{"id":3598,"date":"2018-05-09T10:55:35","date_gmt":"2018-05-09T08:55:35","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=3598"},"modified":"2018-05-09T10:55:35","modified_gmt":"2018-05-09T08:55:35","slug":"bildungs-und-teilhabepaket-erreicht-millionen-kinder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/05\/09\/bildungs-und-teilhabepaket-erreicht-millionen-kinder-nicht\/","title":{"rendered":"Bildungs- und Teilhabepaket erreicht Millionen Kinder nicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Bundesverband (BV) f\u00fchrte vom 4. bis 6. Mai 2018 die Bundeskindertage in Essen\/NRW durch. Als Delegierte des Kreisverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes Herzogtum Lauenburg nahmen der 1. Vorsitzende, Franz Albracht, und der Beistzer im Vorstand, Fritz Kersten, teil.<\/p>\n<p>Franz Albracht: &#8222;Wir unterst\u00fctzen die Essener Erkl\u00e4rung in jeder Hinsicht. Wir erleben im Kreis die gleichen Situationen und fordern die Umsetzung des &#8218;F\u00fcnf Punkte Plans&#8216;.&#8220; Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) kritisiert, dass das Bildungs- und Teilhabepaket bei Millionen von Kindern versagt. Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland h\u00e4ngt deshalb ma\u00dfgeblich von der sozialen Herkunft ab. Ein B\u00fcndel von Ma\u00dfnahmen ist notwendig, um allen Kindern einen guten Start ins Leben zu erm\u00f6glichen. Deshalb fordert der DKSB: Mehr<br \/>\nBildungsgerechtigkeit f\u00fcr alle Kinder.<\/p>\n<p>Mehr als drei Millionen Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT), doch nur etwa 619.000 haben die Leistungen aus dem BuT nach aktuellen Zahlen 2016 auch tats\u00e4chlich erreicht. Mehr als zwei Millionen bleiben ohne ausreichende Lernmittel, ohne Lernf\u00f6rderung und ohne richtigen Zugang zu Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten. Das Bildungs- und Teilhabepaket versagt also auf ganzer Linie. Auch aktuelle Studien belegen, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien nicht an allen Bereichen der Bildung teilhaben k\u00f6nnen. Familien in h\u00f6heren Einkommensgruppen investieren im Schnitt 3x so viel in die Bildung ihrer Kinder. Und nicht in allen Bundesl\u00e4ndern ist echte Lernmittelfreiheit gegeben.<\/p>\n<p>\u201eGerechtigkeit sieht anders aus\u201c, sagt DKSB-Pr\u00e4sident Heinz Hilgers. \u201eLernmittelfreiheit bedeutet, dass Kindern Gegenst\u00e4nde wie Schulb\u00fccher oder \u00dcbungshefte kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt werden. In manchen Bundesl\u00e4ndern muss man aber zuzahlen. Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen die wichtigsten Lernmaterialien kostenfrei erhalten. Denn auch die hundert Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reichen einfach nicht.\u201c<\/p>\n<p>Professor Dr. Ulrich Spie, Vorstandsvorsitzender des DKSB-Ortsverbandes Essen, fordert im Rahmen der \u201eEssener Erkl\u00e4rung\u201c mehr Verantwortung und Finanzierung durch den Staat: \u201eIn unseren lernH\u00c4USERN f\u00f6rdern wir Schulkinder und begleiten sie w\u00e4hrend ihrer Schullaufbahn. Es ist skandal\u00f6s, dass wir Spendenmittel daf\u00fcr verwenden m\u00fcssen, damit Kinder in die Lage versetzt werden, \u00fcberhaupt einen Schulabschluss erlangen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Insbesondere Kinder aus benachteiligten Lebenssituationen ben\u00f6tigen bestm\u00f6gliche Entwicklungschancen, so Annette M\u00fcller, Fachbereichsleiterin Kindertagesst\u00e4tten beim DKSB-Ortsverband Essen: \u201eChancengerechtigkeit ist nur dann zu erreichen, wenn die Potentiale der Kinder fr\u00fchzeitig erkannt und Entwicklungsschritte begleitet werden. Gelingende Bildungsprozesse in der KiTa erm\u00f6glichen den Kindern einen guten Start in die Schule und das Leben.\u201c<\/p>\n<p>Der Deutsche Kinderschutzbund stellt aus Anlass seiner diesj\u00e4hrigen Bundesmitgliederversammlung, den Kinderschutztagen in Essen, deshalb f\u00fcnf Forderungen an die Politik:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Bildungs-und Teilhabepaket muss abgeschafft und durch eine Kinder-<br \/>\ngrundsicherung in H\u00f6he von 619 Euro im Monat \u00fcberfl\u00fcssig gemacht werden.<\/li>\n<li>Alle Basis-Lernmaterialien m\u00fcssen an allen Schulformen in ganz Deutschland<br \/>\nkostenfrei zur Verf\u00fcgung stehen.<\/li>\n<li>Alle Kinder m\u00fcssen Zugang zu F\u00f6rderangeboten bekommen.<\/li>\n<li>Genauere Daten \u00fcber den realen Schulbedarf m\u00fcssen erhoben werden.<\/li>\n<li>Schulen m\u00fcssen f\u00fcr die hohen Bildungskosten von Eltern sensibilisiert<br \/>\nwerden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Lernmittelfreiheit und Bildungs- und Teilhabepaket \u2013 wie aktuell ausgestaltet \u2013 sind keine Instrumente, um Bildungsgerechtigkeit wirklich herzustellen. Grundlegende Ma\u00dfnahmen und ein ver\u00e4ndertes Bewusstsein sind notwendig, um allen Kindern gleich gute Bildungschancen zu bieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Bundesverband (BV) f\u00fchrte vom 4. bis 6. Mai 2018 die Bundeskindertage in Essen\/NRW durch. Als Delegierte des Kreisverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes Herzogtum Lauenburg nahmen der 1. Vorsitzende, Franz Albracht, und der Beistzer im Vorstand, Fritz Kersten, teil. Franz Albracht: &#8222;Wir unterst\u00fctzen die Essener Erkl\u00e4rung in jeder Hinsicht. 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