{"id":40429,"date":"2022-05-12T11:41:18","date_gmt":"2022-05-12T09:41:18","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=40429"},"modified":"2022-05-12T11:41:18","modified_gmt":"2022-05-12T09:41:18","slug":"hansewerk-investiert-12-milliarden-euro-im-norden-fuer-mehr-versorgungssicherheit-und-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/05\/12\/hansewerk-investiert-12-milliarden-euro-im-norden-fuer-mehr-versorgungssicherheit-und-klimaschutz\/","title":{"rendered":"HanseWerk investiert 1,2 Milliarden Euro im Norden f\u00fcr mehr Versorgungssicherheit und Klimaschutz"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Die HanseWerk-Gruppe hat vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in ihrer Mittelfristplanung das gr\u00f6\u00dfte Investitionspaket seit Gr\u00fcndung beschlossen. \u201eWir werden in den n\u00e4chsten drei Jahren weit \u00fcber eine Milliarde Euro in Versorgungssicherheit und Klimaschutz investieren\u201c, sagte Matthias Boxberger bei der Vorstellung dieser Zahlen. \u201eUnser Ziel ist es, unser aller Abh\u00e4ngigkeit von russischen Energielieferungen zu beenden und gleichzeitig den Klimaschutz noch st\u00e4rker voranzutreiben. Hierzu werden wir mit weiterem Netzausbau dem absehbareren Boom bei der Photovoltaik den Weg ebnen, uns massiv am Ausbau der Wasserstoffwirtschaft beteiligen und durch mehr Gr\u00fcnstromaufnahme und andere Ma\u00dfnahmen den eigenen CO2-Aussto\u00df reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Klima- wie energiepolitisch gehe es darum, mit Strom aus heimischen, regenerativen Energiequellen systematisch alle Verbrauchsbereiche wie W\u00e4rme, Mobilit\u00e4t und Produktion zu erschlie\u00dfen, so Boxberger. Hierzu wird die HanseWerk AG zusammen mit ihren Tochtergesellschaften SH Netz, HanseGas, HanseWerk Natur und ElbEnergie in den n\u00e4chsten drei Jahren zwischen 380 und 400 Millionen Euro pro Jahr in die Energienetze und deren Digitalisierung investieren. Zusammengefasst sind das fast 1,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Land und Bund investieren 2022 rund 300 Millionen Euro in Schleswig-Holstein in den Stra\u00dfenbau.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/resources.mynewsdesk.com\/image\/upload\/f_auto,t_limit_1000\/unihgadxrrncvvo6xdnr.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Hintergrund dieser Investitionsoffensive ist einerseits, dass HanseWerk im Verbrauchsbereich mit 280.000 Elektroautos und 100.000 zus\u00e4tzlichen W\u00e4rmepumpen rechnet, weswegen umfangreiche Netzert\u00fcchtigungen notwendig werden. Au\u00dferdem zeichnet sich auf der Produktionsseite ein weiterer Boom bei den Erneuerbaren Energien \u2013 diesmal im Bereich der Photovoltaik \u2013 ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine deutliche Forderung richtete Matthias Boxberger an die Politik: \u201eEs kann nicht sein, dass das Vorreiterland der Energiewende trotz aller Effizienz der hiesigen Netzbetreiber weiter die h\u00f6chsten Netzentgelte und damit die h\u00f6chsten Strompreise in Deutschland bezahlt. Damit sendet die Politik v\u00f6llig falsche Signale. Wer die Energiewende f\u00f6rdern und die Abh\u00e4ngigkeit von russischer Energie senken will, muss die Vorreiterregionen bei der Erzeugung gr\u00fcner Energie belohnen und darf sie nicht bestrafen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stromexporte f\u00fcr 1,9 Millionen Haushalte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie sehr Schleswig-Holstein Vorreiter bei der Energiewende ist, zeigt folgende Bilanz: Im Netz der HanseWerk-Tochter SH Netz sind 2021 rund 15,1 Millionen Megawattstunden gr\u00fcne Energie produziert worden. Davon konnten etwa 8 Millionen Megawattstunden im Land selbst verwertet werden und rund 7 Millionen Megawattstunden wurden nach S\u00fcden \u00fcber die Landesgrenzen exportiert. Das entspricht dem Strombedarf von mehr als 1,9 Millionen Durchschnittshaushalten also etwa der Gr\u00f6\u00dfe Hamburgs*. Nur noch 1,45 Millionen MWh wurden importiert, immer wenn nicht ausreichend Wind und Sonne zur unmittelbaren Selbstversorgung zur Verf\u00fcgung standen. Dies ist etwa noch in 3.416 Stunden pro Jahr der Fall, in den verbleibenden 5.344 Stunden ist man nicht mehr von Importen abh\u00e4ngig. Zusammenfassend haben die Erneuerbaren im Netzgebiet von SH Netz 2021 etwa 1,56-mal so viel Gr\u00fcnstrom eingespeist, wie zur bilanziellen Vollversorgung n\u00f6tig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/resources.mynewsdesk.com\/image\/upload\/f_auto,t_limit_1000\/ptryir7zngfttixl1jbz.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Boom beim Photovoltaikausbau \u2013 Antr\u00e4ge verdoppelt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit zeichnet sich ein extremer Solarboom ab, denn die Zahl der Antr\u00e4ge auf Einspeisung mit Photovoltaik-Anlagen (PV) hat sich in den ersten vier Monaten dieses Jahres \u2013 verglichen mit dem Vorjahr \u2013 mehr als verdoppelt. Bei Schleswig-Holstein Netz laufen aktive Planungen f\u00fcr 4.250 Projekte mit fast 10.000 Megawatt (MW) Leistung, von denen fast 98 Prozent Freifl\u00e4chenanlage sind. Deren Gr\u00f6\u00dfe liegt zwischen 20 MW und 100 MW, in Teilen sogar dar\u00fcber. Zum Vergleich: Im Bereich Wind bearbeitet SH Netz derzeit rund 1.000 Projekte mit knapp 4.900 MW Leistung. Damit zeichnet sich immer deutlicher ab, worauf HanseWerk bereits letztes Jahr hingewiesen hat: Bis 2035 wird es voraussichtlich eine Verdoppelung der EEG-Anlagenleistung auf \u00fcber 19.000 MW geben, weswegen der entsprechende Netzausbau schon jetzt mitbedacht werden m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/resources.mynewsdesk.com\/image\/upload\/f_auto,t_limit_1000\/fcopeborsush7mxrnah6.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDer absehbare Ausbau der Photovoltaik muss bei Freifl\u00e4chenanlagen besser geordnet werden\u201c, betont Matthias Boxberger. \u201eDie uns jetzt vorliegenden Dimensionen werden raumbedeutsamen Netzausbau mit gro\u00dfen Leistungen und Umspannwerken erfordern.\u201c Deswegen m\u00fcsse die Politik ab sofort den Ausbau der Erneuerbaren Energien immer zusammen mit dem Netzausbau planen und verzahnt genehmigen. \u201eSonst werden sich die teuren Erfahrungen der letzten Jahre wiederholen mit hunderten Millionen Euro f\u00fcr Ausgleichszahlungen f\u00fcr Gr\u00fcnstrom, der nicht eingespeist werden kann\u201c, warnt Boxberger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Wasserstoffgesellschaft plant hunderte Megawatt Elektrolyse-Kapazit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>HanseWerk gr\u00fcndet derzeit zusammen mit der Avacon AG im Bereich Wasserstoff ein Joint Venture, dessen Ziel es ist, bis 2030 mehrere hundert Megawatt Elektrolyseurkapazit\u00e4t und die daf\u00fcr n\u00f6tigen Erneuerbaren-Kapazit\u00e4ten zu entwickeln. &#8222;Wir sehen ein enormes Wachstumspotenzial und wollen als Teil der Initiative zu Wasserstoff und gr\u00fcnen Gasen die Dekarbonisierung in Norddeutschland vorantreiben&#8220;, sagt Jan Gratenau, Bereichsleiter Wasserstoff und Erneuerbare Energien bei HanseWerk. \u201eEinen massiven Bedarf an Erneuerbaren Energien und Wasserstoff sehen wir in der Industrie und im Schwerlastverkehr.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen des Energiewendeprojektes \u201eNorddeutsches Reallabor\u201c plant HanseWerk den Bau einer 25-Megawatt-Elektrolyseanlage im Hamburger Hafen, um gr\u00fcnen Wasserstoff f\u00fcr Anwendungen aus Industrie und Mobilit\u00e4t zu produzieren. Au\u00dferdem hat HanseWerk zusammen mit dem Wasserstoff-Spezialisten Hypion den Aufbau von f\u00fcnf Mobilit\u00e4tszentren mit Wasserstofftankstellen f\u00fcr den Schwerlastverkehr gestartet, von denen eines f\u00fcr Neum\u00fcnster und eines in L\u00fcbeck geplant ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eObwohl wir beim Thema gr\u00fcner Wasserstoff hier im Norden beste Voraussetzungen haben, werden wir hier bereits seit l\u00e4ngerem ausgebremst\u201c, beklagt Gratenau. Der Grund: \u201eDie EU stellt sehr hohe Anforderungen an Herkunft und Profil des gr\u00fcnen Stroms, aus dem gr\u00fcner Wasserstoff hergestellt werden soll.\u201c Das verteuere alle Projekte, schaffe unkalkulierbare Risiken f\u00fcr die Akteure und verz\u00f6gere den Markthochlauf einer nachhaltigen, heimischen Wasserstoff-Wirtschaft. Hier m\u00fcsse die Politik handeln, um die jetzt entstehende Wasserstoff-Industrie nicht abzuw\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>R\u00fcckgang der CO2-Emissionen um 16 Prozent<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTrotz der weltpolitischen Krisen d\u00fcrfen wir das Thema Klimawandel nicht aus den Augen verlieren\u201c, betont Matthias Boxberger. \u201eWir arbeiten daher weiter an dem bereits vor zwei Jahren formulierten Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden.\u201c So sei es gelungen, die CO2-Emissionen der Unternehmensgruppe von 502.000 Tonnen im Jahr 2020 auf 464.000 Tonnen im Jahr 2021 zu senken. Bezogen auf das Ausgangsjahr 2018 sind damit die der HanseWerk-Gruppe zugerechneten Emissionen um 16 Prozent gesunken. Zwar sei es von 2020 auf 2021 bedingt durch den kalten Winter zu einem leichten Anstieg der CO2-Emissionen im W\u00e4rme- und im Gasnetzbereich gekommen, dies wurde aber durch den R\u00fcckgang des Stromemissionsfaktors** mehr als ausgeglichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Infos unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.hansewerk.com\/klima-kurs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.hansewerk.com\/klima-kurs<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Tonnen CO<sub>2<\/sub>e<\/strong><\/td><td><strong>2018<\/strong><\/td><td><strong>2019<\/strong><\/td><td><strong>2020<\/strong><\/td><td><strong>2021<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Stromnetz<\/td><td>336.353<\/td><td>322.542<\/td><td>295.963<\/td><td>245.151<\/td><\/tr><tr><td>Gasnetz<\/td><td>4.874<\/td><td>4.592<\/td><td>4.183<\/td><td>4.762<\/td><\/tr><tr><td>W\u00e4rmeversorgung<\/td><td>207.137<\/td><td>204.370<\/td><td>198.945<\/td><td>211.493<\/td><\/tr><tr><td>Fuhrpark<\/td><td>2.542<\/td><td>2.632<\/td><td>2.472<\/td><td>2.312<\/td><\/tr><tr><td>Geb\u00e4ude<\/td><td>663<\/td><td>608<\/td><td>581<\/td><td>796<\/td><\/tr><tr><td><strong>Summe<\/strong><\/td><td><strong>551.569<\/strong><\/td><td><strong>534.745<\/strong><\/td><td><strong>502.144<\/strong><\/td><td><strong>464.514<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>* 1,0 Millionen MWh entsprechen 1.000 Millionen Kilowattstunden oder dem j\u00e4hrlichen Strombedarf von rund 277.500 Drei-Personen-Haushalten mit einem Durchschnittsverbrauch von j\u00e4hrlich 3.600 Kilowattstunden. Zum Vergleich: 2014 lag der Gr\u00fcnstrom-Export nur bei rund 2,34 Millionen MWh.<\/p>\n\n\n\n<p>**: Der Stromemissionsfaktor bezeichnet den Anteil gr\u00fcner Energie im Stromnetz. Durch den verst\u00e4rkten Anschluss von PV- und Solaranlagen ans Stromnetz sowie durch die immer effizientere Aufnahme gr\u00fcnen Stroms ins Stromnetz verbessert dieser sich im Stromnetz in Schleswig-Holstein stetig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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