{"id":42569,"date":"2022-07-24T06:25:00","date_gmt":"2022-07-24T04:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=42569"},"modified":"2022-07-22T10:30:47","modified_gmt":"2022-07-22T08:30:47","slug":"ihk-zu-luebeck-fordert-versorgungssicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/07\/24\/ihk-zu-luebeck-fordert-versorgungssicherheit\/","title":{"rendered":"IHK zu L\u00fcbeck fordert Versorgungssicherheit"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg\/L\u00fcbeck (pm).<\/strong> Energieversorgung, Krieg in Europa, Sanktionen, Lieferengp\u00e4sse, Cyberkriminalit\u00e4t, Inflation und der Fachkr\u00e4ftemangel: Die Herausforderungen f\u00fcr die Wirtschaft im Norden sind und bleiben gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDieser Krieg und die Auswirkungen von Corona bringen viele Unternehmen in Existenzn\u00f6te&#8220;, sagte Hagen Goldbeck, Pr\u00e4ses der IHK zu L\u00fcbeck, in der Sitzung der IHK-Vollversammlung in Stockelsdorf. Zugleich blickten die Unternehmerinnen und Unternehmer voller Sorge und Mitgef\u00fchl auf die Ukraine. \u201eWir f\u00fchlen mit den Menschen. Jedes Opfer dieses Krieges ist ein Opfer zu viel. Dieser Krieg muss aufh\u00f6ren&#8220;, betonte Goldbeck. Die regionale Wirtschaft stehe zu den Sanktionen gegen\u00fcber Russland, auch wenn diese mit Konsequenzen f\u00fcr die Unternehmen verbunden sind. \u201eDie Sanktionen m\u00fcssen aber gezielt und sehr durchdacht sein. Ein Stopp der russischen Gaslieferungen oder nach \u00d6l- und Kohle- auch noch ein Gasembargo \u2013 f\u00fcr viele Betriebe w\u00fcrde dies das Aus bedeuten&#8220;, betonte Goldbeck. Die Mitglieder der Vollversammlung verabschiedeten daher ein Positionspapier zur Energieversorgungssicherheit, mit dem sie die Politik weiter sensibilisieren wollen und zum z\u00fcgigen Handeln auffordern:\u00a0<a href=\"http:\/\/webmail.herzogtum-direkt.de\/#NOP\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.ihk.de\/sh\/energie-sicherheit<\/a>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Papier zufolge sei es vermeidbar, dass dem Norden der Strom ausgeht. Schleswig-Holstein gewinne bereits jetzt ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien. \u201eLeider konnten die Unternehmen bisher nicht davon profitieren, denn das Land hat die h\u00f6chsten Netznutzungskosten bundesweit&#8220;, so Goldbeck. Zudem behinderten staatlich induzierte Preisbestandteile bei Strom sowie die hochkomplexen regulatorischen Anforderungen bisher die Eigenversorgung von Unternehmen mit erneuerbaren Energien massiv. \u201eDiese Entwicklung wollen wir umkehren, erneuerbare Energien m\u00fcssen endlich zu einem Standortvorteil f\u00fcr die hier ans\u00e4ssigen Unternehmen werden.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Betriebe h\u00e4tten l\u00e4ngst in alternative Energien investiert. Um hier weitere Fortschritte zu erzielen, sei eine Beschleunigung und Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren von gro\u00dfer Bedeutung. \u201eEs muss kurzfristig auch eine Regelung geben, die einen schnellen Fuel Switch, den Wechsel von Gas auf andere Brennstoffe erm\u00f6glicht&#8220;, betonte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lars Sch\u00f6ning. Am Tag vor der Bildung der neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein forderte er daher die Politik auf, die anstehende Transformation durch einfachere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie mit finanzieller F\u00f6rderung auch die sektor\u00fcbergreifende Umwandlung zu unterst\u00fctzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Fachkr\u00e4ftemangel sei das Land gefordert. \u201eMehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen sieht den Fachkr\u00e4ftemangel als sehr hohes Risiko f\u00fcr ihre wirtschaftliche Entwicklung&#8220;, so Sch\u00f6ning. \u201eDer gro\u00dfe Knick steht aber noch bevor: Unser Fachkr\u00e4ftestudie zufolge werden 2035 allein in Schleswig-Holstein rund 150.000 Fachkr\u00e4fte fehlen.&#8220; Rund 80 Prozent der Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Facharbeiter und Meister oder Fachwirte und etwa 14 f\u00fcr Akademiker k\u00f6nnten unbesetzt bleiben. \u201eEin Antwort auf diese Herausforderung ist die duale Ausbildung. Wir m\u00fcssen aber viel mehr f\u00fcr dieses Erfolgsmodell werben. Es ist einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass wir auch in der Pandemie die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa haben. Fehlende Berufsorientierung und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Praktika tragen allerdings dazu bei, dass sich immer weniger Schulabg\u00e4nger um einen Ausbildungsplatz bewerben. Die IHK will sich daher noch st\u00e4rker in den Themenfeldern Berufsorientierung und gezielte Fachkr\u00e4ftezuwanderung engagieren, um die Unternehmen bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern zu unterst\u00fctzen, k\u00fcndigte der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer an. Die IHK erwarte ein entsprechend st\u00e4rkeres Engagement auch von der der Politik.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUm der Wirtschaft und damit den Menschen im Land Perspektiven zu bieten, brauchen wir eine entschlossen planende und handelnde Politik. Die Zeiten, in denen wir uns f\u00fcr planerische und gestalterische Prozesse sowie Gesetzgebungsverfahren Zeit lassen konnten, sind vorbei&#8220;, sagte der Pr\u00e4ses. \u201eCorona, Energieversorgung, Lieferengp\u00e4sse, Fachkr\u00e4ftemangel und ein Krieg in Europa verdeutlichen, dass sich die Welt um uns herum schneller dreht, als wir es bisher gewohnt waren oder wahrhaben wollten.&#8220; Die IHKs im Land werden ihren Auftrag der Politikberatung und Interessenvertretung weiterhin sehr ernst nehmen und genau beobachten, was die neue Regierung tut. \u201eDie Wirtschaft erwartet, dass die Politik Planungen beschleunigt, B\u00fcrokratie abbaut und das Land zum wirtschaftsfreundlichen Standort in Deutschland ausbaut. Wenn Schleswig-Holsteins Unternehmen attraktiv sind, werden sie auch Fachkr\u00e4fte finden und binden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinblick auf die Regierungsbildung betonte der Pr\u00e4ses: \u201eWir brauchen eine nach vorn gerichtete Planung. Wenn Wirtschaft und Verwaltung feststellen, dass wir die A20 ben\u00f6tigen oder den Elbe-L\u00fcbeck-Kanal ausbauen m\u00fcssen, dann sind das Tatsachen, die sich mit Ideologien weder verz\u00f6gern noch verhindern lassen d\u00fcrfen&#8220;. Die A20 sei ein abschreckendes Beispiel, denn diese ist bei Bad Segeberg seit zehn Jahren keinen Millimeter weitergekommen. \u201eZum angeblichen Schutz der Natur nehmen Gegner des Projekts die Umweltbelastung der Bewohner der Stau-belasteten Stadt Bad Segeberg billigend in Kauf. Das muss endlich aufh\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Appell richtete Goldbeck direkt an Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sidenten Daniel G\u00fcnther. \u201eVor uns liegen herausfordernde Zeiten. Die neue Koalition ist bereit, diese anzupacken&#8220;, entgegnete der Regierungschef. \u201eUnser ambitioniertes Ziel ist es, Schleswig-Holstein zum mittelstandsfreundlichsten Bundesland zu machen. Die Kammern sind dabei ein sehr wertvoller Partner f\u00fcr uns. Ich sehe schon jetzt sehr viele \u00dcbereinstimmungen zwischen uns. Diese werden wir im engen Austausch mit der Wirtschaft weiter ausbauen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ministerpr\u00e4sident nahm gemeinsam mit dem scheidenden Minister f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, Dr. Bernd Buchholz, an einer Feierstunde der IHK teil. Im Anschluss an die Sitzung der Vollversammlung verabschiedeten Goldbeck, G\u00fcnther und Sch\u00f6ning die zum Jahreswechsel aus dem Gremium ausgeschiedenen Mitglieder. Weitere G\u00e4ste waren die IHK-Pr\u00e4sidenten Knud Hansen (Kiel), Rolf Ejvind S\u00f6rensen (Flensburg) und Matthias Belke (Schwerin) sowie der Pr\u00e4sident der Handwerkskammer L\u00fcbeck, Ralf Stamer. Auch Vertreter des konsularischen Korps, Mitglieder des Deutschen Bundestags und des Schleswig-Holsteinischen Landtags sowie Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Hansebelt waren zu Gast.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir bedanken uns herzlich f\u00fcr Ihr langj\u00e4hriges ehrenamtliches Engagement f\u00fcr die regionale Wirtschaft. In den vergangenen Jahren haben Sie dazu beigetragen, die Bedingungen f\u00fcr die Unternehmen zu verbessern, indem Sie ihre Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis in die Arbeit unserer IHK eingebracht haben&#8220;, sagte Goldbeck zu den ausgeschiedenen Mitgliedern der Vollversammlung. \u201eDiese Leistung verdient umso mehr Anerkennung, weil sie auch w\u00e4hrend der Corona-Krise neben den gro\u00dfen Herausforderungen in ihren eigenen Unternehmen zus\u00e4tzlich f\u00fcr andere engagiert haben.&#8220; Im Namen der Wirtschaft im Hansebelt dankte Goldbeck den Unternehmerinnen und Unternehmern f\u00fcr ihr Engagement.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg\/L\u00fcbeck (pm). 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