{"id":44300,"date":"2022-09-25T06:17:00","date_gmt":"2022-09-25T04:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=44300"},"modified":"2022-09-22T11:23:18","modified_gmt":"2022-09-22T09:23:18","slug":"mrsa-infektionen-ruecklaeufig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/09\/25\/mrsa-infektionen-ruecklaeufig\/","title":{"rendered":"MRSA-Infektionen r\u00fcckl\u00e4ufig"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> In den vergangenen Jahren wurden viele Krankenhausinfektionen durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-St\u00e4mme \u2013 kurz MRSA genannt \u2013 verursacht. Hierbei handelt es sich um h\u00e4ufig vorkommende Bakterien, die insbesondere die Haut und Schleimh\u00e4ute besiedeln. Die Besonderheit von MRSA ist jedoch, dass sie gegen g\u00e4ngige Antibiotika unempfindlich sind. Seit 2015 beobachten Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in\u00a0Schleswig-Holstein\u00a0gl\u00fccklicherweise einen R\u00fcckgang der Infektionszahlen. \u201eBei einer MRSA-Infektion sind die Therapiem\u00f6glichkeiten sehr eingeschr\u00e4nkt. Die Folge k\u00f6nnen Infektionen mit schweren bis t\u00f6dlichen Verl\u00e4ufen sein. Auch wenn die Tendenz weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig ist, bleiben MRSA-Keime f\u00fcr die Menschen auch\u00a0im Kreis Herzogtum Lauenburg\u00a0weiterhin ein ernstes Thema\u201c, sagt AOK-Serviceregionsleiter\u00a0Reinhard Wunsch.<\/p>\n\n\n\n<p>MRSA hat in den vergangenen Jahrzehnten als Krankenhauskeim an Bedeutung gewonnen. Die widerstandsf\u00e4higen Bakterien k\u00f6nnen schwere Infektionen ausl\u00f6sen. Das Problem: MRSA ist gegen viele Antibiotika unempfindlich, eine Behandlung daher schwierig. Aber auch au\u00dferhalb des Krankenhauses ist MRSA unter der Bev\u00f6lkerung zu finden. Denn der Erreger ist ansteckend und kann durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch, beispielsweise \u00fcber die H\u00e4nde, \u00fcbertragen werden. Verunreinigte Gegenst\u00e4nde wie T\u00fcrklinken, Handl\u00e4ufe oder Handt\u00fccher k\u00f6nnen ebenfalls \u00dcbertragungswege darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>MRSA siedelt sich nach der \u00dcbertragung auf der K\u00f6rperoberfl\u00e4che an, in erster Linie in den Nasenschleimh\u00e4uten, aber auch in den Achselh\u00f6hlen, der Leistengegend oder zwischen den Zehen. \u00dcberall dort, wo es warm und feucht ist, findet das Bakterium die besten Lebensbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesunde Menschen mit einer gut funktionierenden k\u00f6rpereigenen Abwehr k\u00f6nnen MRSA auf der Haut tragen, ohne es zu wissen. Und sie werden davon in der Regel auch nicht krank. MRSA geh\u00f6ren bei diesen Menschen zur normalen Hautflora. Erst wenn die Bakterien \u00fcber eine Hautwunde, beispielsweise durch eine Operation, oder \u00fcber die Atem- oder Harnwege in den K\u00f6rper gelangen und die Bedingungen f\u00fcr eine Ausbreitung der Bakterien g\u00fcnstig sind, besteht die Gefahr einer Infektion. Vor allem f\u00fcr \u00e4ltere Menschen und Kinder kann die Infektion mit MRSA-Keimen zu einer Gefahr werden. Bei betroffenen Menschen \u00e4u\u00dfert sich die Infektion durch hohes Fieber, Blutdruckabfall und Bewusstseinsst\u00f6rungen. \u201eBei Verdacht einer MRSA-Infektion, die nicht w\u00e4hrend einer station\u00e4ren Krankenhausbehandlung erworben wurde, sollte zun\u00e4chst der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser kann mithilfe eines Wattest\u00e4bchens einen Abstrich von der Haut in den Achseln und in der Leiste oder aus der Schleimhaut in der Nase und im Rachen entnehmen und damit die Diagnose stellen und die entsprechende Therapie einleiten. Die gesetzlichen Krankenkassen \u00fcbernehmen diese Leistung\u201c, sagt AOK-Serviceregionsleiter&nbsp;Wunsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben einer effektiven Infektionskontrolle und \u2013 pr\u00e4vention ist ein gem\u00e4\u00dfigter Einsatz von Antibiotika ein entscheidender Faktor, um Resistenzen zu vermeiden. \u201eEine zur\u00fcckhaltende Verordnung von Antibiotika ist wichtig, um die Entwicklung von Resistenzen zu vermeiden. Die Resistenzlage \u00e4ndert sich jedoch im Laufe der Zeit und \u00e4ltere Antibiotika k\u00f6nnen in der Behandlung von Patienten wieder an Bedeutung gewinnen. Es ist deshalb wichtig, dass der Arzt das passende Antibiotikum stets individuell ausw\u00e4hlt\u201c, sagt\u00a0Wunsch. Aber auch Patienten k\u00f6nnen dazu beitragen, Resistenzentwicklungen aufzuhalten, indem sie die gebotenen Hygienema\u00dfnahmen strikt einhalten und dem Arzt oder der \u00c4rztin vertrauen, wenn bei einer Erk\u00e4ltung nicht gleich ein Antibiotikum verordnet wird, weil hier meistens Viren der Ausl\u00f6ser sind. Wenn dann aber doch ein Antibiotikum notwendig ist, sind die \u00e4rztlichen Einnahmehinweise zu den Zeitabst\u00e4nden und zur Dauer der Medikation genau zu beachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). In den vergangenen Jahren wurden viele Krankenhausinfektionen durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-St\u00e4mme \u2013 kurz MRSA genannt \u2013 verursacht. Hierbei handelt es sich um h\u00e4ufig vorkommende Bakterien, die insbesondere die Haut und Schleimh\u00e4ute besiedeln. Die Besonderheit von MRSA ist jedoch, dass sie gegen g\u00e4ngige Antibiotika unempfindlich sind. 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