{"id":34483,"date":"2021-11-17T11:37:29","date_gmt":"2021-11-17T09:37:29","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=34483"},"modified":"2021-11-17T11:37:29","modified_gmt":"2021-11-17T09:37:29","slug":"antisemitismus-und-juedisches-leben-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/11\/17\/antisemitismus-und-juedisches-leben-heute\/","title":{"rendered":"Antisemitismus und j\u00fcdisches Leben heute"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ratzeburg (pm).<\/strong> \u00c4u\u00dferst zufrieden blickt die Ratzeburger Volkshochschule auf den Verlauf zweier Veranstaltungen, die im Rahmen der Reihe &#8218;Antisemitismus und j\u00fcdisches Leben heute!&#8216; in den vergangenen drei Wochen. Trotz Coronaeinschr\u00e4nkungen konnte viel Interesse und Zuschauerzuspruch erfahren werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Rund 70 Besucherinnen verfolgten die Auff\u00fchrung des Theaterst\u00fccks &#8218;Ein Versteck im 20. Jahrhundert &#8211; Szenen einer Mischehe&#8216; in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule. Das Zwei-Personen-St\u00fcck von Heinz Rudolf Unger, dargeboten vom Ensemble &#8218;B\u00fchnenreif&#8216; des &#8218;Theater im Stall&#8216;, beeindruckte das Publikum sichtlich. Maren Colell und J\u00f6rn Bansemer verk\u00f6rperten die Rollen der J\u00fcdin Judith und ihres deutschen Ehemannes Arnolt, beides Theaterschauspieler, die in der Zeit des Nationalsozialismus sowohl den fortschreitenden Kulturverfall als auch ihre ganz pers\u00f6nliche Bedrohung wahrnehmen m\u00fcssen, versteckt auf einen Dachboden und immer in Gefahr denunziert zu werden. Die Eindringlichkeit des Spiels f\u00fchrte im Anschluss an den minutenlangen Applaus zu vielen angeregten Gespr\u00e4chen zwischen den Besuchern. &#8222;Wir haben viele positive R\u00fcckmeldungen zu dieser Theaterauff\u00fchrung erhalten, immer wieder auch den Hinweis, dieses St\u00fcck unbedingt an die Schulen zu bringen, weil es eine solch gro\u00dfe Themenvielfalt zu Antisemitismus er\u00f6ffnet&#8220;, sagte Silvia Tessmer von der Ratzeburger Volkshochschule.<\/p>\n\n\n\n<p>Holocaust-\u00dcberlebende Eva Szepes\u00ec las aus ihren Lebenserinnerungen in der Stadtkirche St. Petri \u00a9 Volkshochschule Ratzeburg<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso intensiv waren die Gespr\u00e4che auch nach der zweiten Veranstaltung, der Begegnung mit Eva Szepes\u00ec, die in der Stadtkirche St. Petri aus ihren Lebenserinnerungen &#8218;Ein M\u00e4dchen allein auf der Flucht&#8216; las. Rund 90 Zuh\u00f6rende hatte sich eingefunden und folgten mit wachsender Beklemmung den Ausf\u00fchrungen der Holocaust-\u00dcberlebenden, die 1944 als 12j\u00e4hrige von ihrer Familie aus Budapest in die Slowakei geschmuggelt wurde, um den drohenden Verhaftungen und Deportationen zu entgehen. Dort wurde sie schlie\u00dflich doch gefangen genommen und nach Auschwitz deportiert. Sie \u00fcberlebte das KZ als eines von 300 Kindern, w\u00e4hrend ihre Familie von den Nazis vollst\u00e4ndig ermordet wurde. Begleitet von ihrer Tochter Anita Schwarz, die eindringlich Beispiele von Antisemitismus in der aktuellen Gegenwart thematisierte, beantwortete Eva Szepes\u00ec anschlie\u00dfend alle Fragen aus dem Publikum mit gro\u00dfer Offenheit. Musiker und Komponist Axel Weggen aus D\u00fcsseldorf begleitete die Lesung auf dem Fl\u00fcgel und der Kirchenorgel mit j\u00fcdischen Musikst\u00fccken. &#8222;Wir konnten diese Lesung dankenswerterweise in Kooperation mit dem Verein Yad Ruth e.V. in Ratzeburg anbieten. Es ist immer ein gro\u00dfes Privileg, einem Menschen zu begegnen, der den Holocaust \u00fcberleben konnte und auch im hohen Alter noch die Kraft hat, dar\u00fcber zu berichten&#8220;, sagte Silvia Tessmer. Sie zog damit auch inhaltlich eine sehr positive Bilanz der unter schwierigen Bedingungen organisierten Veranstaltungsreihe, die mit der die Ausstellung &#8218;Der Schmerz der Befreiung im Spiegel der Kunst&#8216; in St. Petri begonnen hatte und von der Partnerschaft f\u00fcr Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms &#8218;Demokratie leben!&#8216; erm\u00f6glicht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ratzeburg (pm). \u00c4u\u00dferst zufrieden blickt die Ratzeburger Volkshochschule auf den Verlauf zweier Veranstaltungen, die im Rahmen der Reihe &#8218;Antisemitismus und j\u00fcdisches Leben heute!&#8216; in den vergangenen drei Wochen. Trotz Coronaeinschr\u00e4nkungen konnte viel Interesse und Zuschauerzuspruch erfahren werden. Rund 70 Besucherinnen verfolgten die Auff\u00fchrung des Theaterst\u00fccks &#8218;Ein Versteck im 20. 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