{"id":40282,"date":"2022-05-09T10:05:07","date_gmt":"2022-05-09T08:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=40282"},"modified":"2022-05-09T10:05:08","modified_gmt":"2022-05-09T08:05:08","slug":"regenbogenfahne-toleranz-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/05\/09\/regenbogenfahne-toleranz-vielfalt\/","title":{"rendered":"Regenbogenfahne &#8211; Toleranz &#8211; Vielfalt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Geesthacht (pm).<\/strong> Die Stadt Geesthacht hisst ihre Regenbogenfahne. Ab Montag, 9. Mai 2022, weht das bunte Symbol f\u00fcr Toleranz und Vielfalt vor dem Rathaus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Stadt Geesthacht beteiligt sich damit am Aktionsmonat Mai, der zum \u201eDiversity-Month\u201c ausgerufen wurde\u201c, erkl\u00e4rt Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky. Diesen Titel verdankt der Wonnemonat gleich zwei Gedenktagen, die f\u00fcr Gleichberechtigung sensibilisieren sollen. Denn der 17. Mai ist der \u201eInternationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie\u201c und der 31. Mai ist der \u201eDeutsche Diversity Tag\u201c. \u201eIch finde es wichtig, dass die Stadt Geesthacht \u00f6ffentlich f\u00fcr Vielfalt und Diversit\u00e4t wirbt und Diversit\u00e4t und Inklusion wertsch\u00e4tzt. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass Diversit\u00e4t und Gender Vielfalt zu mehr Kreativit\u00e4t, Innovation und Leistung f\u00fchren. \u00c4u\u00dfere Umst\u00e4nde und Einfl\u00fcsse, wie unter anderem der demografische Wandel, die Zuwanderung von Gefl\u00fcchteten und der immer st\u00e4rker werdende Fachkr\u00e4ftemangel sowie zunehmende Digitalisierung machen das Bef\u00fcrworten von Diversit\u00e4t inzwischen unerl\u00e4sslich\u201c, betont Anja Nowatzky, die mit ihrem Anliegen bei Geesthachts B\u00fcrgermeister Olaf Schulze auf offene Ohren st\u00f6\u00dft. \u201eHomophobie ist ein wichtiges Thema und es muss noch viel mehr in der \u00d6ffentlichkeit dar\u00fcber gesprochen werden. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir eine offene und tolerante Stadt sind. Fragen des Geschlechts oder der sexuellen Ausrichtung d\u00fcrfen nicht zu Diskriminierung f\u00fchren\u201c, wirbt Olaf Schulze f\u00fcr einen toleranten und sensiblen Umgang miteinander \u2013 und f\u00fcr offene Worte. Diese seien zu Geschlechterfragen noch viel zu selten zu h\u00f6ren, wobei sp\u00e4testens seit der politischen Diskussion um das Dritte Geschlecht allen klar sein solle: Die Frage nach dem Geschlecht einer Person ist komplizierter als das klassische Kategoriendenken \u201eM\u00e4dchen oder Junge? Mann oder Frau?\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"667\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Regenbogen-Fahne-Geestahcht-Vielfalt-Toleranz-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40283\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Regenbogen-Fahne-Geestahcht-Vielfalt-Toleranz-rotated.jpg 500w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Regenbogen-Fahne-Geestahcht-Vielfalt-Toleranz-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Geesthachts B\u00fcrgermeister Olaf Schulze mit Jessica Woehr (rechts) und Katrin Zachmann vor dem Geesthachter Rathaus. Foto; Stadt Geesthacht, hfr<br>\u00a0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eBeeindruckende Gespr\u00e4che zur Geschlechterfrage, damit verbundenen Unsicherheiten und sogar Diskriminierungen habe ich diese Woche bei der neu gegr\u00fcndeten Selbsthilfegruppe \u201eTrans* in Familie\u201c gef\u00fchrt\u201c, sagt Olaf Schulze. Die Gruppe richtet sich an Eltern und Angeh\u00f6rige von Trans*Menschen und trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr in den R\u00e4umen von KIBIS (Kontaktstelle f\u00fcr Selbsthilfe), am Flottbeker Stieg 1 in Geesthacht. \u201eDass wir in Geesthacht solche Treffen und den Austausch \u00fcber das Thema erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, freut mich sehr\u201c, sagt Olaf Schulze. Die beiden Initiatorinnen werden ab Juni 2022 auch in Hamburg einen Treffpunkt der Selbsthilfegruppe anbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegr\u00fcndet wurde die Gruppe von Katrin Zachmann und Jessica Woehr, die beide M\u00fctter von Trans*Kindern sind. Der jetzt 7-j\u00e4hrige Sohn von Jessica Woehr sagte im Alter von zwei Jahren deutlich, dass er ein Junge sei. Zur Welt gekommen ist er mit einem weiblichen K\u00f6rper. Im Alter von vier Jahren wollte ihr Sohn dann seine Haare kurz tragen und seinen Namen \u00e4ndern. Bisher hat das gesamte Umfeld einschlie\u00dflich der Kita sehr gut darauf reagiert, was laut Jessica Woehr auf ihren offenen Umgang mit der Thematik und ihre Aufkl\u00e4rungsarbeit zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Mittlerweile habe sich ihr Sohn von einem sehr sch\u00fcchternen und zur\u00fcckhaltenden Kind zu einem aktiven und fr\u00f6hlichen Jungen entwickelt. Welche Ma\u00dfnahmen wann zuk\u00fcnftig erforderlich werden, muss sehr individuell in Absprache mit Kinderarzt und Psychotherapeut betrachtet werden. In allen Phasen der Entwicklung ist ein ergebnisoffener Umgang wichtig \u2013 unabh\u00e4ngig vom Alter des Trans*Menschen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jessica Woehr und Katrin Zachmann verfolgen mit der Gr\u00fcndung der Selbsthilfegruppe mehrere Ziele: betroffenen Angeh\u00f6rigen die M\u00f6glichkeit geben, sich auszutauschen und zu unterst\u00fctzen und dazu das eigene betroffene Umfeld aufzukl\u00e4ren. Auch die Angeh\u00f6rigen von Trans*Menschen stehen vor einem Outing &#8211; n\u00e4mlich in ihrem eigenen Umfeld. Nicht selten werden auch sie mit Vorurteilen und Unverst\u00e4ndnis konfrontiert. Auch wenn die Gesellschaft immer toleranter werde, dennoch w\u00fcrden noch nicht alle Menschen \u201eso genommen, wie sie sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir kennen aus eigener Erfahrung viele der Gedanken und Gef\u00fchle, die die Angeh\u00f6rigen der Trans*Menschen umtreiben. Wir haben festgestellt, welche gro\u00dfe Bedeutung Selbsthilfe hat. Voraussetzung daf\u00fcr ist eine von gegenseitiger Wertsch\u00e4tzung und Akzeptanz gepr\u00e4gte Atmosph\u00e4re in der Gruppe\u201c, sagen die Gruppengr\u00fcnderinnen. Die Selbsthilfegruppe bietet f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen einen gesch\u00fctzten Raum f\u00fcr alle Fragen, Sorgen und \u00c4ngste im Zusammenhang mit dem Thema &#8222;Transidentit\u00e4t&#8220;. Es geht neben den vielen Fragen auch um Unsicherheiten und unangenehme Gef\u00fchle wie Scham, Schuld und Wut. Zudem ist geplant, Themenabende mit Fachleuten zu medizinischen, rechtlichen und sozialen Fragestellungen anzubieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gruppe richtet sich an Eltern und Angeh\u00f6rige von Trans*Menschen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wie alt sie zum Zeitpunkt ihres Outings sind. Interessierte wenden sich per Email an&nbsp;<a href=\"mailto:transinfamilie@yahoo.com\">transinfamilie@yahoo.com<\/a>, per Facebook unter Trans in Familie und per Instagram unter trans_in_familie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm). Die Stadt Geesthacht hisst ihre Regenbogenfahne. Ab Montag, 9. Mai 2022, weht das bunte Symbol f\u00fcr Toleranz und Vielfalt vor dem Rathaus. \u201eDie Stadt Geesthacht beteiligt sich damit am Aktionsmonat Mai, der zum \u201eDiversity-Month\u201c ausgerufen wurde\u201c, erkl\u00e4rt Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky. 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