{"id":42334,"date":"2022-07-15T09:56:07","date_gmt":"2022-07-15T07:56:07","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=42334"},"modified":"2022-07-15T09:56:08","modified_gmt":"2022-07-15T07:56:08","slug":"das-recht-auf-selbstbestimmtes-sterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/07\/15\/das-recht-auf-selbstbestimmtes-sterben\/","title":{"rendered":"Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg\/Geesthacht (pm).<\/strong> Jeder Mensch hat das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, was auch Hilfe umfasst. Dies hat das Bundesverfassungsgericht, abgeleitet aus den Grundrechten, 2020 festgestellt. Das seit 2015 geltende Verbot der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Suizidhilfe wurde damit f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt. Derzeit ber\u00e4t der Bundestag \u00fcber eine Regelung zum Schutz des Rechts auf selbstbestimmtes Sterben. Dar\u00fcber diskutierte die SPD Geesthacht mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer im vollbesetzten Kr\u00fcgerschen Haus.<br>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung und Einf\u00fchrung durch die beiden Ortsvereinsvorsitzenden Katrin Fischer und Muammer Kazanci stellte Nina Scheer die aktuellen drei Gesetzentw\u00fcrfe vor, die im Bundestag im Herbst in Form von fraktions\u00fcbergreifenden Gruppenantr\u00e4gen weiter beraten werden. Wesentliche Unterschiede liegen dabei in der Frage der Strafbarkeit der Beihilfe zum Suizid und unterschiedlichen Anforderungen an die Beratungen.\u00a0W\u00e4hrend ein Entwurf eine grunds\u00e4tzliche Regelung im Strafrecht vorsieht, die nur in Ausnahmen eine Sterbehilfe als gerechtfertigt\u00a0annimmt, normieren die beiden anderen Gesetzentw\u00fcrfe Voraussetzungen f\u00fcr Beratungen zur Ausgestaltung des Rechts auf selbstbestimmtes Sterben &#8211; ohne eine Erweiterung des Strafrechts. Nina Scheer selbst unterst\u00fctzt\u00a0als Mitunterzeichnerin den Entwurf \u201eK\u00fcnast, Scheer, Keul, Franke\u201c, der keine Regelung im Strafrecht vorsieht.<br>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Nina Scheer: \u201eDas Recht auf selbstbestimmtes Sterben ist grundgesetzlich veranlagt. Es ist Bestandteil von Leben, \u00fcber den Weg aus dem Leben selbst zu bestimmen. Dem widerspr\u00e4che es aus meiner Sicht, wenn Suizidhilfe gesetzlich grunds\u00e4tzlich strafbar w\u00fcrde. Hiermit w\u00fcrde zugleich eine weitere Kriminalisierung und Stigmatisierung von Beteiligten sowie Tabuisierung von Sterbew\u00fcnschen riskiert.&#8220;\u00a0Das Verfassungsgericht normierte in seinem Urteil, dass das Grundrecht jederzeit und unabh\u00e4ngig beispielsweise vom Vorliegen t\u00f6dlicher Krankheiten besteht. In allen F\u00e4llen muss der Sterbewunsch ernsthaft, dauerhaft und autonom sein.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Um dies unter Ber\u00fccksichtigung der Lebensumst\u00e4nde sicherzustellen, sieht der von mir unterst\u00fctze Entwurf verschiedene Zugangsvoraussetzungen zu Bet\u00e4ubungsmitteln f\u00fcr Betroffene in medizinischen Notlagen einerseits und den allgemeinen Voraussetzungen andererseits vor.&nbsp;In allen F\u00e4llen handelt es sich um den assistierten Suizid. Die aktive Sterbehilfe, also zum Beispiel wenn ein Arzt dem Patienten ein t\u00f6dliches Mittel auf Verlangen verabreicht, bleibt strafbar,&#8220; so Scheer.<\/p>\n\n\n\n<p>Muammer Kazanci, Co-Vorsitzender der SPD Geesthacht: \u201eJeder Mensch wird irgendwann sterben. Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, das Thema nicht zu tabuisieren. Dies w\u00fcrde insbesondere denen schaden, die eben aufgrund eines ernsthaften, dauerhaften und autonomen Willens das ihnen zustehende Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben verwirklichen wollen. Mit einer gesetzlichen Neuregelung w\u00fcrde endlich Klarheit geschaffen und den Betroffenen Rechtssicherheit gegeben werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass keiner der Gesetzentw\u00fcrfe das Ziel verfolgt, den assistierten Suizid zu f\u00f6rdern. Daf\u00fcr sind \u00fcberall Schutzmechanismen vorgesehen. Die Veranstaltung zeigte, von welch hoher Relevanz das Thema ist. Es freut uns, dass wir einen Teil zur gesellschaftlichen Meinungsbildung hier\u00fcber beitragen konnten.\u201c Weitere Informationen finden sich hier:\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.nina-scheer.de\/wp-content\/uploads\/sites\/1229\/2022\/07\/2022-06-17_Dr._Nina_Scheer_Recht_auf_selbstbestimmtes_Sterben1_.pdf\" target=\"_blank\">https:\/\/www.nina-scheer.de\/wp-content\/uploads\/sites\/1229\/2022\/07\/2022-06-17_Dr._Nina_Scheer_Recht_auf_selbstbestimmtes_Sterben1_.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg\/Geesthacht (pm). Jeder Mensch hat das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, was auch Hilfe umfasst. Dies hat das Bundesverfassungsgericht, abgeleitet aus den Grundrechten, 2020 festgestellt. Das seit 2015 geltende Verbot der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Suizidhilfe wurde damit f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt. 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