstand und last but not least geh\u00f6rt Dr. Christoph Mager, unser Landrat zum Vorstand der Stiftung. Da steckt also viel Kraft und vor allem Tatkraft drin, die uns auch im Positiven antreibt. Vor allem aber widerspiegelt das die gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung und Aufmerksamkeit, die die Stiftung mit ihren vielf\u00e4ltigen Aufgaben in Politik und Ehrenamt findet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Und wie war das mit dem Start?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Maren Simoneit:&nbsp;Aufregend, arbeitsreich, spannend, begeisternd. Ich finde, wir hatten viel Unterst\u00fctzung, innerhalb der Stiftung, aber auch von externen Kollegen, Partnern, Unterst\u00fctzern. Kurz gesagt: Wir konnten uns gut warmlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl:&nbsp;D\u2019accord.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Stichwort warmlaufen. Ist nach rund 100 Tagen die Betriebstemperatur erreicht?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl:&nbsp;Was hei\u00dft Betriebstemperatur? Im und f\u00fcr den Kulturbetrieb, die Wissenschaft, f\u00fcr Landschaftspflege und Naturschutz muss man brennen, sonst wird das nix. Aber im Ernst. Mit der Anfang Oktober stattgefundenen Kick-Off-Veranstaltung eines Kulturdialogs wurden Anregungen gegeben f\u00fcr die Kulturarbeit in unserem Kreis. So wird zum Beispiel die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der HLMS eine wichtige Aufgabe sein. Daf\u00fcr bietet sich neben vielem Bestehenden zum Beispiel unser neues Projekt \u201eOffenes Atelier \u2013 gemeinsam an den Ufern der Kunst\u201c im kommenden Jahr an. Und nat\u00fcrlich darf und wird die kulturell-geistige Zusammenarbeit nicht an Kreis- oder L\u00e4ndergrenzen enden. Dies unterstreicht auch unser Treffen der neun Kulturknotenpunkte in M\u00f6lln am Dienstag, 25. Oktober<em>.&nbsp;<\/em>Als Kulturknotenpunkt haben wir die Aufgabe alle relevanten Akteure im Herzogtum intensiv in ihrer Arbeit zu unterst\u00fctzen und zu vernetzen. Zu den Akteuren z\u00e4hlen Kulturschaffende, Kulturtr\u00e4gerinnen und Kulturtr\u00e4ger, Ehrenamtliche, Nutzerinnen und Nutzer von Kulturangeboten und Kommunen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>In unserer Gesellschaft, in unser aller Leben befindet sich gerade vieles im Umbruch: Krieg, Krise, Klima, Corona\u2026. Die Liste lie\u00dfe sich lange fortsetzen. Das treibt die Menschen um. Wie stellen Sie sich diesen Herausforderungen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl: Zun\u00e4chst einmal ganz pragmatisch. Wir sind mit einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Stadthauptmannshof in die Remise, einem Nebengeb\u00e4ude, gezogen. Das spart Heizkosten und Energie. Wir reden in der Stiftung nicht nur in Vortr\u00e4gen unserer Akademie \u00fcber Nachhaltigkeit, wir leben sie. Mit dem Wirken des Blunck-Fonds engagieren wir uns in Sachen Umweltschutz und nat\u00fcrlich wenden sich Performances, Gespr\u00e4che, Themenabende auch diesen Themen zu. Kunst und Kultur, Umwelt- und Klimaschutz finden ja schlie\u00dflich nicht im luftleeren Raum oder um ihrer selbst willen statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Maren Simoneit:&nbsp;Die Globalisierung aber jetzt auch ganz konkret Krieg, Flucht und Vertreibung haben eine Begleiterscheinung \u2013 Interkulturalit\u00e4t. Das hat auch etwas mit Integration zu tun. Gerade auch bei uns. Vor kurzem erst konnten wir in der Akademie die Dokumentation \u201e39 Tage &#8211; M\u00f6lln im Herbst 1992\u201c von Lothar Obst vorstellen. Nicht zuletzt diese Schrift war Christa und mir Anlass, beim Kreis einmal nachzufragen, wie viele Menschen aus der Ukraine in M\u00f6lln und im Kreis Herzogtum Lauenburg leben. Es sind in der Stadt zurzeit \u00fcber 280, im Herzogtum 2000. Was wir leider nicht wissen, ist, wer von ihnen spielt zum Beispiel ein Instrument oder malt, singt, t\u00f6pfert? Hier liegen Chancen, unseren Kulturalltag zu bereichern und andererseits zur Integration &#8211; und sei es auf Zeit &#8211; beizutragen. Wir denken, da k\u00f6nnte sich ein neues Arbeitsfeld er\u00f6ffnen gegebenenfalls vielleicht sogar f\u00fcr den KulturSommer im Jahr 2023.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir haben eingangs \u00fcber Ihren Start in der Kulturstiftung gesprochen. Genau betrachtet gingen nach den zwei harten, von Einschr\u00e4nkungen gepr\u00e4gten Coronajahren auch der Kulturbetrieb und die popul\u00e4rwissenschaftliche Arbeit an einen Neustart in diesem Jahr. Was meinen Sie, wie ist dieser in der Stiftung gelungen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl:&nbsp;Offensichtlich doch gut. Wobei ich hier deutlich sage, Maren und ich kamen ja erst im August, da war dieses Jahr schon strukturiert und durchkomponiert. Deshalb sagen wir Chapeau, dies ist eine Leistung von Vorstand, Team, allen Projektverantwortlichen und wenn ich an den KulturSommer denke, ganz besonders auch von Intendant Frank D\u00fcwel, eingeschlossen all die vielen Mitwirkenden \u2013 vom Caterer bis zum Solisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zusammenhang mit Ihrer Frage ist aber noch ein anderer Aspekt bedeutungsvoll. Wir haben einmal die Statistiken verglichen. 2018 standen \u2013 immer ohne den Kultursommer \u2013 69 Stiftungsveranstaltungen zu Buche, 2019 waren es 75 Veranstaltungen, im Jahr 2020 z\u00e4hlten wir 33 Veranstaltungen, im Jahr 2021 waren es 57 und f\u00fcr dieses Jahr kommen wir bislang auf knapp 50 Veranstaltungen, wobei hier ja noch nicht aller Tage Abend ist. Das zeigt: Corona hat auch uns quantitativ getroffen. Nicht nur uns, vor allem auch unser Publikum, das verzichten musste. Andererseits belegen die Zahlen, die Stiftung war nie aus dem kulturellen Alltag der Menschen verschwunden, sie hat in schwieriger Zeit Flagge gezeigt und \u2013 weit wichtiger \u2013 ihre Angebote wurden nachgefragt. Das ist f\u00fcr uns ein klarer Auftrag f\u00fcr die Zukunft. Und was man auch unbedingt erw\u00e4hnen muss, der L\u00f6wenanteil aller Veranstaltungen war f\u00fcr die Besucher Kostenlos. So erm\u00f6glicht die Stiftung Teilhabe am geistig-kulturellen Leben. Wobei wir f\u00fcr Spenden jederzeit dankbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Maren Simoneit:&nbsp;Die Zahlen zeigen aber auch eine Schwachstelle. Nur auf dieses Jahr geschaut, wurden f\u00fcr Kinder bislang nur zwei und f\u00fcr Jugendliche nur eine Veranstaltung durchgef\u00fchrt. Das ist eindeutig zu wenig, gerade auch wenn wir uns vor Augen halten, wie gerade diese Altersgruppen unter Corona gelitten haben und welche Defizite dadurch endstanden sind. Zu dem von Christa formulierten Zukunftsauftrag geh\u00f6rt auf alle F\u00e4lle, hier besser zu werden. Erste \u00dcberlegungen dazu haben wir. So denken wir dar\u00fcber nach, im Kinder- und Jugendbereich mit der Stiftung Lesen oder den Berliner M\u00e4rchentagen, Europas gr\u00f6\u00dfter Literaturveranstaltung, zusammenzuarbeiten. Das hei\u00dft nicht, dass nicht auch die eigenen Potentiale hier vor Ort umfassender genutzt werden m\u00fcssen. Diesbez\u00fcgliche Anregungen sind uns immer willkommen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Christa Mahl: Mit dieser Frage haben wir gerechnet und uns abgestimmt. Wir w\u00fcnschen uns Frieden als Voraussetzung f\u00fcr Leben und Kultur \u00fcberhaupt und in unserer Arbeit das wir sie noch lange und mit Erfolg f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Kreis Herzogtum Lauenburg fortf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00f6rg Rohmer: &#8222;<em>In diesem Sinne sage ich in alter Theater-Tradition toi, toi, toi und bedanke mich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/em>&#8222;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6lln (pm). Mitte dieses Monats sind es 100 Tage die Christa Mahl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Stiftung Herzogtum Lauenburg, und Maren Simoneit, zust\u00e4ndig f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit KulturSommer am Kanal, das Kulturportal und Projekte, in ihren neuen \u00c4mtern wirken. Beide kennen und sch\u00e4tzen sich aus jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit am brandenburgischen Landestheater \u201eneue B\u00fchne\u201c in Senftenberg. 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