{"id":42315,"date":"2022-07-14T10:36:27","date_gmt":"2022-07-14T08:36:27","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=42315"},"modified":"2022-07-14T10:36:27","modified_gmt":"2022-07-14T08:36:27","slug":"teilzeitausbildung-grosse-chancen-durch-flexibilitaet-beim-einstieg-in-das-berufsleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/07\/14\/teilzeitausbildung-grosse-chancen-durch-flexibilitaet-beim-einstieg-in-das-berufsleben\/","title":{"rendered":"Teilzeitausbildung: Gro\u00dfe Chancen durch Flexibilit\u00e4t beim Einstieg in das Berufsleben"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg\/L\u00fcbeck (pm).<\/strong> Der Fachkr\u00e4ftemangel geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Herausforderungen der Wirtschaft. Viele Unternehmen verst\u00e4rken ihr Engagement in der Ausbildung, um k\u00fcnftige Mitarbeiter schon fr\u00fch an sich zu binden. Doch trotz eines umfangreichen Angebots an Ausbildungspl\u00e4tzen fehlt es an Bewerbern.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits gibt es viele junge Menschen, die einen qualifizierten Einstieg in das Berufsleben suchen, aber es fehlt ihnen die Flexibilit\u00e4t, mit der sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen k\u00f6nnen. \u201eEine Ausbildung in Teilzeit gibt diesen Frauen und M\u00e4nnern eine Chance. Ich appelliere daher an alle Unternehmen, offen f\u00fcr erg\u00e4nzende Ausbildungsmodelle zu sein, um dem wachsenden Fachkr\u00e4ftemangel entgegenzuwirken&#8220;, sagte Hagen Goldbeck, Pr\u00e4ses der IHK zu L\u00fcbeck, in einem gemeinsamen Pressegespr\u00e4ch mit der Handwerkskammer L\u00fcbeck, der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, dem DGB Nord und der MACH AG in L\u00fcbeck.<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen und M\u00e4nner, die kleine Kinder haben, einen Angeh\u00f6rigen pflegen oder aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden bisher weitgehend von einer geregelten ganzt\u00e4tigen Ausbildung ausgeschlossen waren, erhalten mit der Ausbildung in Teilzeit eine Chance, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Das Angebot gibt es bereits seit einigen Jahren. Um Unternehmen und Bewerber passgenau zusammenzubringen, haben die Handwerkskammer und IHK mit Unterst\u00fctzung des Landes jeweils eine Stelle f\u00fcr das Projekt \u201eTeilzeitausbildung f\u00fcr alle!&#8220; eingerichtet, die das Thema vorantreibt und Unternehmen und Bewerber passgenau zusammenbringt. \u201eF\u00fcr die Betriebe erschlie\u00dft sich hier ein gro\u00dfes Potenzial an Bewerbern, mit denen sie ihre Ausbildungspl\u00e4tze besetzen k\u00f6nnen&#8220;, so Goldbeck. \u201eGerade f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen ist das eine gro\u00dfe Chance, mit Flexibilit\u00e4t Nachwuchs zu gewinnen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Maack, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Handwerkskammer L\u00fcbeck, stimmt dem zu: \u201eAngesichts des immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Fachkr\u00e4ftemangels geh\u00f6rt die Nachwuchsgewinnung zu den gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr unsere Betriebe. Unser Ziel ist es daher, allen interessierten jungen Menschen die Chance f\u00fcr eine berufliche Ausbildung zu bieten, unabh\u00e4ngig von ihren Lebensumst\u00e4nden&#8220;, sagte er. \u201eDie Teilzeitausbildung erm\u00f6glicht auch Bewerberinnen und Bewerbern, die keine Ausbildung in Vollzeit absolvieren k\u00f6nnen, den Einstieg in eine berufliche Karriere. Die Mitarbeiterinnen im Projekt \u201aTeilzeitausbildung f\u00fcr alle!&#8216; bieten die notwendige Beratung und Unterst\u00fctzung, damit Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsinteressierte dieses Angebot nutzen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, hob hervor: \u201eWir m\u00fcssen \u2013 angesichts der demografischen Entwicklung \u2013 alle Besch\u00e4ftigungspotenziale nutzen! Zu diesen geh\u00f6ren auch junge Erwachsene mit Kindern oder mit pflegebed\u00fcrftigen Familienmitgliedern. Doch sie ben\u00f6tigen h\u00e4ufig ein zeitlich flexibles, auf sie zugeschnittenes Angebot, um eine Ausbildung mit ihren famili\u00e4ren Verpflichtungen vereinbaren zu k\u00f6nnen.&#8220; F\u00fcr diese Zielgruppe sei eine Teilzeitausbildung genau das richtige. \u201eAllerdings liegt der Anteil der Teilzeitausbildungsvertr\u00e4ge an allen Ausbildungsvertr\u00e4gen auf Bundesebene nur bei 0,4 Prozent. Mit 0,7 Prozent ist Schleswig-Holstein zwar etwas weiter, doch auch hier kann ich nur feststellen: Da geht noch viel mehr! So sehe ich \u2013 um nur ein Beispiel zu nennen \u2013 in den aktuell 4.500 arbeitslosen Alleinerziehenden ohne Berufsabschluss ein vielversprechendes Potenzial f\u00fcr eine Teilzeitausbildung. Denn diese Gruppe wei\u00df meist aus eigener Erfahrung: Ein Berufsabschluss ist der beste Schutz vor weiterer Arbeitslosigkeit oder gar Langzeitarbeitslosigkeit.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der DGB Nord unterst\u00fctzt das Projekt. \u201eFachkr\u00e4fte fallen nicht vom Himmel. Kluge Unternehmen wissen, man muss daf\u00fcr auch etwas tun. Zum Beispiel m\u00fcssen auch die Menschen in den Blick genommen werden, die oftmals zu wenig Beachtung finden&#8220;, sagt Laura Pooth, Vorsitzende des DGB Nord. \u201eDaf\u00fcr eignet sich die Teilzeitausbildung. Sie kann sowohl jungen Erwachsenen mit Kindern oder mit pflegebed\u00fcrftigen Familienmitgliedern als auch Menschen mit Behinderung oder Einschr\u00e4nkungen eine Chance bieten. Oft sind es die Frauen, die diese Aufgaben \u00fcbernehmen. Alle M\u00f6glichkeiten Beruf und Familie zu vereinbaren m\u00fcssen genutzt werden. Deshalb sollten noch mehr Betriebe diese M\u00f6glichkeit anbieten. Der Bedarf an qualifizierten Nachwuchskr\u00e4ften ist gerade in Schleswig-Holstein immens.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die L\u00fcbecker MACH AG bildet derzeit eine junge Frau in Teilzeit aus. Die Erfahrungen seien gut, betont Dr. Katrin Braun, Personalleiterin MACH AG. \u201eWir finden es richtig und wichtig, jedem Mitarbeitenden lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle anzubieten, um das Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen. Das wird bei MACH seit vielen Jahren intensiv gelebt. Derzeit sind rund 30 Prozent unserer Besch\u00e4ftigten in Teilzeit t\u00e4tig. Daher war es f\u00fcr uns nur konsequent, auch bei der Ausbildung eine solche Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Teilzeitauszubildende der MACH AG, Helena Herzog, ist das Angebot optimal. \u201eF\u00fcr mich ist es besonders wichtig, nach Bedarf im Homeoffice zu arbeiten und meine Arbeitszeit flexibel einteilen zu k\u00f6nnen&#8220;, sagte sie. \u201eIch freue mich daher sehr \u00fcber die M\u00f6glichkeit, bei der MACH AG meine Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung in Teilzeit zu absolvieren. Auch im Homeoffice habe ich feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Unternehmen, die individuell auf meine Bed\u00fcrfnisse und die der anderen Auszubildenden eingehen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg\/L\u00fcbeck (pm). Der Fachkr\u00e4ftemangel geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Herausforderungen der Wirtschaft. 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