{"id":32224,"date":"2021-09-14T09:33:06","date_gmt":"2021-09-14T07:33:06","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=32224"},"modified":"2021-09-14T09:33:06","modified_gmt":"2021-09-14T07:33:06","slug":"archaeologie-hautnah-im-duvenseer-moor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2021\/09\/14\/archaeologie-hautnah-im-duvenseer-moor\/","title":{"rendered":"Arch\u00e4ologie hautnah im Duvenseer Moor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Duvensee (pm).<\/strong> Auch in diesem Sommer fanden wieder Ausgrabungen im Duvenseer Moor statt. Unter der Leitung von Harald L\u00fcbke haben neun Studenten der Arch\u00e4ologie der Uni Kiel und Hamburg die Arbeit der letzten Jahre am Rande des Maisfelds von Bauer Wilke aus Labenz fortgesetzt.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Zelt sch\u00fctzte Arch\u00e4ologen und Ausgrabungen vor dem teilweise tagelang anhaltenden Regen. Das Wetter hat es dieses Jahr nicht so gut mit der Gruppe gemeint, wie in den vergangenen Sommern. So musste leider auch aufgrund des unbest\u00e4ndigen Wetters das schon fast traditionell gewordene Moorfest ausfallen, zu dem sich in den vergangenen Jahren die Einwohner der anrainenden Gemeinden Duvensee, L\u00fcchow, Klinkrade und Labenz zusammenfanden, um im Freien im Moor zwischen den D\u00f6rfern auf Strohballen sitzend sich Bier und Bratwurst zum Klang der Blasmusik der Duvensee-Klinkrader Moorkapelle schmecken zu lassen.<\/p>\n<p>Dennoch konnte die Gemeinde Duvensee den Wissenschaftlern dieses Jahr einen besonderen Komfort in Form von gemeinsamer Unterbringung in der gemeindeeigenen Immobilie, dem ehemaligen Hameister-Haus, im Dorf bieten, was den Arbeitsweg verk\u00fcrzte, gemeinsames Kochen und fachliche und nicht-fachliche Feierabendgespr\u00e4che in der Gruppe erm\u00f6glichte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32225\" aria-describedby=\"caption-attachment-32225\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-32225\" src=\"https:\/\/2021.herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3.jpg 1000w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3-80x60.jpg 80w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3-265x198.jpg 265w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3-696x522.jpg 696w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Duvensee-Ausgrabung-3-560x420.jpg 560w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32225\" class=\"wp-caption-text\">Ausgrabung im Duvenseer Moor. Foto: hfr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die sechsw\u00f6chigen Grabungen waren ein Erfolg: Die Duvenseer Ausgrabung ist bekannt f\u00fcr die fr\u00fchzeitlichen Siedlungspl\u00e4tze, an denen Feuerstellen, R\u00f6stpl\u00e4tze f\u00fcr die damals in der Region sehr stark verbreitete Haselnuss sowie Stellen entdeckt wurden, wo Werkzeuge repariert oder hergestellt wurden. Anders als in den letzten Jahren konnte in 2021 erstmalig ein Beleg f\u00fcr jagdliche T\u00e4tigkeit der fr\u00fcher saisonal hier siedelnden mittelsteinzeitlichen J\u00e4ger und Sammler erbracht werden. Am Ufersaum des ehemaligen Duvensees fanden sich Tierknochen und Schlachtreste, die deutlich belegen, dass neben dem R\u00f6sten der Haselnuss und dem Bearbeiten der Werkzeuge auch gr\u00f6\u00dferes Wild wie Rehe, Elche, Rothirsche und Wildschweine hier gejagt und zerteilt wurden. Dies ist eine bedeutende Entdeckung, die noch genauere R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber die Lebensweise der damaligen Menschen erlaubt und ein deutlicheres Bild der Gewohnheiten der Siedler vermittelt. So ist zu erkennen, dass die Menschen den damaligen Duvensee deutlich vielf\u00e4ltiger genutzt haben, als bisher bekannt.<br \/>\nDie Ausgrabung an dieser Fundstelle ist noch nicht ersch\u00f6pft, ob n\u00e4chstes Jahr hier jedoch weitere Arbeiten stattfinden k\u00f6nnen h\u00e4ngt unter anderem von der Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel und dem Abarbeiten weiterer, bereits terminierter Grabungsprojekte ab. So ist zum Beispiel auch immer noch der Fundplatz auf Paul Petersens Hofwiese in L\u00fcchow zu untersuchen. Grunds\u00e4tzlich w\u00fcrden sich alle Beteiligten sehr \u00fcber eine Fortsetzung der Ausgrabungen im Duvenseer Moor freuen, egal ob in Duvensee, L\u00fcchow oder vielleicht doch in Labenz oder Klinkrade.<\/p>\n<p>Die Arch\u00e4ologen freuen sich stets \u00fcber das Interesse der Bev\u00f6lkerung, die freundliche Aufnahme nicht zuletzt durch den Moorverein, und die vier Moorgemeinden sind stolz und froh, eine so wichtige Arbeit unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Die Spazierg\u00e4nger im Moor besuchen gern die Ausgrabungsst\u00e4tte, wo immer Zeit f\u00fcr ein paar freundliche erkl\u00e4rende Worte ist. Hoffentlich k\u00f6nnen wir alle uns im n\u00e4chsten Sommer wieder das Bier und die Bratwurst beim Moorfest schmecken lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Duvensee (pm). Auch in diesem Sommer fanden wieder Ausgrabungen im Duvenseer Moor statt. 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