{"id":34351,"date":"2021-11-12T18:22:00","date_gmt":"2021-11-12T16:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=34351"},"modified":"2021-11-11T18:37:04","modified_gmt":"2021-11-11T16:37:04","slug":"land-verlaengert-gruendungsstipendium-bis-2027","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/11\/12\/land-verlaengert-gruendungsstipendium-bis-2027\/","title":{"rendered":"Land verl\u00e4ngert Gr\u00fcndungsstipendium bis 2027"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Frischer R\u00fcckenwind f\u00fcr ideenreiche und gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Hochschul-Absolventen weht im echten Norden. Nachdem sich Schleswig-Holstein im bundesweiten Gr\u00fcndungsmonitor der KfW-Bankengruppe seit 2017 bereits von Rang 10 auf Platz 3 hochgearbeitet hat, legt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nun noch einmal nach. <\/p>\n\n\n\n<p>Das 2016 vom Land eingef\u00fchrte Gr\u00fcndungsstipendium geht bis 2027 in die Verl\u00e4ngerung. Damit k\u00f6nnen junge Akademikerinnen und Akademikern in der Phase der Gr\u00fcndung eines Unternehmens weiterhin einen Zuschuss von monatlich bis zu 1.750 Euro f\u00fcr maximal ein Jahr erhalten. &#8222;Die bisherigen Zahlen und Erfolge, immerhin 39 Gr\u00fcndungen mit \u00fcber 100 neuen Arbeitspl\u00e4tzen belegen eindrucksvoll, dass dieses Geld sehr gut angelegt ist&#8220;, sagte Buchholz am 11. November in Kiel. Besonders erfreulich sei, dass der Frauenanteil unter den Stipendiaten mit 21,1 Prozent klar \u00fcber dem Bundesdurchschnitt liege.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der Minister weiter sagte, habe sich die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Verwaltung in den letzten Jahren deutlich verbessert: &#8222;Dank unserer Wirtschaftsf\u00f6rderer von der WT.SH, aber auch durch Einrichtungen wie dem Zentrum f\u00fcr Entrepreneurship an der Uni Kiel oder dem L\u00fcbecker Start-up-Beschleuniger &#8222;Gateway 49&#8243; sind wir inzwischen zum gr\u00fcndungsaktivsten Fl\u00e4chenland Deutschlands aufgestiegen \u2013 dieses Niveau wollen und werden wir halten&#8220;, versprach Buchholz. F\u00fcr die Neuauflage des Stipendiums setze sein Haus 2,7 Millionen Euro ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Als besonders gr\u00fcndungsfreudig haben sich in den letzten Jahren die Absolventinnen und Absolventen der Universit\u00e4ten Kiel und Flensburg gezeigt. Zu ihnen geh\u00f6rt der Flensburger Johann Olsen mit seinem Start-up &#8222;IO-Dynamics&#8220;. &#8222;Schon in meiner Zeit als Elektrotechnik-Student an der Kieler Uni hatte ich mit Kommilitonen aus dem Bereich Informatik die Idee, einen kleinen Fiat zum E-Auto umzubauen. Immerhin hatte einer meiner sp\u00e4teren Mitgr\u00fcnder schon mal eine Playstation erfolgreich in seinen alten Mercedes eingebaut&#8220;, erinnert sich Olsen. Als die studentische Bastelei sp\u00e4ter in die konkrete Gr\u00fcndungsphase \u00fcberging, sei das Gr\u00fcndungsstipendium seine erste Wahl gewesen: &#8222;Ohne dieses Geld und die damit verbundene Gewissheit, zumindest immer was im K\u00fchlschrank zu haben, h\u00e4tten wir uns sicher nicht mit dem n\u00f6tigen Nachdruck um die Gr\u00fcndung k\u00fcmmern k\u00f6nnen&#8220;, sagt der 31-J\u00e4hrige. Heute besch\u00e4ftigt Olsen in seiner Firma zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die erfolgreich Software f\u00fcr Ladevorg\u00e4nge von Elektroautos entwickeln und vertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich erging es Carl-Felix Lentz aus Steinberg (Kreis Schleswig-Flensburg) mit seinem Tiny-House-Unternehmen &#8222;noordsk.studio&#8220;. In seinem Betrieb geht es naturverbunden zu. Der gelernte Tischler und ehemalige Skandinavistk-Student wusste nach einer Auslands-Zeit in Norwegen vor allem eines: &#8222;Ich wollte nicht immer nur f\u00fcr andere arbeiten&#8220;, so der 34-J\u00e4hrige. Der Wunsch einer befreundeten Designerin nach einer Unterkunft im Gr\u00fcnen gab den Ansto\u00df, Gesundheit und \u00d6kologie mit Design zu verbinden und R\u00fcckzugsorte in der Natur zu schaffen. Das Ergebnis: edle kleine Holzh\u00e4user als neues Angebot f\u00fcr den Individualtourismus. &#8222;Die finanziellen Mittel aus dem Gr\u00fcndungsstipendium war dabei neben dem Seed- und Startup-Netzwerk tragender Faktor, das erste Modell marktf\u00e4hig zu machen&#8220;, sagt Lentz. Auch er besch\u00e4ftigt heute zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben von Start-up-Teamleiterin Dr. Annelie Tallig von der WT.SH wurden seit 2016 in Schleswig-Holstein insgesamt 39 Gr\u00fcndungsteams mit 95 Stipendiatinnen und Stipendiaten gef\u00f6rdert. Durch die Vorhaben wurden insgesamt 127 Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. Zwei Drittel der Gr\u00fcndungsvorhaben hatten ihren Fokus dabei auf Digitalisierung, knapp ein Drittel auf dem Thema Nachhaltigkeit. Hauptbranchen seien Software-Anwendungen (54 %), Handel &amp; Dienstleistungen (36 %) sowie Energie und Umwelt. &#8222;Viele Ideen sind bis zur Marktreife auf den Weg gebracht, viele Start-ups gegr\u00fcndet worden. Die Fortsetzung des F\u00f6rderprogramms ist also ein gutes Aufbruch-Signal f\u00fcr die Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder im Land&#8220;, sagt Tallig.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das Gr\u00fcndungsstipendium ist eine F\u00f6rderung des Landes Schleswig-Holstein f\u00fcr Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, deren letzter Hochschulabschluss (mindestens Bachelor) maximal zehn Jahre zur\u00fcckliegt. Studierende sowie Einzelpersonen mit abgeschlossener Ausbildung k\u00f6nnen als Teil eines Gr\u00fcndungsteams gef\u00f6rdert werden. Das Gr\u00fcndungsstipendium f\u00f6rdert Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei gef\u00f6rderten Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gef\u00f6rdert werden innovative, vorzugsweise technologieorientierte, wissensintensive oder nachhaltige Gesch\u00e4ftsideen, die w\u00e4hrend eines Studiums, einer Forschungsarbeit oder in anderen Umgebungen von Gr\u00fcndungsinteressierten entwickelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten \u00fcber acht bis zw\u00f6lf Monate einen monatlich nicht-r\u00fcckzahlbaren Zuschuss in H\u00f6he von 1.750 Euro, Studierende monatlich 800 Euro. Weiterhin kann ein Zuschuss von bis zu 200 Euro pro Team f\u00fcr die im Rahmen der Unternehmensgr\u00fcndung anfallenden Rechtsanwalts-, Notar- oder Gerichtskosten gew\u00e4hrt werden sowie 200 Euro pro Person f\u00fcr eine individuelle steuerliche Beratung. Bei einem besonderen zus\u00e4tzlichen Finanzierungsbedarf k\u00f6nnen Sachkosten oder Investitionsmittel mit bis zu 5.000 Euro pro Team bezuschusst werden (u.a. Prototypenentwicklung und Markenaufbau). Alle weiteren Details finden sich unter <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/wtsh.de\/innovative-ideen-realisieren\/startup-foerderung-und-finanzierung\/gruendungsstipendium-schleswig-holstein\/\" target=\"_blank\">https:\/\/gruendungsstipendium-sh.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). Frischer R\u00fcckenwind f\u00fcr ideenreiche und gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Hochschul-Absolventen weht im echten Norden. Nachdem sich Schleswig-Holstein im bundesweiten Gr\u00fcndungsmonitor der KfW-Bankengruppe seit 2017 bereits von Rang 10 auf Platz 3 hochgearbeitet hat, legt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nun noch einmal nach. Das 2016 vom Land eingef\u00fchrte Gr\u00fcndungsstipendium geht bis 2027 in die Verl\u00e4ngerung. 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