{"id":39720,"date":"2022-04-21T11:07:01","date_gmt":"2022-04-21T09:07:01","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=39720"},"modified":"2022-04-21T11:07:02","modified_gmt":"2022-04-21T09:07:02","slug":"psychische-belastung-fuer-kinder-und-jugendliche-in-krisenzeiten-wie-der-aktuelle-krieg-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2022\/04\/21\/psychische-belastung-fuer-kinder-und-jugendliche-in-krisenzeiten-wie-der-aktuelle-krieg-in-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Psychische Belastung f\u00fcr Kinder und Jugendliche in Krisenzeiten wie der aktuelle Krieg in der Ukraine"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Der Krieg in der Ukraine ist in den Medien allgegenw\u00e4rtig: Bilder von fliehenden Frauen und Kindern, von Bombenangriffen und zerst\u00f6rten St\u00e4dten lassen wohl jeden hilf- und fassungslos, manchmal auch \u00e4ngstlich zur\u00fcck. In solchen Situationen fragen sich Eltern oft, wie ihre Kinder mit diesen Bildern und Informationen umgehen und ob und wie sie ihnen dabei helfen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten zwei Jahren war es noch die Pandemie mit Lockdowns, Masken und fehlendem Schulalltag, die Eltern vor Herausforderungen stellte und psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren mit sich brachten. Dies ergab die COPSY-Studie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf. Zwar hat sich die Lebensqualit\u00e4t der Kinder und Jugendlichen im Herbst 2021 wieder etwas verbessert, jedoch f\u00fchlen sich auch zwei Jahre nach Pandemiebeginn mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen belastet. &#8222;Die Hauptaufgabe von Eltern ist es, Sicherheit und Geborgenheit f\u00fcr Kinder auch in unruhigen Zeiten herzustellen. Dazu ist es wichtig, dass sie auch f\u00fcr ihre eigene seelische Stabilit\u00e4t sorgen&#8220;, sagt Annegret Finnern, Spezialistin f\u00fcr psychosoziale Gesundheit bei der AOK NordWest.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die diverse Mediennutzung nehmen auch Kinder und Jugendliche manchmal viel mehr der Kriegs- und Fluchtnachrichten auf, als Eltern glauben. Sie bekommen au\u00dferdem Gespr\u00e4che mit, sp\u00fcren die Anspannung der Eltern, oder es sind Verwandte oder Freunde betroffen. Es ist wichtig, die \u00c4ngste der Kinder nicht abzuwiegeln, sondern nachzufragen, was dem Kind Sorgen bereitet. Aus einer AOK-Familienstudie geht hervor, dass es f\u00fcr Kinder wichtig ist, dass sich ihre Eltern mit ihnen mindestens f\u00fcnf Minuten am Tag intensiv besch\u00e4ftigen, also ihnen die volle Aufmerksamkeit schenken. Die Erwachsenen sollten daher selbst in einer Verfassung sein, in der sie Orientierung, Ruhe und Zuversicht geben k\u00f6nnen. Eine entspannte Atmosph\u00e4re ohne Ablenkung ist hilfreich. Wenn Kinder \u00c4ngste zeigen oder \u00e4u\u00dfern, k\u00f6nnen diese nicht immer durch Gespr\u00e4che gel\u00f6st werden. Die Grundkonstitution und das momentane emotionale Bed\u00fcrfnis des Kindes spielen eine Rolle. \u201eWichtig ist auch, nicht auf dem Thema zu beharren und zu akzeptieren, wenn das Kind im Moment nicht weiter dar\u00fcber sprechen m\u00f6chte&#8220;, so Finnern. Vor allem kleine Kinder wechseln &#8211; aus Selbstschutz &#8211; manchmal spontan das Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>Je nach Alter ordnen Kinder die Themen unterschiedlich ein. Daher ist eine alters-gerechte Ansprache notwendig. Kindergartenkinder reagieren beispielsweise oft sehr emotional und \u00e4ngstlich. Hier k\u00f6nnen Eltern Trost und Sicherheit vermitteln, indem sie zum Beispiel in Bezug auf den Krieg in der Ukraine erkl\u00e4ren, dass geholfen wird und Fl\u00fcchtlinge von anderen Menschen aufgenommen werden. Kinder im Schulalter besch\u00e4ftigen sich h\u00e4ufig schon mit dem Hintergrund eines Krieges. Einige Kinder dr\u00fccken sich vielleicht anders aus und malen ein Bild dazu oder schreiben eine Geschichte und verarbeiten so ihre Gef\u00fchle. Auch das kann ein guter Anlass sein, mit dem Kind ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Teenagern wiederum ist eine Diskussion \u00fcber Ethik und Politik m\u00f6glich und sinnvoll. Dabei ist es wichtig, zu lernen, dass ein Krieg auch in den Medien und um Informationen gef\u00fchrt wird. Eltern m\u00fcssen bei diesen Gespr\u00e4chen ihre eigenen \u00c4ngste nicht verstecken, sollten sie aber nicht auf ihre Kinder \u00fcbertragen. F\u00fcr Kinder ist es hilfreich zu sehen, wie ihre Eltern \u00c4ngste bew\u00e4ltigen. Im Hier und Jetzt bleiben, sich nur einmal am Tag in den Medien informieren, Sport und Bewegung zum Stressabbau, sich vor endlosen Katastrophenfantasien zu sch\u00fctzen, aktiv zu werden &#8211; all das kann Eltern helfen, eigene \u00c4ngste nicht eskalieren zu lassen. \u201eF\u00fcr sich selbst sorgen, hei\u00dft manchmal auch, dass Eltern f\u00fcr sich selbst Entlastung und Hilfe holen m\u00fcssen &#8211; um dann ihren Kindern helfen zu k\u00f6nnen\u201c, r\u00e4t Finnern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/BU1_Kindern-Krisen-erklaeren.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39722\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/BU1_Kindern-Krisen-erklaeren.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/BU1_Kindern-Krisen-erklaeren-300x200.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/BU1_Kindern-Krisen-erklaeren-768x512.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/BU1_Kindern-Krisen-erklaeren-750x500.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>In ruhiger Atmosph\u00e4re \u00fcber die eigenen \u00c4ngste zu sprechen, hilft Kindern und Jugendlichen im Kreis Herzogtum Lauenburg, besser mit Krisen in der Welt umzugehen. Foto: AOK, hfr.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es sollte auch nicht vergessen werden, dass Belastendes und Bedr\u00fcckendes nicht den gesamten Raum in der Familie einnimmt. Es darf gelacht werden und Kinder d\u00fcrfen Kind bleiben \u2013 auch wenn an einem anderen Ort ein furchtbarer Krieg ist. Unter\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.jugendnotmail.de\/\" target=\"_blank\">www.jugendnotmail.de<\/a>\u00a0finden belastete Kinder und Jugendliche online professionelle Unterst\u00fctzung, die die AOK als Kooperationspartner unterst\u00fctzt. Hier kann kostenlos rund um die Uhr um Rat gefragt werden zu verschiedensten Themen, die Kinder und Jugendliche bewegen. Weitere Hilfsinformationen finden Eltern und Jugendliche auch unter der Bundeskonferenz f\u00fcr Erziehungsberatung\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.bke.de\/\" target=\"_blank\">www.bke.de<\/a>\u00a0oder der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung unter\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.bzga.de\/\" target=\"_blank\">www.bzga.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Der Krieg in der Ukraine ist in den Medien allgegenw\u00e4rtig: Bilder von fliehenden Frauen und Kindern, von Bombenangriffen und zerst\u00f6rten St\u00e4dten lassen wohl jeden hilf- und fassungslos, manchmal auch \u00e4ngstlich zur\u00fcck. 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