{"id":34776,"date":"2021-11-28T06:27:00","date_gmt":"2021-11-28T04:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=34776"},"modified":"2021-11-25T12:28:51","modified_gmt":"2021-11-25T10:28:51","slug":"vertrag-zwischen-land-schleswig-holstein-und-alevitischer-gemeinde-unterzeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/11\/28\/vertrag-zwischen-land-schleswig-holstein-und-alevitischer-gemeinde-unterzeichnet\/","title":{"rendered":"Vertrag zwischen Land Schleswig-Holstein und Alevitischer Gemeinde unterzeichnet"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kiel\/Geesthacht (pm).<\/strong> Als einen &#8218;Vertrag der Freundschaft&#8216; bezeichnete Kulturministerin Karin Prien den neuen Vertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Alevitischen Gemeinde Deutschland. Er wurde am 24. November in Kiel von H\u00fcseyin Mat, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland, und Ministerin Prien unterzeichnet. \u201eDiese Vereinbarung besiegelt etwas, was wir schon lange haben: Ein gutes, vertrauensvolles Miteinander von Menschen alevitischen Glaubens mit den Menschen in Schleswig-Holstein in all ihrer religi\u00f6sen, kulturellen Vielfalt\u201c, betonte sie. Heute leben ungef\u00e4hr 20.000 Menschen alevitischen Glaubens in Schleswig-Holstein, die meisten in den f\u00fcnf Gemeinden in Kiel, L\u00fcbeck, Geesthacht, Neum\u00fcnster und Wedel\/Uetersen. Die Aleviten sind mit 14 Prozent die zweitgr\u00f6\u00dfte Gruppe, die dem Kreis der islamischen Religionsgemeinschaften zugerechnet wird, nach den Sunniten (72 Prozent) und vor den Schiiten (7 Prozent). Der Vertrag sieht unter anderem Regelungen zur Glaubensfreiheit und Rechtsstellung, zu den Feiertagen und zum Religionsunterricht vor.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fcseyin Mat erg\u00e4nzte f\u00fcr die Alevitische Gemeinde: \u201eDieser Vertrag ist viel mehr als ein Symbol. Er ist ein wichtiger Schritt, der uns allen zeigt, dass unsere Arbeit wertsch\u00e4tzt wird und dass das Alevitentum Teil dieser Gesellschaft ist.\u201c F\u00fcr den schleswig-holsteinischen Landtag sagte Landtagspr\u00e4sident Klaus Schlie: \u201eEs freut mich sehr, dass wir den Abschluss einer Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Alevitischen Gemeinschaft feiern k\u00f6nnen. Die Vereinbarung atmet den Geist der gegenseitigen Akzeptanz und des gegenseitigen Respekts und sie ist davon geleitet, dass es bei aller Individualit\u00e4t auch gemeinsame Werte braucht \u2013 das beides in Kombination macht eine starke Gesellschaft aus. Ich hoffe, dass weitere Vereinbarungen mit anderen Religionsgemeinschaften folgen werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14512\" width=\"472\" height=\"707\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie-683x1024.jpg 683w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie-200x300.jpg 200w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie-768x1152.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie-696x1044.jpg 696w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie-280x420.jpg 280w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Klaus-Schlie.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><figcaption>Klaus Schlie (CDU). Foto: Holger St\u00f6hrmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ministerin Prien: \u201eFreiheit und Toleranz sind zentrale Werte, die fest im alevitischen Glauben verwurzelt sind. Und diese Werte sind ein Fundament unseres gemeinsamen gesellschaftlichen Zusammenlebens, das wir mit dem Vertrag intensivieren und best\u00e4rken wollen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den zentralen Punkten des Vertrages geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verfassung:<\/strong><br>Es wird in Artikel 1 und 2 das Grundrecht auf freie Religionsaus\u00fcbung und unsere unverbr\u00fcchlichen gemeinsamen Wertegrundlagen: Achtung, Toleranz, Ablehnung jeglicher Form von Gewalt und Diskriminierung, unser gemeinsames Eintreten f\u00fcr Vielfalt und die Teilhabe aller bekr\u00e4ftigt. Der ganze Vertrag ist getragen von diesen Werten.<br>F<strong>eiertagsregelung:<\/strong><br>Die drei zentralen Feiertage Den Asure-Tag, das Hidirellez-Fest und Nevruz mit der Andacht f\u00fcr Sahi Merdan Ali werden anerkannt. Damit wird erm\u00f6glicht, dass Besch\u00e4ftigte sowie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler freigestellt werden k\u00f6nnen.<br>L<strong>ehrfach:<\/strong><br>In Abstimmung mit der Alevitischen Gemeinde soll gepr\u00fcft werden, das Fach Alevitische Religion als ordentliches Lehrfach einzurichten \u2013 wenn die Voraussetzungen daf\u00fcr erf\u00fcllt sind (Sch\u00fclerzahlen, Lehrkr\u00e4fte).<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das Land bekr\u00e4ftigt nochmal, sich bei k\u00fcnftigen Verhandlungen \u00fcber \u00c4nderungen der rundfunk- und medienrechtlichen Staatsvertr\u00e4ge daf\u00fcr einsetzen, dass die \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die privaten Rundfunkveranstalter auch der Alevitischen Gemeinde angemessene Sendezeiten gew\u00e4hren. Dies ist bereits in den bestehenden Medienstaatsvertr\u00e4gen geregelt. Der Vertrag tritt im Dezember 2021 in Kraft und wird nach drei Jahren von beiden Seiten noch einmal bewertet. Er ist nicht mit einer Zahlungsverpflichtung des Landes Schleswig-Holstein verbunden. Ministerin Prien: \u201eDieses ist bereits der zweite wichtige Vertrag mit einer Religionsgemeinschaft, den wir in dieser Legislaturperiode schlie\u00dfen, und darauf k\u00f6nnen wir stolz sein.\u201c Das Land unterh\u00e4lt Staatsvertr\u00e4ge mit der Nordkirche und mit dem Heiligen Stuhl sowie den beiden j\u00fcdischen Landesverb\u00e4nden. Schleswig-Holstein ist das vierte Bundesland \u00fcberhaupt, das mit der Alevitischen Gemeinde eine vertragliche Vereinbarung schlie\u00dft. Der schleswig-holsteinische Landtag hattet das Kulturministerium damit beauftragt, eine solche Vereinbarung auf den Weg zu bringen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel\/Geesthacht (pm). Als einen &#8218;Vertrag der Freundschaft&#8216; bezeichnete Kulturministerin Karin Prien den neuen Vertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Alevitischen Gemeinde Deutschland. Er wurde am 24. 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